- VonJörg Beuningschließen
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In Hamm hat die Polizei zwei Jugendliche verhaftet, die eine Gärtnerei in Brand gesteckt hatten. Das hätte schlimme Folgen haben können. Ein Tatvorwurf lautet „versuchter Mord“.
Hamm - Im Rahmen umfangreicher und akribischer Ermittlungen hat die Polizei am Sonntag, 3. März, einen 18-Jährigen und einen 16-jährigen Jugendlichen aus Hamm festgenommen. Die beiden bereits polizeilich in Erscheinung getretenen Personen sind dringend tatverdächtig, am Montag, 12. Februar, eine Gärtnerei in der Menzelstraße in Brand gesetzt zu haben. Das teilte die Polizei am Dienstag mit.
Haftbefehl wegen versuchten Mordes: Jungen Brandstiftern droht lange Haftstrafe
Am Tattag waren die Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei gegen 3.40 Uhr zum Brandort ausgerückt. Ausgebrochen waren die Flammen in einem Anbau und einem Gewächshaus. Unter großem Personaleinsatz konnte die Feuerwehr ein Übertreten des Feuers auf das angrenzende Wohnhaus verhindern und den Brand löschen. Das Haus wurde aufgrund der Rauchentwicklung unbewohnbar.
Brand in Gärtnerei in Hamm-Berge




Die Staatsanwaltschaft Dortmund regte aus diesem Grund Haftbefehle wegen versuchten Mordes in Tateinheit mit besonders schwerer Brandstiftung gegen die beiden Tatverdächtigen an. Maximal könnte dies zu einer lebenslangen Haftstrafe führen. Zudem konnten die ermittelnden Beamten mit Durchsuchungsbeschlüssen diverses Beweismaterial bei ihnen sicherstellen.
„Wenn man nachts ein Gebäude anzündet, das an ein Wohnhaus grenzt, nimmt man billigend in Kauf, dass die dort wohnenden und zu dieser Zeit vermutlich verschlafenden Menschen zu Schaden kommen können“, begründet Staatsanwältin Maribel Andersson den schweren Vorwurf. „Dann kann man schon an Heimtücke denken“, sagt sie.
Die Jugendlichen wurden schließlich am Montag, 4. März, einem Haftrichter vorgeführt, der die Haftbefehle erlassen hat. Im Anschluss ging es für beide Tatverdächtigen in eine Justizvollzugsanstalt (JVA).
Brandstifter in Hamm: Jugendliche im Gartencenter festgenommen
Zur Festnahme war es am Sonntag, 3. März, nach einem Brand in einem leerstehenden früheren Gartencenter an der Werler Straße gekommen. Die jungen Hammer stehen im Verdacht, dieses Feuer gemeinsam mit einem weiteren 16-Jährigen aus Hamm gelegt zu haben.
Beim Zugriff am Sonntag im Gartencenter habe der Zufall eine Rolle gespielt, sagte die Staatsanwältin. Einer Zivilstreife waren die drei Tatverdächtigen zuvor aufgefallen. Als sich die Einsatzkräfte fußläufig zu dem Gebäude begaben und sodann Rauch und Flammen aus dem Gebäude aufsteigen sahen, alarmierten sie die Feuerwehr und weitere Verstärkungskräfte der Polizei.
In einem der Innenräume trafen Einsatzkräfte während der Löscharbeiten auf zwei 16-Jährige. Den 18-jährigen trafen die zivilen Beamten im naheliegenden Kreuzungsbereich an. Alle drei wurden in Polizeigewahrsam genommen – einer der beiden 16-Jährigen später wieder freigelassen. Ihm sei keine Mittäterschaft am Brand in der Gärtnerei vor drei Wochen nachzuweisen, so Andersson. Die Brandstiftung bei Kley sei zwar auch eine schwere Tat, aber für einen Haftbefehl reiche sie alleine nicht aus, erklärt die Anwältin.
Zeugen können sich mit weiteren Hinweisen zu den beiden Taten unter der Telefonnumer 02381/916-0 oder per Mail an hinweise.hamm@polizei.nrw.de bei der Polizei melden.
Neuerliche vorsätzlich gelegte Brände fordern die Polizei derweil in Bockum-Hövel.
Ob es einen Zusammenhang zur Brandserie Ende 2022 und Anfang 2023 in Berge und Westtünnen gibt, als unter anderem mehrere Autos brannten, wollte die Staatsanwältin nicht ausschließen. „Die Ermittlungen dauern noch an, weil Handys ausgewertet werden, so Andersson. „Es könnte aber ein Zusammenhang bestehen“, sagte sie.
