Dritte Stadt in NRW

Reaktion auf Messer-Kriminalität: Waffenverbote und Videoüberwachung in Hamm

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Eine Waffenverbotszone soll die Hammer Meile sicherer machen.
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  • Alexander Schäfer
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Hamm bekommt als dritte Stadt in NRW eine Waffenverbotszone. Auch die Videoüberwachung wird ausgeweitet. Das ist eine Reaktion auf die steigende Messer-Kriminalität.

Hamm - Hamm wird die dritte Stadt in Nordrhein-Westfalen mit Waffenverbotszonen. Auf der „Meile“ dürfen ab dem nächsten Wochenende keine Waffen und bestimmte Messer mehr getragen werden. Eine weitere Zone am Hauptbahnhof soll folgen. Innenminister Herbert Reul hat dazu in Düsseldorf Stellung bezogen. Auch personenbezogene Waffenverbote werden in Hamm umgesetzt.

Innenminister richtet Waffenverbotszonen in Hamm ein

Bisher gibt es Waffenverbotszonen in Düsseldorf und Köln. Die hätten sich bewährt, heißt es in einem Konzeptpapier des Innenministeriums, das wa.de vorliegt. Deshalb werde nun auch die Polizei in Hamm davon Gebrauch machen, und zwar in einem Ausgehviertel. Gemeint ist hier die Südstraße (“Meile“).

Eine weitere Waffenverbotszone soll am Hauptbahnhof eingerichtet werden. Hier läuft allerdings noch eine Prüfung durch die Hammer Polizei, die in Kürze abgeschlossen sein soll. In beiden Bereichen gibt es bereits eine Videoüberwachung durch die Polizei.

Waffenverbotszonen ermöglichen es der Polizei, strengere Verbote für Waffen und bestimmte Messer anzuordnen und ohne besonderen Anlass zu kontrollieren. In Düsseldorf ist das in der Altstadt der Fall, in Köln an den Ringen. In Köln wurden 6000 Menschen kontrolliert dabei wurden 50 Messer sichergestellt.

Reaktion auf Messer-Kriminalität: In Hamm werden Waffenverbotszonen eingerichtet

Die Waffenverbotszone auf der „Meile“ soll ab dem Wochenende gelten, und zwar jeweils in den Nächten von Freitag auf Samstag und von Samstag auf Sonntag, jeweils von 18 bis 6 Uhr. Der Bereich umfasst die Südstraße vom Marktplatz bis zum Ostring und den Santa-Monica-Platz.

Hier wird die Waffenverbotszone in Hamm.

In dieser Zeit ist – über die bestehenden gesetzlichen Regelungen hinaus – das Mitführen von sämtlichen Waffen wie Reizstoffsprüh- oder Elektroimpulsgeräten und Messern mit einer feststehenden oder feststellbaren Klingenlänge von mehr als vier Zentimetern verboten. Von dem Verbot ausgenommen sind Anwohner, Gastro-Mitarbeiter oder auch Handwerker. Wer gegen das Verbot verstößt, muss mit einer Geldbuße von bis zu zehntausend Euro rechnen.

„Wir werden die Einhaltung der Waffenverbote im Bereich rund um die Südstraße kontrollieren und bei Verstößen konsequent einschreiten“, kündigt der Leiter der Polizeiwache Mitte, Christopher Grauwinkel, an.

Steigende Messer-Kriminalität: Personenbezogene Waffenverbote in Hamm

Die Polizei Hamm hat zudem 39 Personen aus Hamm den Besitz von erlaubnisfreien und erlaubnispflichtigen Waffen untersagt („Waffenverbot im Einzelfall“ nach dem Waffengesetz). Um alle rechtsstaatlichen Mittel zur Bekämpfung von Gewaltkriminalität auszuschöpfen, werden im Rahmen des speziellen Konzepts zur Verhinderung von Messergewalt zudem Waffentrageverbote für einschlägig in Erscheinung getretene Personen nach dem Polizeigesetz angeordnet.

Diese Maßnahme ist umfassender als das Waffenverbot nach dem Waffengesetz. Der Fokus dieser Anordnung zielt insbesondere auf Messer aller Art, Reizstoffsprühgeräte und gefährliche Gegenstände wie Äxte, Beile oder Hammer ab. Aktuell soll das Verbot bei rund 20 Personen ausgesprochen werden. Bei Verstoß beginnen die Zwangsgelder bei 250 Euro.

Ausweitung der Videoüberwachung in der Innenstadt

Die Hammer Polizei erweitert auch ihre Videoüberwachung in der Innenstadt. Seit April werden die Südstraße und das Umfeld des Hauptbahnhofs überwacht, jetzt soll das Westentor folgen. Geplant sei das „in nächster Zeit“, sagte ein Polizeisprecher. Einen festen Termin gebe es aber noch nicht.

Landesinnenminister Herbert Reul hat am Mittwoch in Düsseldorf einen Plan gegen Messergewalt vorgestellt. Das Konzept und der Pressetermin waren bereits vor dem Anschlag von Solingen geplant. Reul möchte die Messergewalt in NRW mit einem Zehn-Punkte-Sofortprogramm eindämmen. Neben der Einrichtung von Waffenverbotszonen soll es auch Präventionen in Unterbringungseinrichtungen und vermehrte Videoüberwachung geben.

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