VonJens Hippeschließen
Am Haarweg entsteht ein Logistik- und Lagerplatz für Rotorblätter und Turmelemente. Auf dem Weg zu ihrem Standort im Arnsberger Wald sollen sie dort zwischengelagert werden.
Belecke - Auf dem Weg zu ihrem vorbestimmten Platz sollen die Rotorblätter und Stahlturmelemente für die elf geplante Windräder im Arnsberger Wald auf der Haar zwischengelagert werden. Eine entsprechende vereinfachte Baugenehmigung für die Errichtung einer Logistikfläche am Haarweg, direkt an der B 55, wird Thema in der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses am Mittwoch, 9. Oktober, ab 18 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses sein. Beantragt hat sie die Windpark Rennweg Netz GmbH und Co. KG. Die Verwaltung der Stadt Warstein hat in seiner planungsrechtlichen Beurteilung zugestimmt, der Ausschuss soll den Bauantrag zur Kenntnis nehmen. „Es ist eine Fläche von etwa 100 x 120 Metern, die wir temporär gepachtet haben“, erklärt Marcel Papenfort, Projektleiter beim Windpark Rennweg.
Auf dem Gelände, das momentan Ackerfläche und postalisch der Haarweg 37 ist, soll eine Logistikfläche entstehen, auf der gleichzeitig bis zu 15 Rotorblätter und sechs Stahlturmelemente gelagert und dort dann auf Spezialtransporter, die „Bladelifter“, umgeladen werden. „Insgesamt werden über diese Fläche 33 Rotorblätter und 33 Stahlturmelemente abgewickelt“, heißt es in der Beschlussvorlage für den Ausschuss.
Hier lagern bald Windrad-Teile für den Arnsberger Wald
Die Lagerfläche soll mittels Schotter befestigt werden, in einigen Bereichen werden Stahlplatten ausgelegt. Der Oberboden, der abgetragen wird, soll seitlich gelagert werden, denn er wird nach Ende der Nutzung des Lagerplatzes für den Rückbau der Fläche wieder benötigt. „Es wird von einem Rückbau im ersten Quartal 2026 ausgegangen“, heißt es dazu in der Beschlussvorlage. „Wir bauen das komplett zurück“, versichert auch Marcel Papenfort. Mit den ersten Anlieferungen von Rotorblättern und Stahlturmelementen rechnet Papenfort für das zweite Quartal des kommenden Jahres.
Die Fläche wird mit Lkw, Mobilkränen, Rotorblatt- und Turmtransportern sowie den Bladeliftern, die per Fernbedienung gesteuert werden und mit denen die Rotorblätter von der Haar zu ihrem jeweiligen Standort am Rennweg transportiert werden, befahren. Zudem sollen mehrere Container mit Material aufgestellt werden.
Die Verwaltung der Stadt Warstein hat dem Vorhaben in ihrer planungsrechtlichen Beurteilung zugestimmt, weil das Vorhaben im Außenbereich liegt und der Windenergie dient. „Gemäß §35 Abs. 1 Nr. 5 sind Vorhaben zulässig, wenn sie der Erforschung, Entwicklung oder Nutzung der Windenergie dienen“, schreibt die Verwaltung und ergänzt: „Da es sich um eine Nebenanlage handelt, ist diese ebenfalls privilegiert.“ Weitere Punkte, wegen derer die Zustimmung erteilt wurde: Bei dem Vorhaben handele es sich um keine dauerhafte Errichtung, zudem sei die Erschließung gesichert.
Neben der Logistikfläche liegt dem Stadtentwicklungsausschuss ein weiterer vereinfachter Bauantrag in Zusammenhang mit dem Windpark Rennweg zur Kenntnisnahme vor. So möchte die UW Belecke GmbH & Co. KG im Drewerweg in Belecke das Umspannwerk „UW Warstein-Rennweg“ bauen. Es soll zur Einspeisung erneuerbarer Energien in das Verteilernetz der Netzbetreiber dienen. Das Vorhaben ist nach Prüfung durch die Verwaltung zulässig, da „öffentliche Belange nicht entgegenstehen, die ausreichende Erschließung gesichert ist und es der öffentlichen Versorgung mit Elektrizität dient“, heißt es in der Vorlage.
Anteile am Bürgerwindrad ab 28. Oktober
Bei der BürgerWIND Westfalen eG laufen die Vorbereitungen für die Beteiligung der Warsteiner am Windpark Rennweg. „Ab dem 28. Oktober werden die Menschen in der Region die Möglichkeit haben, Anteile an der Energiegenossenschaft und somit indirekt an einer der geplanten Windenergieanlagen am Rennweg zu erwerben“, erläutert Catharina Hoff, Vorstandsmitglied der BürgerWIND. Die Genossenschaft habe eine der elf Windräder für den Eigenbetrieb erworben, so Hoff. Die Anteile, die nur Bürger aus Warstein und seinen Ortsteilen erwerben können, haben ein Gesamtvolumen von drei Millionen Euro. Mitglied der Genossenschaft wird, wer mindestens einen Anteil im Wert von 500 Euro erwirbt. Die maximale Anlagesumme pro Mitglied liegt bei 100 000 Euro. In den letzten Jahren habe die Genossenschaft Dividenden in Höhe von rund 5 Prozent pro Jahr ausgezahlt. Die Antragsunterlagen stehen ab dem 28. Oktober auf www.buergerwind-westfalen.de bereit. Wer Hilfe beim Antrag benötigt oder kein Internet hat, kann sich an die Genossenschaft wenden, Tel. 05251/6825-719.
