VonMarkus Hannekenschließen
Der Aufsehen erregende Kirmes-Unfall am 16. September beschäftigt die Polizei in Hamm weiterhin. Belegt ist inzwischen immerhin, dass der 58-Jährige aus dem fahrenden Fahrzeug flog.
Hamm – Drei Wochen nach dem Vorfall auf dem Stunikenmarkt, bei dem ein 58-jähriger Mann im „Love-Express“ verletzt wurde, sind zu den bekannten fünf Zeugenhinweisen zwar zwei weitere eingegangen. Konkrete Hinweise auf den Hergang hätten sie aber nicht gebracht, sagte Polizeisprecher Hendrik Heine am Freitag auf eine entsprechende Nachfrage der Redaktion.
Vier der zuvor bereits erfassten Aussagen seien tatsächlich detailliert, „aber vom Ablauf des Geschehens komplett unterschiedlich“. Zudem wurde ein längeres Video ausgewertet, dessen Qualität aber „schlecht“ sei. Heine: „Zumindest kann bestätigt werden, dass es sich um eine Rückwärtsfahrt handelt und der Geschädigte tatsächlich aus dem Wagen 'geflogen' ist.
Somit gibt es bislang noch keine belastbaren Bestätigungen für die Aussage des Verletzten und seiner Begleiter, er sei unter der Sicherungsstange seiner Gondel hergerutscht; eine 47-Jährige hatte deswegen Strafanzeige gegen den Betreiber erstattet. Fest steht immerhin, dass die im Karussell zugezogenen schweren Kopfverletzungen zunächst vor Ort und danach im Marienhospital behandelt wurden.
Kirmes-Unfall in Hamm - So geht es nun weiter:
In den kommenden Tagen sollen die letzten beiden Vernehmungen stattfinden, zudem erwarten die Ermittler Informationen, die beim Hersteller des Karussells angefordert wurden. Über eine mögliche Hinzuziehung von Gutachtern soll nach Bewertung des Vorgangs durch die Staatsanwaltschaft entschieden werden.
Zwischenzeitlich hatte sich die 47-jährige Begleiterin des Unfallopfers öffentlich gegen „üble Nachrede“ zur Wehr gesetzt, die ihr vornehmlich in den sozialen Medien entgegen schlug.
