Beim Karnevalsstart

Nach angeblichem Nazi-Eklat am 11.11. in Köln: Jetzt äußert sich die Polizei

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Der 11.11. auf der Zülpicher Straße in Köln wurde von einem vermeintlichen Nazi-Eklat überschattet. Polizei und Staatsanwaltschaft haben dazu jetzt Stellung bezogen.

Köln – Überfüllung, Müll, Saufgelage und Wildpinkler – die Zustände an Karneval auf der Zülpicher Straße in Köln führen seit Jahren zu Diskussionen. Auch am 11.11. 2023 zog es wieder Zehntausende auf die beliebte Feiermeile im sogenannten „Kwartier Latäng“, um den Sessionsauftakt in den Kölner Karneval zu feiern. Schon gegen 9:30 Uhr war es so voll, dass die Zugänge zur Zülpicher Straße geschlossen werden mussten.

In diesem Jahr sorgte aber noch ein weiterer Vorfall für Aufsehen: Am Vormittag des 11.11. soll es mitten im Gedränge zu einem Nazi-Eklat auf der Zülpicher Straße gekommen sein. Der Express berichtete von „Führer“-Rufen und einem Hitlergruß. „Wir haben davon gehört und prüfen das“, sagte ein Polizeisprecher am 11.11. auf 24RHEIN-Nachfrage. Jetzt haben sich Polizei und Staatsanwaltschaft zu dem Vorfall geäußert – und sehen „keine strafrechtliche Relevanz“.

Vermeintlicher Nazi-Eklat „eine nicht strafbare Geschmacklosigkeit“

Was war passiert? Ein Mann soll auf der Zülpicher Straße auf eine Straßenlaterne geklettert sein und zweimal seinen linken Arm den Feiernden am Boden entgegengestreckt haben. Ein entsprechendes Video verbreitete sich danach in den sozialen Medien. Für Polizei und Staatsanwaltschaft steht aber fest: „Das auf dem Video abgebildete Verhalten hat keine strafrechtliche Relevanz. Insbesondere zeigt der ‚Laternenmann‘ nicht den Hitlergruß, sondern hebt den für einen Hitlergruß ‚falschen‘, nämlich den linken Arm zu einer bloßen Jubelgeste, offenbar um sich für den ‚Erfolg‘ seiner fragwürdigen und leichtsinnigen Aktion feiern zu lassen“, erklärt Oberstaatsanwalt Ulf Willuhn am Montag (13. November).

Und weiter: „Auch der aus den Reihen der Zuschauer stammende Zuruf ‚der Führer begrüßt‘ stellt für sich gesehen keine verbotene Parole, sondern eine nicht strafbare Geschmacklosigkeit dar.“

Vor allem auf der Zülpicher Straße war es am 11.11. in Köln extrem voll.

Vorfall dürfte sich für die Polizei erledigt haben

Polizeisprecher Wolfgang Baldes ergänzt, dass man bei derartigen Aktionen und Äußerungen immer davon ausgehen müsse, dass sie gefilmt und öffentlich verbreitet werden. „Was dann passiert, liegt nicht mehr in der Hand derer, die so etwas in einem unbedachten Moment vielleicht witzig finden und sich feiern lassen. Das sieht nämlich nicht jeder so.“

Der Laternenkletterer konnte nach einem Hinweis inzwischen identifiziert werden. „Jemand hat ihn auf dem Video erkannt. Zu dem jungen Mann liegen keine polizeilichen Erkenntnisse vor, die eine rechte Gesinnung nahelegen“, so Baldes weiter. Der Ruf „der Führer begrüßt“, der aus der Menge kam, konnte hingegen keiner bestimmten Person zugeordnet werden. Somit dürfte sich der Vorfall für die Polizei erledigt haben. (bs/ots) Fair und unabhängig informiert, was in Köln, Düsseldorf und NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Rubriklistenbild: © Thomas Banneyer/dpa

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