VonTamara Buckenauerschließen
Nach etlichen Jahren schließt ein charakteristisches, inhabergeführtes Geschäft in einer NRW-Stadt – zur großen Trauer einer Vielzahl treuer Käufer.
Dinslaken – Immer mehr kleine, inhabergeführte Geschäfte verschwinden aus den Städten. Betroffen sind nicht nur neue Konzepte, sondern manchmal auch echte Traditionsgeschäfte. So musste zuletzt in Bergneustadt ein traditionsreiches Schreibwarengeschäft nach über 75 Jahren aufgeben oder in Dortmund eine familiengeführte Bäckerei. In Hamm verabschiedete sich kürzlich ein Reifenhandel nach über 60 Jahren, vor allem wegen Personalmangels. Auch Dinslaken verliert nun nach rund vier Jahren ein inhabergeführtes Geschäft.
Inhabergeführtes Geschäft in NRW schließt – „Es kann doch nicht wahr sein“
„Manchmal nimmt das Leben eine andere Richtung“, schreibt Denise Fahnenbruck in ihrem Abschiedspost auf Instagram. „Time to say goodbye“ – diese Worte prangen auf dem dazugehörigen Beitragsbild. Die Inhaberin eröffnete ihren Laden „Holde Maid“ im Sommer 2021, nachdem sie selbst ihre Haare verloren hatte. Aus dieser persönlichen Erfahrung heraus gründete sie ein Fachgeschäft, das zunächst Perücken aus Echt- und Kunsthaar anbot.
Der persönliche Kontakt zu den Kunden war ihr ein Anliegen, denn „Haarlosigkeit soll ein schönes Thema sein“, erklärt sie im Gespräch mit wa.de. Später erweiterte Fahnenbruck ihr Sortiment um Kleidung, Haarteile und Accessoires, sodass „Holde Maid“ schließlich zu einem vielfältigen Concept Store wurde.
Viel Herzblut, Leidenschaft und Energie habe sie in „Holde Maid“ gesteckt, noch mehr wunderbare Kundinnen kennengelernt, tolle Gespräche geführt und viel, viel gelacht, schreibt Fahnenbruck in ihrem Abschiedspost. Trotz aller Bemühungen, das Konzept an einem neuen Standort weiterzuentwickeln und auszubauen, hätten sich nicht die richtigen Möglichkeiten ergeben. An der Stadt selbst habe es nicht gelegen – jedoch habe es auch „keine wirkliche Unterstützung für kleine Labels gegeben, um neue Wege zu gehen“.
Viele Kunden betroffen– „Ich bin dankbar, dass es die Holde Maid gegeben hat“
In den Kommentaren unter ihrem Abschiedspost in den sozialen Medien herrscht viel Verständnis für die Unternehmerin. Dennoch bedauern einige Kundinnen das Aus. „Ich bin dankbar, dass es die Holde Maid gegeben hat und mir manche glücklichen Momente bereitet hat. Nun werde ich Euch erstmal vermissen“, lautet ein Kommentar. „Du wirst deinen Weg finden, das war so ein schöner Laden mit tollem Ambiente“, ein anderer.
Ist die Tür von „Holde Maid“ nun ganz zu? Die Inhaberin lässt Raum für Hoffnung: „Wer weiß, vielleicht ergibt sich irgendwann DIE Chance. Und dann packt die Maid zu.“ Zum 1. Mai wird sie jedenfalls in ein Angestelltenverhältnis wechseln, zuvor werden am Freitag, 4. April endgültig die Türen geschlossen – zum Abschluss noch einmal mit „viel Tam Tam, Sekt und Musik.“
„Räumungsverkauf“ außerdem steht in Großbuchstaben vor der Pusteblume in Hilden. Nach 33 Jahren schließt Helga Koll dort ihr Geschäft.
Rubriklistenbild: © IMAGO / mhphoto

