Von einer „arbeitsintensiven“ Silvesternacht berichtet die Polizei in Hamm. 122 Einsätze zählten die Beamten bis zum Neujahrsmorgen.
Hamm - Auffällig, so heißt es in der Mitteilung der Polizei in Hamm, war die erhöhte Anzahl von Brandeinsätzen mit Silvesterbezug, wobei insbesondere Hecken und Mülltonnen durch das Abbrennen von Pyrotechnik betroffen waren. Unter anderem kam es zu einem Dachstuhlbrand auf der Hülseistraße. Es entstand Gebäudeschaden.
Auf der Hammer Straße kam es in Höhe der Einmündung „An den Fördertürmen“ zu einem Verkehrsunfall mit einer leicht verletzten Person.
Silvesternacht in Hamm: 18-Jähriger greift auf Bachstraße Beamte an
Insgesamt wurden in der Silvesternacht vier Polizisten im Verlauf von Einsätzen auf der Bachstraße sowie auf der Hammer Straße verletzt. Im Rahmen des Einsatzes auf der Bachstraße wurden am frühen Neujahrsmorgen zwei Polizeibeamte von einem 18-Jährigen angegriffen und verletzt. Gegen 1.22 Uhr waren die Beamten wegen eines vorausgegangenen Körperverletzungsdeliktes zum Einsatzort gerufen worden. Ein 33-jähriger Polizeibeamter wurde von dem Aggressor unvermittelt attackiert und mit Schlägen traktiert. Der aus Hamm stammende Teenager, der die eingesetzten Polizeibeamten fortwährend beleidigte, nötigte und bespuckte, wurde in Polizeigewahrsam gebracht.
Er leistete erheblichen Widerstand gegen die polizeilichen Maßnahmen. Hierbei wurde eine 28-jährige Polizeibeamtin ebenfalls angegriffen. Der Beamte und die Beamtin begaben sich in ein Hammer Krankenhaus, von wo sie nach ambulanter Behandlung wieder entlassen werden konnten. Sie waren nicht mehr dienstfähig. Tat beteiligt war auch eine 16-Jährige aus Hamm, die von eingesetzten Beamten an dem Versuch gehindert werden musste, den Aggressor während der Durchführung der polizeilichen Maßnahmen zu befreien. Eine unbestimmte Anzahl von Personen hatte sich zwischenzeitlich mit dem 18-Jährigen solidarisiert.
Silvesternacht in Hamm: Brüderpaar auf der Hammer Straße attackiert Beamte
Im Rahmen eines Einsatzes auf der Hammer Straße wurden zwei Polizeibeamte von einem Bruderpaar gemeinschaftlich genötigt und im Rahmen von Widerstandshandlungen attackiert. Gegen 2.25 Uhr waren die Beamten wegen eines vorausgegangenen Körperverletzungs- und Sachbeschädigungsdeliktes zum Einsatzort gerufen worden. Während der Befragung des 38-jährigen Tatverdächtigen aus Hamm zeigte sich dieser feindselig gegenüber den Beamten. Als der Aggressor gefesselt werden sollte, kam dessen 42-jähriger Bruder hinzu. Dieser führte einen Pitbull mit und wurde er von dem mittlerweile fixierten 38-Jährigen aufgefordert, den Hund gegen die Beamten einzusetzen.
Eine 38-Jährige solidarisierte sich mit dem Bruderpaar und versuchte, die Verhinderung polizeilicher Maßnahmen zu unterstützen. Mit Hilfe weiterer eingesetzter Beamten gelang es, den Enddreißiger zu fixieren und in das Polizeigewahrsam zu bringen. Hierbei erlitten zwei eingesetzte Beamte leichte Verletzungen. Gegen sämtliche Tatbeteiligte wurden strafrechtliche Ermittlungsverfahren, u.a. wegen Widerstands, Körperverletzung und versuchter Gefangenenbefreiung, eingeleitet.
Es wurden in der Nacht insgesamt drei Strafanzeigen wegen „Widerstands gegen Polizeibeamte“ gefertigt. Über den Jahreswechsel kam es außerdem zu 13 Körperverletzungsdelikten. Drei Personen kamen wegen unterschiedlichen Delikte vorübergehend in Polizeigewahrsam. Die Polizei sprach insgesamt sieben Platzverweise aus. In zwei Fällen schritten die Beamten wegen des Abbrennens eines nicht erlaubten Feuerwerks ein, 12 Einsätze fuhren sie wegen Sachbeschädigung.
In ganz NRW sorgte die Silvesternacht für hunderte Einsätze von Polizei und Feuerwehr. Mehrere Personen wurden durch Feuerwerk verletzt. Ein Mann schwebt in Lebensgefahr.
Zu unschönen Szenen kam es in der Neujahrsnacht in Hagen, wo zusammengeschobene Mülltonnen brannten. Zu einem Feuerwehr-Einsatz kam es außerdem auf dem Gelände der Krombacher-Brauerei in Kreuztal.
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