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Ursprünglich wollte der Lippeverband Ende Juli mit den Arbeiten des Stauraumkanals hinter dem Hamtec fertig sein. Nun hoffe man auf eine Fertigstellung im November.
Hamm-Norden – Die Großbaustelle im Schatten des Bahndamms wird noch einige Zeit länger als geplant für tiefe Gräben am Ende der Philipp-Reis-Straße sorgen. Für den neuen Stauraumkanal im Hammer Norden wird demnächst sogar noch tiefer ausgebaggert, denn ausgerechnet Wasser, das hier eigentlich abgeleitet werden soll, behindert die Arbeiten. Und das war schon vor dem Starkregen am Sonntag der Fall.
„Es ist zu erwarten, dass sich die Bauzeit bis in den November verlängert“, teilt Ilias Abawi, Leiter der Abteilung Kommunikation und Marketing bei der Emschergenossenschaft/Lippeverband (EGLV), mit. Eigentlich sollte der Stauraumkanal hinter dem Hamtec schon Ende Juli fertig sein – und selbst der November-Termin könnte noch ins Wanken geraten.
Hamm: Grundwasser sorgt für viele Probleme
„Zuströmendes Grundwasser stört die Bauarbeiten zur Kanalverlegung nachhaltig“, erläutert Abawis Kollegin Meike Delang das Problem. Daher könnten die Arbeiten im aufgebuddelten Erdreich nicht wie geplant durchgeführt werden. Das zieht eine ganze Reihe an Maßnahmen nach sich, die zu der großen Verzögerung führen.
„Nun ist erforderlich geworden, eine Grundwasserabsenkungsanlage zu installieren“, so Delang. Das bringt den Zeitrahmen endgültig durcheinander, denn weil dazu rund sieben Meter tief in den Untergrund gebohrt werden muss, seien im Vorfeld Kampfmittelsondierungen durchzuführen. Schon jetzt war die Rede davon, dass 3500 Kubikmeter Erde am Rand der Tennisanlage des HTC Hamm, der nun über einen Paddelplatz verfügt, aufgehäuft sind. Nun müssen Planungen und Absprachen neu getätigt werden. Derzeit überarbeite der vom EGLV beauftrage Unternehmer den Bauzeitenplan, sagt Abawi.
Erneute Kampfmittelsondierungen stehen am Hamtec an
Die Sondierungen sind mittlerweile abgeschlossen, allerdings laufe aktuell die Auswertung, wie Abawi mitteilt: „Das Ergebnis kann erfahrungsgemäß erheblichen Einfluss auf die Bauzeit haben“. Ein positiver Befund würde wohl zu weiteren Verzögerungen führen, allein bis ein Termin zur Bombenentschärfung gefunden ist.
Schon vor Baubeginn war das Gebiet, in dem gegraben wird, auf Kampfmittel untersucht worden. In der Nähe des Bahnhofs gab es damals zwei Verdachtsfälle von Blindgängern, einmal wurde entschärft, einmal war es falscher Alarm.
Moderne Entwässerungsanlage hinter dem Hamtec soll Geld sparen und ökologisch sinnvoll sein
2,8 Millionen investiert die EGLV in die Entwässerung hinter dem Hamtec und ersetzt den 60 Jahre alten Regenüberlauf durch ein wesentlich moderneres System. Wo bisher im Mischsystem entwässert wurde, wird künftig sauberes Regen- vom dreckigen Abwasser getrennt. So wird unnötige Arbeit vermieden, Geld gespart, und außerdem sei es ökologisch sinnvoll, weil das Regenwasser in die Lippe fließen kann.
Gleichzeitig wird die Kläranlage an der Römerstraße bei Starkregen entlastet, weil ein Rückhaltevolumen von 363 Kubikmetern geschaffen wird. Dadurch kann das Ablaufen zeitlich verzögert werden, wenn der Wasserzulauf zu groß wird. Auf 210 Meter werden zudem die Rohre ersetzt, erhalten dabei ein Nenndurchmesser von 140 Zentimetern.
Eine Baustelle mit vielen Verzögerungen
Bereits gleich zu Beginn der Maßnahme hatte es erste Verzögerungen gegeben. Aus dem ursprünglichen Starttermin Mitte Oktober war wegen erst später durchgeführten Baumrodungen ein Monat später geworden. Dementsprechend war Mai 2023 als erster genannter Fertigstellungstermin nicht zu halten gewesen.
Als dann anschließend mit den Arbeiten im Erdreich begonnen wurde, mussten die Verantwortlichen davon Abstand nehmen, das Loch mit Spritzbeton zu stabilisieren. Der Boden war dafür zu feucht, weswegen Spundwände zum Einsatz kamen. Auch in diesem Zusammenhang rückte der Kampfmittelräumdienst wieder an – ohne Treffer. Obwohl Frost und Niederschläge im Winter weitere Verzögerungen mit sich brachten, waren die Verantwortlichen noch Anfang Mai guter Dinge, den Zeitplan, nun Juli, einhalten zu können. Das Grundwasserproblem warf diese Pläne allerdings endgültig über den Haufen.
Bei Bombenfund in Hamm: Behinderungen des Bahnverkehrs
Ein Bombenfund an dieser Stelle könnte bei der Entschärfung für Behinderungen des Bahnverkehrs führen. Von den Arbeiten am Stauraumkanal selbst sind jedoch nur wenige Menschen betroffen, eigentlich lediglich die Mitglieder des HTC. Die sich ohnehin schon nicht in einem guten Zustand befindliche Philipp-Reis-Straße hat durch den Bauverkehr noch mehr gelitten. Deshalb versichert Meike Delang: „Nach Beendigung der Maßnahme wird die Straße in Absprache mit der Stadt Hamm selbstverständlich wieder hergestellt.“
Eine andere Baustelle hat sich nun am Erlebnisraum Lippeauen aufgetan. Durch die jahrelange Nutzung durch Maschinen muss der Eingang repariert werden.
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