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Blitz-Gewitter über Hamm: Zentralbibliothek bleibt auch Donnerstag geschlossen

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    Constanze Juckenack

Beim Unwetter am Dienstag ist in Hamm ein Blitz in eine bekannte Gaststätte eingeschlagen, ein Sicherungskasten fing Feuer. Auch die Zentralbibliothek ist nach einem Blitzschlag geschlossen. Straßen und mehrere Keller liefen voll Wasser.

Update, 13. September, 17.35 Uhr: Die Zentralbibliothek wird noch am Donnerstag, 14. September, geschlossen bleiben. Der Grund ist nach wie vor das Dachfenster, das im Zuge des gestrigen Unwetters beschädigt wurde. Das Dachfenster befindet sich nach Angaben der Stadt direkt über dem Eingang der Zentralbibliothek. Es müsse zunächst geklärt werden, wie die Scheibe so gesichert werden kann, dass bis zur endgültigen Behebung des Schadens beziehungsweise dem Austausch der Scheibe keine Gefahr für die Besucher besteht. 

Heftige Unwetter über Hamm: Blitze schlagen an mehreren Stellen ein

Hamm - Wenige Wochen nach dem Jahrhundert-Starkregen in Hamm hat es am Dienstagvormittag erneut heftige Unwetter in Hamm gegeben. Dabei regnete es heftig, etliche Blitze waren zu sehen, manche schlugen ein. Getroffen wurden unter anderem die Zentralbibliothek, die beliebte Gaststätte Splietker und Gut Sternholz. Rund um Münster wurden sage und schreibe 2500 Blitze binnen 30 Minuten verzeichnet.

Noch am Nachmittag wurde die Dolberger Straße zwischen der Autobahn und dem Abzweig Uentrop wegen einer Überflutung voll gesperrt. Die Feuerwehr riet, den Bereich weitläufig zu umfahren. Die A2 war zwischen Beckum und Oelde zuvor bereits gesperrt worden - Fotos der überfluteten Strecke sorgten für große Aufmerksamkeit.

Heftige Regenfälle: Die nördliche Spur der Ostenallee stand unter Wasser.

Die Zentralbibliothek am Willy-Brandt-Platz muss am Dienstag und am Mittwoch geschlossen bleiben: Ein Blitz war ins Heinrich-von-Kleist-Forum eingeschlagen, dabei zerbrach eine Scheibe im Dach, wie ein Stadtsprecher mitteilte. Im Zuge des Unwetters wurde eine Sicherheitsscheibe in der Dachgaube über dem Eingang beschädigt. Am Mittwoch soll die Scheibe gesichert werden, sodass bis zur endgültigen Behebung des Schadens keine Gefahr für die Besucher bestehe, sagte ein Stadtsprecher.

Kaputt: Ein Dachflächenfenster im Heinrich-von-Kleist-Forum ist nach einem Blitzeinschlag gesprungen.

Blitz fegt Dachziegel vom Haus

Bei Splietker hörte Inhaber Hubertus Splietker gegen 10 Uhr einen Knall, als der Blitz den Altbau des Gebäudes einschlug. Sofort sei er mit einem Mitarbeiter hingeeilt, ein Sicherungskasten stand in Flammen. Splietker und sein Mitarbeiter löschten das Feuer, bevor es auf das alte Gebäude mit seinen Holzbalken übergriff. „Wir haben tierisch Glück gehabt“, sagte Splietker. „Das war ganz schön knapp.“

Feuerwehreinsatz bei Splietker: Ein Blitz ist eingeschlagen.

Die Feuerwehr war vor Ort und prüfte, ob noch irgendwo eine Gefahr bestand. Durch den Blitzschlag wurden etliche Dachziegel vom Haus gefegt. Im Altbau funktioniert der Strom aktuell nicht, die Gaststätte selbst ist aber nicht betroffen. Sie wird durch einen anderen Stromkreislauf versorgt.

Auch im Sauna-Resort Gut Sternholz in Uentrop schlug ein Blitz ein. Zwar bleibt die Anlage geöffnet, doch ist bis auf Weiteres zum Beispiel das bargeldlose Bezahlen nicht möglich.

Der Verkehr bewegte sich am Dienstagvormittag nur langsam vorwärts, wie hier im Hammer Westen.

Mutmaßlich infolge eines Blitzeinschlags kam es an der Werler Straße mehr als zwei Stunden lang zu Verkehrsproblemen. Dort war eine Bahnschranke defekt. Dadurch zeigte die Ampelanlage durchgängig Rot, die Polizei musste den Verkehr regeln.

Neben den Blitzen waren vor allem die Wassermassen ein Problem. So war vorübergehend die Unterführung am Nordenstiftsweg unpassierbar, weil sich dort der Regen gesammelt hatte. Gegen 10.20 Uhr meldete die Polizei, dass sie wieder frei sei.

Die Dorfmitte in Osttünnen ist „übergelaufen“.

Die nördliche Fahrbahn der Ostenallee stand zeitweise komplett unter Wasser, die Kreuzung von Langewanneweg und Alleestraße ebenfalls. Heftig regnete es im Bereich Osttünnen und Süddinker, über die Straße Im Zengerott ergossen sich braune, breite Bäche. Teilweise standen Felder unter Wasser und die Gräben waren vollgelaufen. In der Dorfmitte in Osttünnen wurde die überspülte Grönebergstraße teilweise gesperrt.

Auch an anderen Stellen im Stadtgebiet regnete es stark. Die Wetterstation der Hochschule Hamm-Lippstadt zufolge waren allein bis 11.30 Uhr knapp 40 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen.

Die Hammer Feuerwehr rückte bis zum Mittag zu zwölf witterungsbedingten Einsätzen aus. In einem Fall war ein Blitz der Anlass, in den anderen Fällen waren es vollgelaufene Keller und Kellerschächte.

Die Unterführung am Nordenstiftsweg war zeitweise unpassierbar. Gegen 10.20 Uhr meldete die Polizei, dass sie wieder frei sei.

Bis zum Abend wenig weiterer Regen vorhergesagt

Geregnet hatte es am Dienstag ab etwa 8 Uhr, gegen Mittag soll es Vorhersagen zufolge bis zum Abend trocken bleiben. Das ist ein großer Unterschied zum Jahrhundert-Starkregen im August - dabei hatte es über viele Stunden durchgeregnet. Die Feuerwehr musste damals zu rund 300 Einsätzen ausrücken, 170 davon nördlich der Lippe.

Rubriklistenbild: © Robert Szkudlarek

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