- VonUlrich Willeschließen
Spätestens seit das St.-Josef-Krankenhaus leergezogen wurde, dürfte jedem Bockum-Höveler klar geworden sein, dass das heimische Krankenhaus keine Zukunft mehr hat. Die gesamte Krankenhausfläche – immerhin gut 2,1 Hektar groß – soll aber eine Zukunft haben.
Bockum-Hövel - Diese soll mit dem Bebauungsplan „06.099 – St. Josef Areal“ gesichert werden, den jetzt Oberbürgermeister Marc Herter, Stadtbaurat Andreas Mentz und Bezirksbürgermeister Klaus Jendreiek vorstellten. Beschließen wird den Aufstellungsbeschluss und die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung der Rat der Stadt Hamm in seiner Sitzung am 28. März.
Bereits am 8. März (17 Uhr im Bürgeramt) wird der Bebauungsplan aber in der Bezirksvertretersitzung in Bockum-Hövel diskutiert und empfohlen.
Gesundheitsversorgung soll abgesichert werden
„Wir wollen mit dem Bebauungsplan den kommunalen Gestaltungsanspruch deutlich machen“, sagte der Oberbürgermeister. Ein wichtiger Aspekt sei dabei in der öffentlichen wie in der politischen Diskussion gewesen, dort Einrichtungen der Gesundheitsversorgung anzusiedeln. „Das wollen wir unter anderem mit dem Bebauungsplan absichern“, so Herter.
Aber auch Pflegeeinrichtungen, Kinderbetreuung und Wohnungsbau sollen auf dem Areal möglich sein. Der Bebauungsplan sei kein Plan, um Investoren abzuschrecken. „Er ist vielmehr eine Gesprächseinladung für einen Investor“, sagte Herter. „Ich bin froh, dass der Bebauungsplan eine so große Vielfalt ermöglicht. Das ist ein Projekt, das Bockum-Hövel nach vorne bringen wird“, sagte auch Bezirksbürgermeister Klaus Jendreiek.
Mentz: „Die Würfel für das Krankenhaus sind gefallen“
Stadtbaurat Andreas Mentz betonte ebenfalls, dass die Nutzungsmöglichkeiten sehr weit gefasst worden seien und eben jetzt im neuen Bebauungsplan endlich auch festgesetzt werden könnten. Er erklärte aber einer reinen Wohnbaunutzung an der Stelle eine klare Absage. „Das wird der Bebauungsplan nicht zulassen.“
Es werde im St.-Josef-Areal ein faires Spektrum ermöglicht, das auch am Markt umsetzbar sein wird. „Wir müssen jetzt nach vorne gucken. Die Würfel für das Krankenhaus sind gefallen. Wir sollten jetzt das bestmögliche für das Areal und für Bockum-Hövel herausholen“, sagte Mentz.
Krankenhaus-Gebäude großes Handicap - Abriss wahrscheinlich
Größtes Handicap für einen potenziellen Investor sei vor allem das Bestandsgebäude, sagte Mentz. Eine Nachnutzung oder Sanierung des Gebäudes werde es voraussichtlich nicht geben. Zum einen sei der Sanierungsstau enorm, zum anderen seien die Kosten unkalkulierbar. „Der Abriss des Gebäudes ist da weitaus wahrscheinlicher“, so der Stadtbaurat.
Aber auch hier sei die fachgerechte Ausführung und Entsorgung ein großer nicht weniger unkalkulierbarer Kostenfaktor. „Die Zeiten fürs Bauen sind komplizierter geworden“, sagte Mentz. Allein in den vergangenen zwei Jahren seien die Baukosten um 34 Prozent gestiegen. „Und niemand kann sagen, was in zwei Jahren sein wird. Es gibt viele Unwägbarkeiten.“
Neues soll in die bestehende Struktur integriert werden
Grundsätzlich muss der neue Bebauungsplan auch aufgestellt werden, weil das Plangebiet zurzeit noch als Fläche für den Gemeinbedarf mit der Zweckbestimmung Krankenhaus ausgewiesen ist. Um aber weitere Nutzungsmöglichkeiten der Fläche zu ermöglichen, soll es künftig als Mischgebiet/Wohngebiet ausgewiesen werden. Das soll aber noch konkretisiert werden.
Wichtiger Aspekt: Der Bebauungsplan soll darauf abzielen, die neuen Nutzungen städtebaulich sinnvoll und spannungsfrei in die vorhandenen Strukturen – also die Nachbarschaft – zu integrieren.
