VonPeter Siebenschließen
Hinweise auf Terror-Pläne in Köln: Möglicherweise steckt eine bestimmte Gruppe dahinter, heißt es in Sicherheitskreisen. Es wäre nicht ihr erster Anschlagsversuch in diesem Jahr.
Köln – Kurz vor Weihnachten gibt es offenbar Hinweise auf einen möglichen Anschlagsplan einer islamistischen Gruppe unter anderem auf den Kölner Dom. Die Polizei spricht von einem „Gefahrenhinweis“, die Beamten haben umfangreiche Schutzmaßnahmen am Kölner Dom eingeleitet. Auch eine Kirche in Wien sei ein mögliches Ziel gewesen, hieß es am Samstag. Nach Informationen der Deutschen Presseagentur könnte es bei der Gruppierung Bezüge zur Terrorgruppe Islamischer Staat Provinz Khorasan (ISPK) geben. Bestätigt sich das, wäre es nicht ihr erster Anschlagsplan in Deutschland. Terrorexperte Hans-Jakob Schindler vom Counter Extremism Project (CEP) sagt: „ISPK hat Deutschland wohl fest im Auge“.
Terrorverdacht in Köln: IS-Ableger könnte dahinter stecken
Die Gruppe hat sich 2015 in Afghanistan als lokaler Ableger vom Islamischen Staat gebildet. Er gilt als zweitstärkste bewaffnete Gruppe in dem Land – neben den Taliban, die der ISPK bekämpft. In den vergangenen Jahren hat die Gruppierung immer wieder Anschläge in Afghanistan und Pakistan verübt. „ISPK ist weiterhin der IS-Ableger, welcher am meisten Anschläge im westlichen Ausland zu organisieren versucht“, so Schindler.
Es könnte der dritte ernsthafte Versuch der Gruppierung sein, auch hierzulande Anschläge zu begehen. Bereits 2020 soll ISPK Angriffe auf Nato-Basen in Deutschland geplant haben. Im Juli 2023 wiederum wurden sieben mutmaßliche IS-Anhänger festgenommen. Ihnen wird vorgeworfen, nach Deutschland eingereist zu sein, um Anschläge zu begehen. Die Männer, von denen die meisten aus Tadschikistan stammen, sollen in engem Kontakt mit ISPK-Leuten gestanden haben.
Jugendliche wollten sich dem IS-Ableger anschließen
Vor wenigen Wochen erst hatte die Polizei zwei Jugendliche festgenommen, auch sie sollen Anschläge in NRW geplant haben. Über einen Telegram-Chat hatten sie sich darüber ausgetauscht, Ziel sollen unter anderem Weihnachtsmärkte gewesen sein. „Die beiden Jugendlichen, die vor ein paar Wochen verhaftet wurden, wollten sich wohl nach dem Anschlag dem ISPK in Afghanistan anschließen“, sagt Terrorismus-Experte Hans-Jakob Schindler.
Kurz zuvor noch hatte Islamwissenschaftler Ahmad Omeirate im Gespräch mit IPPEN.MEDIA gesagt: „Die Gefahr, dass es durch die Radikalisierung zu Anschlägen aus der Dschihadistenszene kommt, ist groß.“ Zeichen gab es einige: Islamistische Gruppen und Hassprediger machen seit Monaten in den sozialen Medien immer radikalere Propaganda – sie wollen vor allem junge Menschen ködern.
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