VonKathrin Bastertschließen
Nach massiver Kritik an seiner Ankündigung, nicht an der für Montagabend, 22. Januar, 18 Uhr in Soest geplanten Demonstration gegen Rechtsextremismus teilnehmen zu wollen, hat der CDU Stadtverband am frühen Nachmittag eine Rolle rückwärts gemacht.
Soest - Nach massiver Kritik an der Ankündigung, nicht an der Demonstration gegen Rechtsextremismus am Montagabend teilnehmen zu wollen, hat der Stadtverband der CDU Soest diese Entscheidung am Montag zurückgenommen. In einem Schreiben an die Mitglieder erklärt die Vorsitzende Helena Brüggemann: „Im Sinne der Sache werden wir heute Abend gemeinsam ein Zeichen für unsere Demokratie setzen.“
Und noch mehr: Sie selbst wird, wie der Bürgermeister, auf der Rednerliste stehen. „Unserer Position für ein tolerantes, vielfältiges und demokratisches Soest werden wir besser gerecht, wenn wir an der heutigen Demonstration teilnehmen. Wir werden uns nicht spalten lassen. Wir sind gegen jede Form von Extremismus und werden uns dazu auch weiterhin klar bekennen. Bürgermeister Dr. Eckhard Ruthemeyer und ich als Vorsitzende der CDU Soest bekommen die Möglichkeiten, diese Position heute Abend deutlich zu machen.“
CDU hätte sich „gemeinsamen Aufruf gewünscht“
Brüggemann hatte am Freitag in einer Pressemitteilung erklärt, der Stadtverband nehme „an Veranstaltung, die lediglich ‚gegen‘ etwas sind, aber keine Lösungen bieten“ nicht teil. Zu der Demonstration hatte Anfang der Woche der Soester SPD-Ortsverein aufgerufen. Helena Brüggemann betont, der Stadtverband hätte sich „gewünscht, dass man von vornherein einen gemeinsamen Aufruf formuliert hätte so wie es unter Demokraten üblich ist, wenn man ein gemeinsames Zeichen setzen möchte.“ Im Sinne der Sache „und für unsere Demokratie“ werde die CDU das aber ausklammern, „und unsere Werte deutlich machen“.
„Wichtig ist uns, dass es nicht bei einer Demonstration bleibt. Sie kann nur der erste Schritt sein“, schreibt Helena Brüggemann. „Wir dürfen die Menschen mit der Wut und der Frustration über Politik nicht allein lassen. Unser Ziel ist eine gute Politik für die Menschen in unserer Stadt und in unserem Land. Ich freue mich, viele von Ihnen heute Abend am Rathaus zu treffen.“

