- VonUlrich Willeschließen
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Wenn es um das St.-Josef-Krankenhaus geht, sind in Diskussionen immer Kontroversen programmiert. Das war auch während der jüngsten Ratssitzung im Kurhaus nicht anders.
Bockum-Hövel - Der Rat musste die Bebauungsplanänderung für den Bereich beschließen – dort gilt zurzeit noch als einzige Nutzung: Krankenhaus – damit ein potenzieller Investor das Areal überhaupt erst entwickeln kann.
CDU: „Haben jetzt eine Antwort.“
Den Auftakt machte der stadtentwicklungspolitische Sprecher der CDU, Peter Scholz. An dieser Stelle solle mit der Bebauungsplanänderung die medizinische Versorgung verbessert und bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden, umriss Scholz die zentrale Idee hinter der B-Plan-Änderung. „Wir haben lange diskutiert und jetzt eine Antwort“, sagte Scholz.
Das Areal biete viel Potenzial für die Weiterentwicklung des Höveler Zentrums und biete sowohl als Praxisstandort als auch für Wohnbebauung einen sehr attraktiven Standort. Es müsse aber auch ein Weg gefunden werden, einem Investor eine wirtschaftlich umsetzbare Perspektive zu geben. Scholz reklamierte zudem für seine Partei, sie habe das Konzept, das jetzt umgesetzt werden soll, bereits 2020 verfolgt. „Die Diskussion der SPD über Erhalt oder Umnutzung des Krankenhauses hat zu einer Spaltung und Verunsicherung in der Bevölkerung geführt“, sagte Scholz.
SPD: „Lösung gefunden.“
Das konnte SPD-Ratsherr Justus Moor natürlich nicht unwidersprochen lassen, sprach gar von „Legendenbildung“. Die CDU habe damals vor allem auf Wohnungsbau gesetzt, das sei etwas völlig anderes als das, was die Ampelkoalition jetzt mit der Bebauungsplanänderung bewirken wolle. Oberbürgermeister Marc Herter und der ehemalige Bezirksbürgermeister Hartmut Weber seien zudem die ersten und einzigen gewesen, die auf die Krankenhausgesellschaft zugegangen seien, um Möglichkeiten zum Erhalt des Krankenhauses zu besprechen. „Ja, es hat nicht geklappt. Um so wichtiger ist es jetzt, eine Lösung für das Areal zu finden, die sich die Bockum-Höveler wünschen“, sagte Moor.
FDP: „Unfassbar viele Chancen“
FDP-Ratsherr Ingo Müller stieß in das gleiche Horn. „Die Bockum-Höveler wissen, dass das Krankenhaus nicht erhalten werden kann. Die Bockum-Höveler wollen jetzt, dass dort etwas Neues entsteht“, sagte er. Die Beschlussvorlage zur Bebauungsplanänderung soll dazu dienen, das Höveler Zentrum vielfältig aufzuwerten. Zudem brach Müller eine Lanze für die Heessener Barbara-Klinik. „Die medizinische Versorgung für Bockum-Hövel und für ganz Hamm ist durch die Entwicklung der Barbara-Klinik verbessert worden“, sagte er. Die Bebauungsplanänderung für das Bockum-Höveler Areal biete „unfassbar viele Chancen“, um das Höveler Zentrum aufzuwerten.
AfD: „Freie Hand für Investor“
Völlig anders sah das – wie schon in der Bezirksvertretung Bockum-Hövel – AfD-Ratsherr Georg Schroeter die Situation. Erneut warf er einen Blick in die Geschichte. Das Krankenhaus sei ursprünglich ein Geschenk an die Gemeinde gewesen, bezweifelte er die heutigen Eigentumsverhältnisse. Mit der Änderung des Bebauungsplanes gebe man ein Pfund aus der Hand, gegenüber einem Investor in konkrete Verhandlungen zu treten. So würden einem Investor Tür und Tor geöffnet, um seine profitablen Ideen umzusetzen. „Und das wird in erster Linie Wohnungsbau sein. Denn nur damit kann man auch Gewinne machen“, ist Schroeter überzeugt.
Die Bebauungsplanänderung wurde vom Rat letztlich mehrheitlich – mit 46 Ja- und 6 Nein-Stimmen – beschlossen.
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