Übergangslösung

MVG trennt sich von Subunternehmen – Auswirkungen auf innerstädtischen Schülerverkehr

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Die Schüler der Grundschule Lösenbach pendeln täglich zur Kaiserallee.
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Dass sich die MVG von einem Subunternehmen trennt, hat Folgen für die Schüler der Grundschule Lösenbach. Auf sie kommt eine Neuerung zu. Sie betrifft den Bustransfer der Kinder.

Lüdenscheid – Zweieinhalb Jahre nach Schließung der Grundschule Lösenbach gibt es zwar noch immer keinen Termin für den Abriss. Trotzdem ist eine Lösung für die Anbindung von Schwimmhalle und Turnhalle an eine autarke Energie- und Stromversorgung, die die ZGW Anfang der Woche für den Januar in Aussicht gestellt hat, nicht die einzige Neuerung, die der Januar in der Causa Grundschule Lösenbach bringen wird.

Innerstädtischer Schülerverkehr: MVG trennt sich von Subunternehmen

Neu ist auch, dass die Schülerinnen und Schüler der Grundschule sich an neue Busse gewöhnen müssen. Nach zweieinhalb Jahren wird die Liaison zwischen Märkischer Verkehrs-Gesellschaft und dem Subunternehmen Benninghoff-Reisen aus Wiehl zum Jahresende vor der Zeit beendet.

Die MVG bestätigte auf Anfrage, dass Benninghoff-Reisen diese Aufgabe nicht weiter übernehmen wird. „Es hat unterschiedliche Auffassungen über die Vertragsmodalitäten gegeben“, erklärt die MVG-Pressestelle auf Anfrage. Mehr Auskünfte gibt es nicht. Wohl aber darf vermutet werden, dass es sich nicht um kleinere Meinungsverschiedenheiten gehandelt haben dürfte, denn eigentlich ist die MVG auf jeden Subunternehmer angewiesen, um alle Aufgaben erfüllen zu können. 

Manchmal klappt es trotzdem nicht. So musste sich die MVG zuletzt mächtig strecken, um noch Transfermöglichkeiten für die Reichwein-Gesamtschüler zum Sportunterricht am Ausweichstandort Stadtpark bereitstellen zu können. Und dies längst nicht in dem Maße, das wünschenswert gewesen wäre. Mit dem Reichwein-Sonderfall und den Schultransfers von der Lösenbach zur Kaiserallee und von der Westschule an der Kölner Straße zur Kalve sind die Sonderaufgaben aktuell vielfältig. Mit dem Ausfall des Unternehmens aus Wiehl wird es mithin noch enger werden.

Wiehler Unternehmen organisierte Fahrten zum Ausweichquartier

Benninghoff-Reisen hatte sich im Mai 2022 auf die Ausschreibung hin gemeldet und danach quasi in Eigenregie die Schülerinnen und Schüler von der Lösenbach zur alten Albert-Schweitzer-Schule an der Kaiserallee gebracht. „Es müssen schultäglich vier Busse mit jeweils mindestens 55 Sitzplätzen eingesetzt werden. Es handelt sich um Fahrten zwischen dem Stamm-Schulort und dem Ausweichquartier der Grundschule Lösenbach. Zusätzlich sollen die Fahrzeuge für Sport- und Badefahrten auf dem Gebiet der Stadt Lüdenscheid zum Einsatz kommen“, stand seinerzeit in der Ausschreibung.

Zweieinhalb Jahre ist die Grundschule Lösenbach schon geschlossen. Für die Fahrt zum Ausweichquartier an der Kaiserallee nutzen einige Schüler den Bustransfer.

Außerdem bestehe die Möglichkeit, einzelne Einsatzfahrten mit den Bussen durchführen zu können. Vier Bewerber hatte es auf die Ausschreibung gegeben, für die ein veranschlagter Gesamtwert des Auftrags von mehr als 1,5 Millionen Euro vorgegeben worden war.

Drei Unternehmen sollen sich Lösenbach-Bustransfer teilen

Die Stadt trägt den Bustransfer der Gesamtschüler bekanntlich, bei dem bei rund zehn Monaten im Jahr überschlägig 500.000 Euro im Haushalt allein für die Buskosten anfallen. Eine Summe, wegen der Kritiker immer wieder auf Tempo bei Abriss und Neubau gedrängt hatten. Schon allein, um diese Buskosten nicht länger als nötig aufbringen zu müssen. Benninghoff-Reisen jedenfalls hatte die Aufgabe mit großer Akribie erfüllt. Um auch kurzfristig handlungsfähig zu sein bei Ausfällen, hatte das Unternehmen in einem Container ein mobiles Benninghoff-Büro eingerichtet.

Nun kann dieses Büro abgebaut werden. Die MVG bestätigte auf Anfrage, dass sich ab Januar drei Unternehmen zunächst den Bustransfer der Lösenbach-Grundschüler teilen werden, allesamt bewährte Partner der MVG. Die MVG setzt bei 50 Prozent der gesamten Fahrten der MVG auf Privatunternehmen. Ohne sie gehe es gar nicht. Diese Unternehmen müssen denselben Standard wie die MVG gewährleisten.

Ausschreibung geplant: Neues Modell nur eine Übergangslösung

Im Fall der Lösenbach-Grundschüler werden nach Unternehmensangaben ab Januar die Busse von Manß-Reisen aus Lüdenscheid, Schulbusse Busch aus Halver und Michels Touristik aus Neuenrade fahren.

Da dies an anderer Stelle Lücken reißen wird, ist dieses Modell aber nur eine Übergangslösung. „Parallel wird es eine Ausschreibung fürs neue Schuljahr geben“, kündigt die MVG-Pressestelle an. Es wird mithin ein Benninghoff-Nachfolger gesucht. Da die alte Schule bisher nicht einmal abgerissen ist, wird auch auf diesen Nachfolger noch eine ordentliche Auftragsdauer zukommen.

Die Vorgänge rund um die Grundschule Lösenbach sorgten in den vergangenen Monaten immer wieder für Schlagzeilen, unter anderem forderte die CDU wiederholt die Klärung der Schwarzbau-Vorwürfe. Darüber hinaus brachten bei einem Info-Abend auf dem Schulhof der stillgelegten Grundschule einige Eltern der Lösenbach-Grundschüler kürzlich ihren Ärger zum Ausdruck.

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