VonEva Burghardtschließen
Ein Dorf im Ruhrgebiet, das die Zeit stillstehen lässt. Westerholt, mit engen Gassen und Fachwerkhäusern, ist ein Ort, der Geschichten erzählt.
Herten – Mitten im Ruhrgebiet (NRW), nordwestlich von Gelsenkirchen und Essen, liegt ein kleines Dorf. In der Altstadt von Westerholt schleichen die Besucher durch enge, kleine Gassen zwischen den Fachwerkhäusern hindurch. Der ganze Dorfkern steht unter Denkmalschutz. Und natürlich gibt es noch ein altes Schloss. Westerholt, ein Ortsteil von Herten im Kreis Recklinghausen, ist wie eine Zeitkapsel, direkt hinein in längst vergessene Zeiten. Der Ort ist über tausend Jahre alt.
Westerholt im Ruhrgebiet ist ein malerischer Ort mit einer langen Geschichte
Zum ersten Mal wurde Westerholt im Jahr 1047 erwähnt, berichtet die Stadt Herten. Das war in der „Urbare“, dem Güterverzeichnis eines Klosters – in diesem Fall das Kloster in Werden. Knapp 150 Jahre später treten dann zum ersten Mal die „Herren von Westerholt“ urkundlich in Erscheinung, eine der bedeutendsten Adelsfamilien im Gerichtsbezirk Recklinghausen. Sie gehörten damals zum Hochadel. Im Ruhrgebiet gibt es einige schöne Altstädte, die einen Besuch wert sind.
Westerholt im Kreis Recklinghausen
► Westerholt ist ein Ortsteil der Stadt Herten im Kreis Recklinghausen.
► Erstmalig erwähnt wurde Westerholt in einem Güterverzeichnis des Klosters Werden im Jahr 1047.
► Aus Westerholt stammt auch das gleichnamige Adelsgeschlecht, das im Jahr 1193 erstmals erwähnt wurde.
► Ähnlich alt ist auch die Kirche St. Martinus, die wohl aus dem 14. Jahrhundert stammt.
► Rund um die Pfarrkirche im Dorfkern stehen 64 Fachwerkhäuser, die aus dem 17. Jahrhundert stammen.
► Der ganze Ortskern von Westerholt steht unter Denkmalschutz.
► Zu Westerholt gehört auch das Wasserschloss „Schloss Westerholt“, in dem sich heute ein Hotel und ein Restaurant befinden.
(Quelle: Stadt Herten)
Der Name stammt von „Holz im Westen“
Wie die Stadt Herten berichtet, stammt der Name Westerholt tatsächlich von „Holz im Westen“. Mit Westen ist in diesem Fall Recklinghausen gemeint. Der Begriff „Holz“ steht stellvertretend für „Wald“. Das Land wurde damals einem besonders treuen Vasallen, also einem freien Diener eines mächtigen Schutzherrn, geschenkt. In Herten, in der Zeche Schlägel und Eisen lagert heute übrigens Whisky mit Ruhrpott-Geschmack.
Im Ortskern von Westerholt stehen 64 Fachwerkhäuschen
Etwas jünger als Westerholt selbst ist das Schloss Westerholt, das ebenfalls unter Denkmalschutz steht. Trotzdem ist das Wasserschloss mit seinem romantischen Innenhof und den mit Stuck verzierten Decken nicht minder ansehnlich. Schloss Westerholt wurde im 19. Jahrhundert gebaut und im Jahr 1933 komplett renoviert. Heute finden sich in dem prunkvollen Gebäude ein Restaurant und ein Hotel. Nebenan gibt es einen Golfplatz.
Im Ortskern von Westerholt steht die Kirche St. Martinus, die wohl aus dem 14. Jahrhundert stammt. Rundherum finden sich 64 Fachwerkhäuschen aus dem 17. Jahrhundert. Mit der alten Pfarrkirche, dem Stadttor und der Burganlage bilden sie die historische Altstadt. Wie die Stadt Herten berichtet, wird Westerholt wegen seiner malerischen Altstadt auch das „westfälische Rothenburg“ genannt. (ebu) Hinweis: In einer früheren Version dieses Artikels haben wir geschrieben, dass in der Altstadt von Westerholt keine Autos fahren. Das ist nicht richtig. Wir haben den Artikel dahingehend korrigiert.
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