Absperrgitter an der Roonstraße

Kölner Synagoge wird an Karneval besonders geschützt

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An Weiberfastnacht und Rosenmontag schützt die Polizei Köln die Synagoge an der Roonstraße mit besonderen Maßnahmen.

Köln – An Weiberfastnacht und Rosenmontag wird ganz Köln zum Party-Magnet. Überall wird geschunkelt und gebützt und gefeiert – vor allem auf der Zülpicher Straße (Stadtbezirk Köln-Innenstadt). Unzählige Jecke kommen allein auf der Zülpicher Straße und im umliegenden Kwatier Latäng zusammen. In direkter Nachbarschaft: Die Synagoge. Und die wird darum besonders geschützt.

An Weiberfastnacht und Rosenmontag: Synagoge in Köln mit Absperrungen gesichert

Die Synagoge wird an Weiberfastnacht und Rosenmontag besonders geschützt (Symbolbild).

„Die Synagoge wird wieder abgesperrt und besonders gesichert“, sagt Martin Lotz, Einsatzleiter der Polizei Köln. Grund für die Sperrungen sind der Krieg in Israel und die erhöhten antisemitischen Straftaten in NRW.

Bereits am 11.11. gab es Absperrungen rund um die Kölner Synagoge. Zusätzlich rief der damalige Polizei-Einsatzleiter Frank Wißbaum alle Feiernde auf, ihre Kostüme an die aktuelle Krisensituation anzupassen und beispielsweise auf täuschend echte Waffenattrappen zu verzichten. Einzelne Kostüme sowie Waffenattrappen sind sogar verboten. „Ich male mir gar keine Bilder aus, dass irgendwer mit einer Anscheinswaffe alkoholisiert vor der Synagoge rumläuft und ‚Free Palästina‘ ruft“, betonte Wißbaum im Vorfeld zur Sessionseröffnung des Kölner Karneval 2024. „Wer jetzt meint, eine Verkleidung als Terrorist haben zu müssen, der ist offensichtlich nicht in der Lage, die ‚Tagesschau‘ abends zu sehen.“

Kölner Karneval sicherte Synagoge am 11.11. – „Konfetti ist bunt und nicht braun“

Dennoch kam es bei der Sessionseröffnung zu einem Zwischenfall: Auf der Zülpicher Straße – nur wenige Gehminuten von der Synagoge – sei es laut Medienberichten zu „Führer“-Rufen und einem Hitlergruß gekommen. Spontan setzte darum auch der traditionelle Kölner Karneval ein Zeichen. Mehrere Mitglieder verschiedener Karnevalsgesellschaften versammelten sich innerhalb kürzester Zeit für eine Mahnwache vor der Synagoge, um das Gebäude und Jüdinnen und Juden in Köln zu schützen.

Fotos der Aktion wurden innerhalb kürzester Zeit auf Social-Media tausendfach geteilt. „Konfetti ist bunt und nicht braun! Für rechte Gesinnung und Nazi-Sprüche ist kein Platz in Köln“, erklärte Festkomitee-Präsident Christoph Kuckelkorn die Aktion im Nachgang. (jw)

Rubriklistenbild: © Future Image/Imago

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