Unwetter über NRW

„Mega-Blitz“ eingeschlagen - 2500 Blitze in 30 Minuten rund um Münster

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Mehrere Gewitter mit Starkregen und unzähligen Blitzen zogen in der Nacht zu Dienstag über Münster und dessen Umland. Minutenlang leuchtete der Himmel hell auf.

Münster - Das Wetter in Nordrhein-Westfalen zeigt sich am Dienstag (12. September) von einer ganz anderen Seite. Nach den heißen Sommer-Tagen warnte der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Morgen vor Unwettern mit heftigem Starkregen und Hagel in NRW. Schon in der Nacht waren kräftige Gewitter übers Land, genau genommen den Norden von Westfalen, gezogen. Vor allem in Münster und dem Umland wird es einige Menschen aus dem Schlaf gerissen haben. Der Himmel war teils minutenlang hell erleuchtet.

2500 Blitze in 30 Minuten rund um Münster – „Mega-Blitz“ eingeschlagen

„Jede Sekunde gefühlt ein Blitz“, schrieb das Portal „Münster 4 Life“ gegen 23.30 Uhr am Montagabend auf der Plattform „X“ (ehemals Twitter). Dazu wurde ein Video gepostet, das in der Tat im Sekundentakt Wetterleuchten am Himmel zeigt. Weitere Videos von X-Usern zeigen ebenfalls den „Blitzmarathon“.

Das sogenannte Stormtracking von Kachelmannwetter (Erkennung von markanten Gewitterzellen und Unwettern) erkannte zwischen 23 und 0 Uhr mehrere Gewitterzellen im Münsterland. Eine Zelle wurde gegen 23.35 Uhr südöstlich von Havixbeck registriert: mit 731 Blitzen innerhalb von 10 Minuten. Alle Zellen zogen Richtung Münster.

Das Stormtracking von Kachelmannwetter zeigt drei Gewitterzellen, die um 23.40 Uhr am Montagabend über Münsterland in Richtung Münster ziehen.

Starke Gewitter in Münster und Umgebung: Über 2500 Blitze in 30 Minuten

„Es ist schon was Besonderes, dass die Gewitter in der Nacht so blitzintensiv waren“, erklärt Kachelmann-Meteorologe Fabian Ruhnau im Gespräch mit wa.de. Zudem habe sich die Gewitterzone nicht verlagert. So seien immer wieder Gewitter über dieselbe Region gezogen. „Fast das gesamte Münsterland war von den Gewittern betroffen.“ Um Mitternacht wurden laut Ruhnau in der Stadt Münster und dem Kreis Coesfeld über 2500 Blitze in 30 Minuten gezählt. „Das ist schon sehr, sehr blitzintensiv.“

Im Sekundentakt blitzte es gegen 0 Uhr am Dienstag über dem Münsterland.

In Münster machten sich die Gewitterzellen schon bemerkbar, bevor sie das Stadtgebiet erreicht hatten – und zwar in Form von Wetterleuchten. Dabei handelt es sich um Blitze eines entfernten Gewitters, die am Himmel leuchtend aufflackern – ohne, dass der Blitz selbst gesehen wird.

Demnach werden die Menschen, die das Dauer-Flackern am Himmel über Münster aufgenommen haben, vermutlich die noch kilometerweit entfernten Blitze der Gewitterzelle bei Havixbeck beobachtet haben. Fabian Ruhnau erklärt: „Man sieht das in der Nacht sehr, sehr weit.“ Blitze in der Nacht in 100 Kilometern Entfernung zu sehen, sei „gar kein Problem“.

Starke Gewitter über Münster: „Mega-Blitz“ in Hiltrup eingeschlagen

Wenige Stunden später kamen die nächsten starken Gewitter. Gegen 3.30 Uhr traf es zunächst wieder das westliche Münsterland. Später dann zog die Zelle über Münster hinweg. Wieder blitzte es stark, es gab mehrere Einschläge. Der Blitzradar von Kachelmannwetter registrierte um 3.40 Uhr im äußersten Westen von Münster einen Erdblitz mit einer Stromstärke von 40 Kiloampere – der Definition nach ein „stabiler Dröhner“.

Laut Fabian Ruhnau kam es jedoch erst gegen 5.55 Uhr zum stärksten Blitzeinschlag in Münster. In Hiltrup schlug ein sogenannter „Wilder Hausrüttler“ mit einer Stärke von 118 Kiloampere ein – glücklicherweise nicht in ein Haus. Der Einschlag eines solchen „Mega-Blitzes“ ist nicht zu überhören und kann enorme Schäden anrichten.

Mehrere Gewitterzellen mit Starkregen über dem Münsterland

Mit den Gewittern kamen nicht nur Blitz und Donner, sondern auch Starkregen. So kamen laut Ruhnau in der Nacht 49 Liter pro Quadratmeter in Ostbevern (Kreis Warendorf) vom Himmel. In Altenberge (Kreis Steinfurt) wurden 45 Liter und in Münster bis Dienstagmorgen, 8 Uhr, 27 Liter gemessen.

In den späteren Morgenstunden am Dienstag zogen weitere Gewitterzellen über NRW. Betroffen war unter anderem die Stadt Hamm. Auch hier gab es mehrere Blitz-Einschläge, eine Unterführung und mehrere Keller liefen voll.

Rubriklistenbild: © Ulrich Wagner/imago

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