VonHannah Deckeschließen
In NRW kann es am Dienstag „ordentlich scheppern“. Schwere Unwetter mit Starkregen, Orkanböen und sogar Tornados sind möglich. Es gibt amtliche Warnungen.
- Am Dienstag, 18. Juni, herrscht in Deutschland eine Schwergewitterlage.
- Auch in NRW sind Starkregen, Hagel und sogar Orkanböen und Tornados möglich.
- Es gilt erste amtliche Warnungen vor Starkregen und starken Gewittern in vielen Regionen.
Update vom 18. Juni, 21.53 Uhr: „Ab Dienstagmittag kommt es sowohl von Südwesten als auch von den Mittelgebirgen ausgehend zu teils schweren Gewittern mit (extremem) Unwetterpotenzial“, warnt der DWD. „Dabei können sich Superzellen bilden, die mit schweren Sturmböen, teils auch Orkanböen zwischen 90 und 120 km/h und größerem Hagel zwischen 3 und 5 cm einhergehen“, heißt es in der „Vorabinformation Unwetter vor schwerem Gewitter“.
Lokal ist auch heftiger Starkregen mit Mengen um 30 l/qm innerhalb kurzer Zeit möglich – davon war auch Dortmund betroffen. Noch bis Mittwoch, 2 Uhr, gilt die „Vorabinformation Unwetter vor schwerem Gewitter“ des DWD. Dabei sind auch „vereinzelte Tornados –besonders im Westen“– möglich.
Unwetter-Gefahr in NRW: Warnung vor Starkregen und starken Gewittern
Update vom 18. Juni, 16.13 Uhr: Die Unwetter-Warnung, die der DWD um 14.22 Uhr für einige Regionen im Osten von NRW herausgegeben und eine Minute später wieder zurückgenommen hatte, war ein technischer Fehler. Das teilte ein Sprecher des Wetterdienstes auf Nachfrage von wa.de mit. Bisher habe es keine konkrete Unwetter-Warnung für Nordrhein-Westfalen gegeben. Es bleibt bei einer Warnung der Stufe 2 (markantes Wetter) vor Starkregen und starkem Gewitter, die vor allem den Norden von NRW betrifft.
Laut Kachelmannwetter gab es am Dienstagmittag gegen 14 Uhr kurz vor Düsseldorf eine „giftige Zelle mit Rotation“. Die Tornado-Gefahr sei erhöht gewesen. Ob es letztlich zu einem Tornado kam, ist ungewiss. Das Unwetter scheint am Nachmittag vor allem Hessen, Thüringen und Sachsen getroffen zu haben. Trotzdem besteht auch weiterhin in NRW die Gefahr von starken Gewittern und Starkregen.
Unwetter-Tief rauscht auf NRW zu – Warnung vor Starkregen und Tornado-Gefahr
Update vom 18. Juni, 11.53 Uhr: Für den Norden und Westen von NRW sowie das Ruhrgebiet, Teile des Bergischen Landes und den Kreis Düren hat der Deutsche Wetterdienst eine amtliche Warnung vor Starkregen herausgegeben. Es werden Niederschlagsmengen zwischen 20 und 35 Liter pro Quadratmeter in sechs Stunden erwartet. Sie gilt ab Dienstag, 15 Uhr, bis in die Nacht.
Weiterhin gilt für den Großteil von NRW eine sogenannte „Vorabinformation Unwetter“. Möglicherweise bilden sich Superzellen, „die mit schweren Sturmböen, teils auch Orkanböen zwischen 90 und 120 km/h und größerem Hagel zwischen 3 und 5 cm einhergehen“, so die Experten vom DWD. Lediglich der nördliche Teil des Kreises Steinfurt ist nach aktuellem Stand nicht von einer Unwetter-Gefahr bedroht.
Unwetter-Tief rauscht auf NRW zu – „gefährliche Mischung“ sorgt für Tornado-Gefahr
[Erstmeldung] Hamm - Es braut sich eine „gefährliche Mischung“ über Deutschland zusammen, sagt Diplom-Meteorologe Dominik Jung. Am Dienstag, 18. Juni, besteht in der Mitte des Landes ein erhöhtes Unwetter-Potenzial. Erwartet werden Starkregen, Hagel und Orkanböen auch in Nordrhein-Westfalen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) spricht von einer „Schwergewitterlage“, die sich ab dem späten Vormittag in NRW entwickeln könnte. Auch Tornados sind nicht ausgeschlossen.
„Das könnte ein sehr schadensträchtiges Ereignis werden“, so Dominik Jung in einer Prognose bei wetter.net zum Wetter am Dienstag. Von Südosteuropa würden schwülwarme Luftmassen Richtung Deutschland ziehen und hierzulande auf deutlich kühlere Luft treffen. „Die Luftmassen sind eine gefährliche Mischung“, erklärt der Meteorologe. Der Schwerpunkt des herannahenden Unwetter-Tiefs liege in der westlichen Mitte von Deutschland.
„Es kann im Tagesverlauf ordentlich scheppern“, so Jung. Laut DWD muss mit folgenden Wetter-Ereignissen gerechnet werden:
- Hagelkörner mit einer Größe bis zu 3 cm, örtlich bis 5 cm
- schwere Sturmböen um die 90 km/h bis 110 km/h, Orkanböen bis 120 km/h nicht ausgeschlossen
- Starkregen mit Mengen zwischen 20 und 35 l/qm in 6 Stunden, örtlich bis 40 l/qm in kurzer Zeit
- Tornados nicht ausgeschlossen
Das mögliche Unwetter verhagelt Fußballfans den EM-Dienstag. Mehrere Städte in NRW haben aufgrund der Prognosen das Public Viewing abgesagt.
Unwetter-Gefahr in NRW – Bildung von Tornados möglich
Wo genau und in welchem Ausmaß das Unwetter auf NRW treffen wird, ist noch unklar. Und auch die Bildung von Tornados kann nicht zweifelsfrei prognostiziert werden. Laut Dominik Jung besteht eine „erhöhte Wahrscheinlichkeit“ – was nicht bedeutet, dass ein Tornado entstehen muss.
„Ein Tornado entsteht, wenn warme, feuchte Luft auf kalte, trockene Luft trifft und dadurch starke Gewitter oder Superzellen – besonders starke und langlebige Gewitter – entstehen. Innerhalb einer Superzelle kann sich eine rotierende Aufwärtsströmung, der sogenannte Mesozyklon, bilden. Diese Rotation entsteht durch unterschiedliche Windgeschwindigkeiten und -richtungen in verschiedenen Höhen der Atmosphäre“, erklärt der Meteorologe im Gespräch mit wa.de.
Bedrückende Bilder: Wetterextreme der vergangenen Jahre in NRW




Der Mesozyklon werde durch den starken Aufwind weiter gestreckt und verstärkt. „Wenn diese rotierende Luftsäule den Boden erreicht, entsteht ein Tornado“, so Jung weiter. Dabei würden die gefährlichen Luftwirbel in ihrer Größe und Stärke zwar variieren, „können aber erhebliche Zerstörungen verursachen.“
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