VonConstanze Juckenackschließen
Besonders an den Hammer Hauptschulen gibt es ein echtes Problem mit Schulabsentismus: Schülern, die einfach nicht zur Schule kommen.
Hamm – Das geht aus dem Faktencheck Bildung hervor, den die Verwaltung jüngst veröffentlichte. Demnach hatten 11 Prozent der Hauptschüler mindestens 100 unentschuldigte Fehlstunden angehäuft. Die Zahl ist deutlich gestiegen, im Corona-Schuljahr 2020/21 lag der Anteil bei 4 Prozent, im Jahr davor auf einem ähnlichen Niveau.
Auch vermehrt Probleme an den Grundschulen
Die Zahl geht aus eine Abfrage des Amtes für schulische Bildung hervor, an der sich lediglich zwei der fünf Hammer Hauptschulen beteiligten. Auch an Förderschulen fehlen offensichtlich viele Kinder, 7 Prozent hatten mehr als 100 Stunden ohne Entschuldigung gefehlt.
Besorgniserregend: Die Hammer Grundschulen haben ebenfalls vermehrt ein Problem mit Kindern, die unentschuldigt fehlen. 20 der 27 Hammer Grundschulen beteiligten sich an der Abfrage und teilten mit, dass 3,6 Prozent ihrer Schüler mehr als 100 Stunden unentschuldigt gefehlt hatten – vor vier Jahren lag der Anteil mit 0,5 Prozent der Schüler deutlich niedriger. Zu den Gründen für das Phänomen gibt es im Faktencheck keine Informationen.
An den anderen Schulformen scheint das Problem deutlich kleiner zu sein, der Anteil an Fehlstunden lag bei unter 2 Prozent.
Zahl der Bußgelder in Hamm gestiegen
Entsprechend des Absentismus’ ist die Zahl der Bußgelder wegen Schulpflichtverletzungen gestiegen. An die Eltern von Grundschülern wurden 82 Bußgeldbescheide wegen unentschuldigter Fehlstunden oder Ferienverlängerung verschickt, mehr als doppelt so viele wie 2019/20. An Hauptschulen waren es 112 (gegenüber 71), an Förderschulen 19, das sind zehn mehr als 2019/22.
Auch über die Auswirkungen der Fehlstunden gibt es keine Infos im Faktencheck – Ziel des Berichts ist ja lediglich, Informationen zusammenzutragen.
Fast jeder zehnte verlässt Hauptschule ohne Abschluss
Zu diesen Infos gehört auch die Zahl derjenigen, die die Schulen ohne Abschluss verlassen. Diese war an Hauptschulen im Schuljahr 2021/22 mit 9 Prozent der Schüler am höchsten unter allen Schulformen.
Über alle Schulformen gemittelt lag der Anteil bei 2,3 Prozent, an Gymnasien war er so gering, dass er im Faktencheck nicht ausgewiesen wird, an Realschulen lag er bei 1,4 Prozent und an Gesamtschulen bei 2 Prozent.
Immer mehr Schüler aus Hamm sprechen zu Hause vorrangig eine andere Sprache als Deutsch. Der Anteil liegt deutlich höher als im Durchschnitt in Nordrhein-Westfalen.
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