VonJohanna Werningschließen
Nach dem Chaos beim rund um den vergangenen Kölner Karneval soll der 11.11. in diesem Jahr sicherer werden. Köln sieht in mehreren Ideen eine Chance.
Köln – Bis zum 11.11. sind es weniger als 130 Tage. Doch während die einen sich bereits auf den Kölner Karneval freuen, heimlich „Polka, Polka, Polka“ hören und passende Kostüme recherchieren, blicken die anderen mit Sorge auf den Sessionsstart. Denn der 11.11. fällt in diesem Jahr auf einen Samstag. Die Sorge: Zur Sessionseröffnung kommen noch mehr Menschen als ohnehin schon.
Neue Sicherheitspläne für den 11.11. in Köln: „Im Vordergrund steht die Entlastung des Zülpicher Viertels“
Vor allem Anwohnerinnen und Anwohner sowie Bezirksbürgermeister Andreas Hupke befürchten, dass die Zülpicher Straße im sogenannten Kwatier Latäng geradezu von den Menschenmassen überschwemmt wird. Damit Köln jedoch nicht im Chaos versinkt, will die Stadt im Kölner Karneval 2024 auf besondere Schutzmaßnahmen setzen.
In den vergangenen Monaten haben verschiedene Arbeitsgruppen mehrere Ideen entwickelt, wie der 11.11. und die bevorstehende Session in Köln sicherer werden kann. „Im Vordergrund stand dabei die Entlastung des Zülpicher Viertels sowie eine bessere Zielgruppenansprache“, heißt es in einer Mitteilung von Oberbürgermeisterin Henriette Reker.
Kölner Karneval: 6 Ideen, wie der 11.11. sicherer werden soll
- Idee 1: Homepage oder App soll Straßenkarte mit aktuellen Informationen zur „Zülpi“ und möglichen Alternativflächen anzeigen. Dabei sollen aktuell nutzbar Ein- und Ausgänge und Eilmeldungen eine Rolle spielen. Es sollen aber auch Toiletten, Erste Hilfe, Polizei und Edelgard-Stände gezeigt werden.
- Idee 2: Aufräumaktion „Jeck fiere – Dreck forttmaache“ soll junge Zielgruppen gewinnen, die Rasenfläche nach der professionellen Reinigung des Grüngürtels weiter zu reinigen. Denkbar sei dabei ein Belohnungsangebot wie eine Helferparty oder Gutscheine.
- Idee 3: Dezentrale autofreie Alternativveranstaltungen sollen die Zülpicher Straße entlasten. Die sogenannten Karnevalszonen sollen dabei durch ansässige Gastronomie, Nachbarschaften, Vereine, Institutionen bespielt werden. Welche Bereiche jedoch für den Karneval infrage kommen, ist noch unklar.
- Idee 4: Ein Karnevalszug am 11.11. soll vor allem Besucher von der Zülpicher Straße weglocken. Dabei ist die „Jeck-Polpnaise“ an den Rosenmontagszug und der CSD-Demo angelehnt.
- Idee 5: Respekt-Kampagne weiter ausbauen und vor allem auf junge Zielgruppe (15 bis 25 Jahre) auslegen. Dabei soll Kooperation mit zielgruppengerechten Social-Media-Kanälen helfen.
- Idee 6: Informationen zu aktuellen Ereignissen und Neuerungen sollen dabei helfen, die Feiernden schneller über die aktuelle Lage und Neuerungen zu informieren. Das Motto dabei: Früher, crossmedialer und eingängiger.
Wie der 11.11. in Köln sicherer werden soll: „Uniwiese vorerst wohl weiter notwendig“
Wirklich neu sind die Ideen der Arbeitsgruppen nicht. Der Karnevalsumzug wurde bereits im Dezember von Christoph Kuckelkorn, Präsident des Festkomitee Kölner Karneval, vorgeschlagen. Und andere – nun vorgeschlagene – Konzepte wurden bereits in der Vergangenheit von Anwohnern und Politikern vorgestellt.
Doch der Runde Tisch Karneval sieht nun vor allem in den Ideen 1,3, 5 und 6 eine Chance für Köln. „Nun soll in den kommenden Wochen die Umsetzung geprüft werden“, heißt es in dem Reker-Schreiben weiter. Erst danach sollen die konkreten Maßnahmen festgelegt und gestartet werden.
Zu den konkreten Maßnahmen soll übrigens auch die erneute Karneval-Nutzung der Uniwiese zählen – trotz Kritik. „Veränderung braucht Zeit – Uniwiese vorerst wohl weiter notwendig“, heißt es in der Präsentation der sechs Ideen für den Kölner Karneval. (jw) Fair und unabhängig informiert, was in Köln, Düsseldorf und NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.
Rubriklistenbild: © Christoph Hardt/Imago

