Verkehr

Keine Ampel für Warsteiner Problem-Kreuzung: „Großes Ärgernis“

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Nach wie vor ist der Mühlenbruch-Einmündungsbereich in die Belecker Landstraße ein Problem. Die Wahrscheinlichkeit, dass dort eine weitere Ampelanlage installiert wird, scheint aber eher gering.
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Die Verkehrssituation an der Mühlenbruch-Einmündung bleibt angespannt. Eine Lösung scheint es trotz Forderungen nach Verbesserung nicht zu geben.

Warstein - Gerade zu Stoßzeiten ist der Verkehr im Bereich der Mühlenbruch-Einmündung in Warstein ein Problem. Doch eine Lösung scheint in weiter Ferne. Wie Betroffene die Situation schildern und warum es dort voraussichtlich weder Ampel noch Kreisverkehr geben wird.

Es brauche dort jeden Morgen 40 Schutzengel, damit nicht mehr passiere, schilderte Willi Tüllmann als ehemaliger Geschäftsführer der angrenzenden Tischlerei. Die Einmündung der Straße Am Mühlenbruch in die Belecker Landstraße, verbunden mit dem darauffolgenden Linksabbiegerverkehr in Richtung Suttrop, sei „eine sehr, sehr kritische Situation, in der Bevölkerung ein großes Ärgernis“ ergänzte Wolfgang Schneider aus der CDU-Fraktion.

Keine Ampel für Warsteiner Problem-Kreuzung: „Großes Ärgernis“

Am Dienstagabend, im Ausschuss für Bauen und Digitales, stand die gesamte Problemkreuzung erneut auf der Tagesordnung. Erneut, weil weder Anlieger, betroffene Verkehrsteilnehmer, noch Politiker mit der aktuellen Situation zufrieden sind. Baulastträger Straßen.NRW, am Dienstag vertreten durch Pressesprecher Oscar Santos, im Übrigen genauso wenig. Doch große Hoffnung konnte auch er den Ausschussmitgliedern nicht machen, dass sich die Verkehrssituation an dieser neuralgischen Stelle im Rahmen der Hauptstraßensanierung verbessern lasse. Heiner Krick als neuer Fachbereichsleiter Infrastruktur erinnerte im Ausschuss an etliche vorangegangene Diskussionen, nicht zuletzt im Rahmen der Bürgerversammlung im Bürgersaal, als Kritik aus der Bevölkerung an fehlenden Lösungen für den Bereich aufkam.

Die Leistungsfähigkeit der gesamten Kreuzung wäre dann aber mangelhaft.

Oscar Santos, Pressesprecher Straßen.NRW

Das Dilemma, in dem man stecke, machte Santos mit Blick auf den gesamten Kreuzungsbereich zwischen evangelischer Kirche und Kreisstraße deutlich. Erhielte die Mühlenbruch-Einmündung eine separate Linksabbieger-Spur in Richtung Belecke und eine separate Rechtsabbieger-Spur in Richtung Warstein beziehungsweise Suttrop – aktuell wird unerlaubterweise bereits vielfach auf diese Art abgebogen – müsse dort eine Ampel installiert werden. „Zwei ausfahrende Fahrzeuge nebeneinander sind ohne Signalanlage nicht zulässig, denn sie nehmen sich gegenseitig die Sicht“, so Santos. Gleichzeitig müsse dann auch noch eine Ampel für Fußgänger in diesem Bereich installiert werden. All das könnte den Verkehr sicherer machen, „die Leistungsfähigkeit der gesamten Kreuzung wäre dann aber mangelhaft“. Schon jetzt brauche es insbesondere zu Stoßzeiten vergleichsweise viel Zeit, um den ganzen Bereich zu passieren. Noch eine Ampelanlage würde den Bereich noch stärker „verstopfen“.

Kreisverkehr ist ausgeschlossen

Hinzukommt: All das beruht auf Verkehrszahlen, die sieben Jahre alt sind. „Inzwischen dürfte das Verkehrsaufkommen noch größer sein“, so Santos. Das allein sei schon kein Argument für eine weitere Ampel. Und nicht nur das: In die aktuelle Ampelschaltung des gesamten Kreuzungsbereiches sei die Ampelphase des Bahnübergangs der Franz-Hegemann-Straße sowie die kommende Ampelanlage an der Risse-Gelände-Einfahrt an der nördlichen Hauptstraße noch gar nicht eingerechnet. Die kommen noch on top. Im Zuge dessen werde es auch neue Verkehrszahlen für die Kreuzung geben, wahrscheinlich aber erst 2027/2028. Dass diese die Chancen auf eine Mühlenbruch-Ampel wachsen lassen, bleibt unwahrscheinlich. Eine Ampelanlage am Mühlenbruch, so machte Santos deutlich, „führt nicht zu einer Verbesserung der Kreuzung, eher zu einer Verschlechterung“. Für einen Kreisverkehr sei das Verkehrsaufkommen dort viel zu hoch, zudem seien die Einmündung in Mühlenbruch und Kreisstraße zu weit voneinander entfernt, als dass es baulich umsetzbar wäre.

Wir können nur positiv bleiben, mehr ist aktuell nicht drin.

Erwin Koch, Vorsitzender des Ausschusses für Bauen und Digitales

All das sei „sehr bedauerlich“, schilderte Jens Severin aus der SPD-Fraktion: „Der Rückstau geht teilweise bis zur Nähbude hoch.“ Morgens würden dort Schülerinnen und Schüler zu Fuß unterwegs sein, genauso Eltern, die ihre Kinder zur Schule fahren, zusätzlich zum Berufsverkehr. Die Linksabbiegerspur in Richtung Suttrop sei ebenso schnell voll, vielfach werde sich dann noch „dahinter gequetscht“, so Severin. Alles nicht zufriedenstellend. Auch nicht für Straßen.NRW und Erwin Koch als Ausschussvorsitzender: „Wir können nur positiv bleiben, mehr ist aktuell nicht drin.“ Zwar sei im Zuge der Hauptstraßen-Sanierung vorgesehen, Teile vom Grundstück der evangelischen Kirche zu erwerben: Damit werde aber der Gehweg auf der Tüllmann-Seite verbreitert, die Straße lediglich um einige Zentimeter „verschoben“, nicht aber vergrößert.

Sparmaßnahme bei Geh- und Radweg

Um bei der teuren Hauptstraßen-Sanierung Kosten zu sparen, in Summe rund 200 000 Euro, soll der Geh- und Radweg entlang der Belecker Landstraße in Richtung Talstraße nicht verbreitert werden, sondern bei 2,50 Metern Breite bleiben. Das kritisierte Sascha Clasen von der Fraktion der Grünen, weil die entsprechende Norm für Geh- und Radwege innerorts „mindestens 2,50 Meter inklusive 50 Zentimeter Schutzstreifen“ vorsehe und so nicht eingehalten würde. Wäre es ein Gehweg mit „Radfahrer frei“, wie es beispielsweise an der nördlichen Hauptstraße geplant sei, wären die Breiten in Ordnung. In dem Fall können Radfahrer den Gehweg nutzen, dürfen aber auch die Straße nutzen. Bei einem ausgeschilderten Geh- und Radweg, wie es an der Belecker Landstraße angedacht ist, müssen Radfahrer aber den Gehweg nutzen: „Aus unserer Sicht ist das zu eng.“

Während der restliche Ausschuss für die Sparmaßnahme stimmte, stimmten Clasen, Beate Stallmeister und Matthias Sellmann als neuer sachkundiger Bürger aufgrund der zu geringen Breite des Weges dagegen. Immerhin: Heiner Krick als Fachbereichsleiter Infrastruktur erklärte, dass die Laternen, die aktuell noch mitten auf dem Geh- und Radweg stehen, im Zuge der Sanierung versetzt werden sollen.

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