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Markus Hanneken
Marvin K. Hoffmann
Michael Knippenkötter
Simon Stock
Ein Unwetter mit rekordverdächtigem Starkregen hat die Stadt Hamm ungewöhnlich hart getroffen. Keller standen unter Wasser, Straßen waren geflutet. Besonders nachhaltig traf es die Warendorfer Straße. Die aktuelle Lage am Dienstag.
Hamm - Nach dem dramatischen Starkregen-Ereignis am Sonntagnachmittag in Hamm sind die Betroffenen mit dem Aufarbeiten und Aufräumen beschäftigt. Hunderte oder gar tausende Keller und etliche Straßen waren mit Wasser vollgelaufen. Das für die Allgemeinheit größte Problem liegt nach wie vor zwischen Bockum-Hövel und Heessen: Im Bereich der Unterführung der Warendorfer Straße kam es zum Abrutschen eines Hangs und zu Unterspülungen.
Update vom 8. August, 16.10 Uhr: Wegen des abgerutschten Hangs im Zuge des Starkregen-Ereignisses am Sonntag wird die Warendorfer Straße voraussichtlich bis Freitag, 11. August, gesperrt bleiben. Das teilte Stadtsprecher Tom Herberg am Dienstagnachmittag mit. Er bestätigte damit entsprechende Spekulationen.
Um den betroffenen Teil des Hangs abzutragen und zu sichern seien große Baumaschinen notwendig, heißt es. Eine Tiefbaufirma soll diese Arbeiten am Donnerstag und eventuell auch noch am Freitagvormittag im Auftrag der Stadt Hamm ausführen. Im Anschluss sollen städtische Mitarbeiter die Fahrbahn mit Hilfe von Kehrmaschinen sowie per Hand reinigen und möglichst im Anschluss freigeben.
Chaos in Hamm nach Unwetter mit Starkregen am Sonntag




Update vom 8. August, 15.20 Uhr: Offizielle neue Informationen zur Warendorfer Straße gibt es noch immer nicht. Allerdings geben die Beobachtungen wenig Anlass zur Hoffnung auf ein zeitnahes Ende der Sperrung: Ein gut 100 Meter langer Teil der angrenzenden Böschung ist abgerutscht und drückt in Richtung der Straße teilweise gegen das Geländer. Mehrere Meter oberhalb des Mauerwerks ist eine Bruchkante zu sehen.
Bauarbeiter und Baufahrzeuge waren dort zumindest am frühen Dienstagnachmittag nicht zu sehen. Beobachtungen zufolge hat sich in dem betroffenen Bereich seit Montag nichts verändert; der Schlamm auf der Straße ist inzwischen fast trocken.
Immerhin wurde zwischenzeitlich schon weit vor den Sperrungen Schilder angebracht, die auf die Sperrung hinweisen. Je nach Tageszeit sind die Umleitungsstrecken stark überfordert.
Update vom 8. August, 13.30 Uhr: Unabhängig vom Hammer Ereignis hat Starkregen hat in den vergangenen zwei Jahrzehnten nach Berechnungen der Versicherer bundesweit Schäden in Höhe von 12,6 Milliarden Euro verursacht. Von 2002 bis 2021 wurde rechnerisch jedes zehnte Wohnhaus durch Starkregen beschädigt, mit Kosten von durchschnittlich 7600 Euro.
Vor allem wegen des Klimawandels rechnen Fachleute mit immer häufigeren Starkregen-Fällen, Versicherer rechnen ihrerseits mit weiter steigenden Schäden.
Starkregen in Hamm: Zahlen zeigen Jahrhundert-Ereignis
Update vom 8. August, 12 Uhr: An drei Messstationen des Lippeverbands wurde am Sonntag ein Jahrhundertniederschlag registriert. Die Messstationen am Caldenhofer Weg, an der Kläranlage Mattenbecke und am Pählenweg haben das nach Information der Lippewelle verzeichnet. Das Unwetter am Sonntag falle damit in die höchste Kategorie „extremer Starkregen“. Für diese Regenmassen sind die Kanäle nicht ausgelegt. Abhängig von ihrer Lage müssen sie eine Überflutungssicherheit zwischen 20 und 30 Jahren aufweisen. Der Rekordwert wurde übrigens am Caldenhofer Weg erfasst: 94,2 Millimeter in 24 Stunden.
Update vom 8. August, 8.30 Uhr: Die Warendorfer Straße ist nach wie vor gesperrt. Im Bereich der laufen „Rettungsarbeiten“. Die Umleitungsstraße (zum Beispiel der Bockumer Weg) sind besonders zu den Stoßzeiten überfüllt. Wann beziehungsweise ob die Straße im Tagesverlauf wieder freigegeben wird, ist noch nicht bekannt. Wir halten Sie auf dem Laufenden.
Update vom 8. August, 8 Uhr: Die Großbaustelle im Schatten des Bahndamms wird noch einige Zeit länger als geplant für tiefe Gräben am Ende der Philipp-Reis-Straße sorgen. Für den neuen Stauraumkanal im Hammer Norden wird demnächst sogar noch tiefer ausgebaggert, denn ausgerechnet Wasser, das hier eigentlich abgeleitet werden soll, behindert die Arbeiten. Und das war schon vor dem Starkregen am Sonntag der Fall.
Update vom 8. August, 7 Uhr: Oberbürgermeister Marc Herter und Feuerwehrchef Markus Kreuz haben allen Einsatzkräften gedankt, die am Sonntag dafür gesorgt haben, dass sich die Folgen des Sturzregens trotz 307 Einsätzen in nur sieben Stunden in Grenzen hielten. (Die versendeten Statements finden Sie in kompletter Form unter diesem Artikel - klicken Sie hier, um direkt dorthin zu springen.)
Starkregen in Hamm: Sperrmüll wird zügig abgefahren
Update vom 7. August, 17.10 Uhr: Weil die Stadt Hamm in den kommenden Tagen deutlich mehr Sperrmüll-Anfragen erwartet als üblich, hat der ASH sein Team personal- und fahrzeugtechnisch aufgestockt. Damit soll ein zügiges Abfahren des Sperrmülls möglich gemacht werden. Am Betriebshof sei schon am Montag starker Betrieb registriert worden, so Stadtsprecher Detlef Burrichter.
Update vom 7. August, 15.05 Uhr: Die Warendorfer Straße bleibt noch bis mindestens Dienstag (8. August) gesperrt. Ursächlich dafür sind ein abgerutschter Hang und Unterspülungen. Das teilte Stadtsprecher Tom Herberg mit. Am Montagvormittag seien Erde, Matsch und Schlamm beseitigt und die Straße mithilfe von Kehrmaschinen gereinigt worden. Allerdings drohe ein Teilstück des Hangs weiter abzurutschen. Voraussichtlich am Dienstag soll weiter Erde abgetragen und der Hang gesichert werden. Sobald die Sperrung aufgehoben ist, wird die Stadt das mitteilen. In einer einzigen Stunde war am Sonntagnachmittag soviel Regen gefallen wie sonst in einem ganzen August (siehe DWD-Grafiken in der Galerie).
Update vom 7. August, 14.45 Uhr: Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr Bergkamen haben in der Hammer Innenstadt Amtshilfe geleistet, als eine Tiefgarage unweit des Allee-Centers mit Wasser voll lief. 22 Kräfte und drei Fahrzeuge schickte Bergkamens Feuerwehrchef Dirk Kemke am Sonntag gegen 20 Uhr auf die Reise. Gegen Mitternacht konnten die Feuerwehrleute nach vier Stunden Einsatz wieder aus den Stiefeln. (bkr)
Update vom 7. August, 11 Uhr: Wann die gesperrten Wege rund um den Radbodsee wieder freigegeben werden, ist noch unklar. Es seien zwar bislang keine größeren Schäden bekannt, sagte eine Sprecherin des Lippeverbands. Doch die Bereiche müssten nun nach Priorität vernünftig gesichtet und abgearbeitet werden. Der Lippeverband hatte dort die Polderflächen kontrolliert geflutet, um die „Fluten“ von Geinegge und den Eversbach ablaufen zu lassen.
Update vom 7. August, 9.53 Uhr: Schlechte Nachrichten von der Warendorfer Straße: Im Bereich der Unglücksstelle sei ein Hang abgerutscht, Mitarbeiter des Tiefbauamts seien mit Radladern zur Räumung im Einsatz, so Stadtsprecher Detlef Burrichter. Heißt: Der Zeitpunkt der Freigabe ist derzeit völlig offen. Der Nordenstiftsweg ist nach Polizeiangaben inzwischen wieder frei befahrbar. Gleiches gilt für die Karl-Marx-Straße, die Friedrich-Ebert-Straße, die Weetfelder Straße, die Marinestraße und die Straßen rund um die Sieben Brücken.
Burrichter ergänzte, dass nach dem Beginn der chaotischen Phase zeitweise bis zu zwölf Feuerwehrleute nur zur Annahme der Notrufe eingesetzt waren. Derer gingen immerhin 1050 ein! Die überwiegende Zahl der von der Feuerwehr tatsächlich geleisteten 307 Einsätze - etwa 2/3 - habe vollgelaufene Keller in Wohnhäusern betroffen. Man müsse aber von einer hohen Dunkelziffer ausgehen, weil längst nicht jeder Betroffene die Feuerwehr erreichen konnte. (Auch andernorts in NRW kam es zu Unwetterproblemen; wir haben die Infos hier zusammengefasst.)
Update vom 7. August, 9.22 Uhr: Die Kernzahlen des Unwetters und seiner Folgen fasst Stadtsprecher Detlef Burrichter zusammen: „In der Leitstelle der Feuerwehr wurden von Schichtbeginn bis 21 Uhr rund 1050 eingehende Notrufe bearbeitet. Im Regelbetrieb liegt die Zahl der Notrufe im gleichen Zeitfenster bei etwa 200. Bis in die Nacht liefen an vielen Stellen in der Stadt die Pumpen. Insgesamt wurden 307 Einsätze gefahren. Alle 25 Einsatzbereiche der Freiwilligen Feuerwehr wurden eingesetzt.
Unterstützt wurde die Feuerwehr von zwei Teams des Technischen Hilfswerks (THW) des Ortsverbands Hamm sowie einem überörtlichen Fachberater des THW. Am Abend kam weitere Unterstützung: Zwei Löschzüge aus dem Kreis Unna verstärkten die Einsatzkräfte in Hamm. Auch der Lippeverband war mit Personal im Einsatz. Insgesamt arbeiteten rund 300 Einsatzkräfte bis in die Nacht. Zusätzlich war eine Sondereinheit mit der Verpflegung der Einsatzkräfte in den Einsatzgebieten unterwegs. Nach 23 Uhr wurde der Flächeneinsatz für beendet erklärt.
Zu dem Zeitpunkt waren die Unterspülungen an der Günterstraße (Siebenbrücken) und an der Weetfelder Straße beseitigt; diese Brückenbereiche waren ab etwa 21 Uhr wieder passierbar.
Das Pumpwerk des Lippeverbands an der Geinegge war stundenlang an der Kapazitätsgrenze.“
Update vom 7. August, 9.15 Uhr: Offiziellen Messungen zufolge gingen am Sonntag über großen Teilen der Stadt zwischen 16 und 17 Uhr 50 Liter pro Quadratmeter nieder. Das sei „für Hammer Wetterverhältnisse eine ungewöhnlich hohe Menge innerhalb so kurzer Zeit“, sagte ein Stadtsprecher. Eine private Wetterstation im Hammer Norden - hinterlegt beim Awekas Automatisches Wetterkarten System - erfasste sogar 75 Liter pro Quadratmeter!
Infolge der Wasserproblematik muss die DRK-Kita Trauminsel in Bockum-Hövel (mindestens) am heutigen Montag geschlossen bleiben. Die Gruppen seien nicht bespielbar. Am Dienstag soll die Kita wieder normal öffnen.
Update vom 7. August, 7.04 Uhr: Nach einem harten Sonntag hat sich die Lage für die Einsatzkräfte in der Nacht zu Montag beruhigt. Aktuell laufen keine Pump-Einsätze der Feuerwehr in Zusammenhang mit dem heftigen Starkregen, wie Fabian Kötter vom Stab der Einsatzleitung am Montagmorgen auf Nachfrage von wa.de sagte.
Die Warendorfer Straße und der Nordenstiftsweg sind im Bereich der Unterführungen aktuell noch unpassierbar. Mit einer Freigabe sei im Laufe des Vormittags zu rechnen, teilte Stadt-Pressesprecher Detlef Burrichter in einem morgendlichen Update mit.
Starkregen in Hamm: Straßen und Keller überflutet - Einsatz am Radbodsee
Heikel war die Lage am Radbodsee in Bockum-Hövel, dessen Pegel durch die Wassermassen so stark gestiegen war, dass der Lippeverband das Wasser kontrolliert ablaufen ließ. Das hat dazu geführt, dass die Lippewiesen zwischen See und Halde Radbod zum Teil unter Wasser stehen. Die Radwege in diesem Bereich wurden an verschiedenen Punkten abgesperrt.
Insgesamt wurden 307 Einsätze wegen des Unwetters gefahren. Nach 23 Uhr wurde der Flächeneinsatz für beendet erklärt. Schwerpunkte des Einsatzgeschehens waren Bockum-Hövel und der Norden sowie der Osten des Hammer Stadtgebiets.
Update vom 06. August, 21.45 Uhr: Laut Einsatzstab ist die Günterstraße im Bereich der sieben Brücken wieder für den Verkehr freigegeben, gleiches gilt für die Weetfelder Straße. Anders ist die Lage beispielsweise an der Warendorfer Straße: Hier ist die Feuerwehr noch mit dem Abpumpen beschäftigt, vor den Morgenstunden wird die Straße nicht passierbar sein.
Eine aktuelle Meldung gibt es für den Westenwall: Die Tiefgarage gegenüber des Allee-Centers ist ebenfalls stark vom Starkregen beeinträchtigt. Hier laufen weiterhin Einsätze.
Insgesamt sind seit 8 Uhr am Morgen bereits 1050 Notrufe in der Leitstelle eingegangen (alles zusammengenommen, also nicht nur die in Folge des Unwetters). Normal seien an so einem Tag 200 Anrufe binnen 24 Stunden. Dies zeigt, welche eine Mammutaufgabe die Einsatzkräfte bewältigt haben und derzeit noch bewältigen. Eine ausführliche Bilanz hierzu soll es am Montag geben.
Update vom 06. August, 20.50 Uhr: Die Lage beruhigt sich allmählich. Laut Pressesprecher Burrichter sind derzeit noch 50 Einsätze offen, auch diese will man zeitnah abgearbeitet haben. Mittlerweile sind zu den 250 Einsätzkräften auch zwei Löschzüge aus Unna dazugestoßen. „Im Moment gehen deutlich weniger Anrufe bei der Leitstelle ein“, sagt Burrichter.
Nach jüngsten Einschätzungen der Experten vom Deutschen Wetterdienst kamen zwischen 16 und 17 Uhr stellenweise 50 Liter Regen pro Quadratmeter auf Hammer Boden nieder, eine enorme Menge. Eine Person aus dem Kreis der Einsatzkräfte hat sich leicht verletzt, nähere Information dazu gibt es bislang noch nicht.
Die Situation am Westberger Weg/Sensburger Straße hat sich gebessert, dort konnten die Fluten gestoppt werden. Andernorts sind mittlerweile bereits ganze Keller ausgeräumt, so auch an der Eichstedtstraße in Bockum-Hövel. Hier waren bereits Kellermöbel, die vom Wasser in Mitleidenschaft gezogen wurden, auf den Gehwegen abgestellt. Die Hammer starten direkt durch mit den Aufräumarbeiten!
Update vom 06. August, 19.34 Uhr: Es gibt neue Informationen aus Hamm. Offenbar handelt es sich nicht um einen Krisenstab, sondern um einen Einsatzstab. Polizei, Feuerwehr und Stadt haben alle Hände voll zu tun, um die Bewohner vor weiteren Schäden durch den starken Regen zu beschützen. Alle Helfer arbeiten weiterhin auf Hochtouren.
Update vom 06. August, 19.20 Uhr: Nach den Geschehnissen der letzten Stunden wurde in Hamm dem Vernehmen nach ein Krisenstab eingerichtet. Etwa gegen 18.45 Uhr hat es laut Stadt-Pressesprecher Detlef Burrichter, der federführend die Kommunikation zwischen Feuerwehr und Medien übernommen hat, ein Gespräch zwischen Feuerwehr-Führung und dem Deutschen Wetterdienst gegeben. Demnach seien zwar weitere Regenfälle für die nächsten Stunden vorhergesagt, allerdings nicht in der Intensität von heute Nachmittag. Bislang seien 250 Alarmierungen eingegangen, deutlich über 100 müssten noch abgearbeitet werden.
An der Sensburger Straße im Grenzgebiet zwischen Bockum-Hövel und Heessen spitzt sich die Lage in einem Mehrfamilienhaus offenbar zu. Dort sind die Keller voll, die Bewohner rücken in die oberen Wohnungen. Zudem werden vor Ort Sandsäcke verteilt, um weiteres Eindringen von Wasser zu verhindern. Mittlerweile wird die Hammer Feuerwehr auch vom THW unterstützt, die Erfahrungen mit derlei Lagen hätten, wie Pressesprecher Burrichter erklärte.
Gesperrt sind aktuell die Warendorfer Straße, der Nordenstiftsweg, die Lohauserholzstraße und die Weetfelder Straße. Wie die Stadt mitteilt, laufen in den Pumpwerken alle System normal. Dort gibt es aktuell also keine Gefahr der Eskalation.
Es regnet immer noch heftig in Hamm
Update vom 06. August, 19 Uhr: Es regnet weiter und aktuell gibt es keine Anzeichen, dass es sobald aufhört. Auch in den Außengebieten sieht man mittlerweile deutlich, wie viel Wasser im Laufe der letzten Stunden herunter gekommen ist. Die Felder stehen zum Teil unter Wasser. In den Wohngebieten schöpfen die Hammer derzeit Wasser aus den Kellern, so zum Beispiel in der Straße Im Brüggenkamp (in der Nähe des Schützenplatzes der Bürgerschützen Hövel), in der so genannten Vogel-Kolonie oder auch in einigen Teilen von Bockum.
Update vom 06. August, 18.01 Uhr: Das Fußball-Kreispokalspiel der zweiten Runde zwischen dem FC Bönen und dem SV Westfalia Rhynern ist im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser gefallen. Schiedsrichter Erol Sahin hatte den Ascheplatz auf der Sportanlage am Schulzentrum am Sonntag für unbespielbar erklärt – statt Pokalspiel gab es nur Training für Westfalia Rhynern.
Straßen überflutet und Keller vollgelaufen: Heftige Regenfälle in Hamm
Update vom 06. August, 17.40 Uhr: Laut Feuerwehrchef Daniel Hüwe waren bis 17.30 Uhr 210 Alarmierungen eingetroffen, 30 Einsätze wurden zeitgleich abgearbeitet. Somit waren noch 180 offen. Die Einsätze erstreckten sich insbesondere auf das Stadtgebiet nördlich der Lippe, vor allem den Stadtteil Bockum-Hövel hatte es hefitg getroffen. Zwei Fahrzeuge seien liegen geblieben.
Von Seiten der Stadtwerke gibt es bisher keine außergewöhnlichen Eingänge am Notruf-Telefon.
Das Flugplatzfest steht kurz vor seinem offiziellen Ende, das für 18 Uhr geplant war. Viele Gäste strömten aber natürlich schon vorher vom Gelände. Wer es nicht schafft, aufgrund der Wassermassen vom Parkplatz zu kommen, kann sich unter Telefon 02381/3071020 melden. Darüber wird die Hilfe beim Rausziehen der Fahrzeuge koordiniert. Generell habe das Notfall-Konzept am Flughafen aber ordentlich funktioniert, hieß es von Veranstaltungssprecher Thomas Scharschmidt.
Update vom 06. August, 17.30 Uhr: Auch in Bockum-Hövel gibt es heftige Regenfälle. Die Warendorfer Straße ist an einer Unterführung komplett überflutet, für Autos gibt es kaum ein Durchkommen.
Heftige Regenfälle in Hamm: Straßen überflutet und Keller vollgelaufen
Erstmeldung: Hamm - Am Sonntagnachmittag haben heftige Regenfälle zu zahlreichen Einsätzen der Feuerwehr in Hamm (NRW) geführt. Die Leitstelle sah sich ab etwa 15.30 Uhr dauerhaft Notrufen ausgesetzt - die Bürger klagten und klagen nach wie vor vor allem über vollgelaufene Keller. Zeitweise gab es mehr als 80 offene Einsätze, insbesondere die Innenstadt und der Hammer Norden sind überflutet.
Ostenallee in Hamm wegen Unwetter nicht passierbar
Die Ostenallee war zeitweise komplett überflutet, auch an einigen Unterführungen kam mehr Wasser an, als die Kanalisation schlucken kann. Das Flugplatzfest muss im Moment pausieren, an Kunstflüge oder ähnliches ist nicht zu denken.
Am Nordenstiftsweg im Hammer Norden steckte ein Auto in den Fluten fest, die Marker Allee und weitere Straßen müssen gesperrt werden. Auch die Warendorfer Straße ist aktuell nicht mehr passierbar.
Voll gelaufene Keller sind praktisch aus allen Ortsteilen gemeldet worden, die Feuerwehr ist aufgrund der Menge an abgesetzten Notrufen für viele Bürger nicht mehr erreichbar. Die Einsatzkräfte können derzeit nicht allzu viel Abhilfe leisten, so zum Beispiel bei vollgelaufenen Kellern: Die Kanalisation kann teilweise kein Wasser mehr aufnehmen, somit läuft alles zurück, was einmal abgepumpt wurde. Wir berichten weiter.
Im Hammer Norden waren zwei Personen in die Wassermassen unter der Unterführung am Nordentistfweg gefahren und zeitweise im Auto eingeschlossen. Dem Vernehmen nach konnten sie sich befreien, ehe die Feuerwehr antraf. Und auch die Einsatzkräfte haben mit Verlusten zu kämpfen: Im Feuerwehrgerätehaus im Hammer Norden ist ebenfalls Wasser eingedrungen.
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt unterdessen für große Teile von NRW vor starkem Gewitter. Über mehrere Stunden anhaltender Starkregen ist andernorts möglich.
Herter und Kreuz danken den vielen Helfern
Oberbürgermeister Marc Herter: „Nach dem Starkregen, der am Sonntagnachmittag über weiten Teilen des Hammer Stadtgebiets niederging, haben Feuerwehr und Technisches Hilfswerk großartige Arbeit geleistet. Innerhalb weniger Stunden wurden bis in die späten Abendstunden 307 Einsätze gefahren. Das war nur möglich, weil alle 25 Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr zur Stelle waren und es ein belastbares, sehr gutes Miteinander mit den Kollegen der Berufsverkehr gibt. Dafür sage ich allen, die bei der Bewältigung der Wassermassen mitgewirkt haben und dabei bis an die persönliche Leistungsgrenze gegangen sind, ein herzliches Dankeschön. Mein allergrößter Respekt gilt dabei den vielen ehrenamtlichen Einsatzkräften, die gestern bis in die Nachtstanden hart gearbeitet haben und seit heute Morgen bereits wieder ihrer ganz normalen beruflichen Tätigkeit nachgehen. Dieses Engagement ist nicht selbstverständlich und verdient große Anerkennung von uns allen.“
Feuerwehr-Dezernent Markus Kreuz: „Dieser Sturzregen am Sonntagnachmittag hat die Leistungsfähigkeit unserer Feuerwehr insgesamt und das gute Zusammenspiel zwischen Berufsfeuerwehr und Freiwilliger Feuerwehr eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Die schnelle Hilfe hat vielfach Schlimmeres verhindert, dies auch dank der tollen Unterstützung des Ortsverbands des Technischem Hilfswerks sowie der Freiwilligen Feuerwehr im Kreis Unna, die jeweils mit zwei Teams unterstützt haben. In der Mehrzahl waren es vollgelaufene Keller in Einfamilien- und Mehrfamilienhäusern, die innerhalb sehr kurzer Zeit vom eingedrungenen Wasser befreit werden konnten. Möglich war diese schnelle und effektive Hilfe auch deshalb, weil die Leitstelle blitzschnell auf 12 Einsatzkräfte aufgestockt wurde. So war es überhaupt möglich, die enorme Anzahl von 1050 Notrufen innerhalb weniger Stunden zu bewältigen. Dieser enorme Einsatzwille und die Tatkraft, mit der hier gearbeitet wurde, beeindrucken mich zutiefst und ich bin sehr dankbar dafür.“





