Endlich gute Aussichten

Konjunkturumfrage: Klima im Handwerk hellt sich in Hamm auf

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Es werde Licht: Die Hammer Handwerksunternehmen schätzen die Lage derzeit besser ein als noch im Herbst 2022.
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Beim Handwerk zeichnet sich ein Hoffnungsstreifen am Horizont ab: Die jüngste Umfrage der Handwerkskammer Dortmund (HWK) zum Konjunkturklima ergibt ein gegenüber dem Herbst 2022 deutlich aufgehelltes Bild.

Hamm/Dortmund – „Die Erwartungen des Handwerks waren im Herbst deutlich in den Keller gegangen angesichts von Horrorszenarien vor allem zum Energiesektor, die sich zum Glück nicht bewahrheitet haben“, sagte HWK-Präsident Berthold Schröder bei der Vorstellung der Umfrageergebnisse am Mittwoch.

Geschäftslage

In der Stadt Hamm bewerten aktuell 43 Prozent der befragten Handwerksunternehmen ihre Geschäftslage als gut und 41 Prozent als befriedigend ein. Da sah zwar im Herbst 2022 noch besser aus, als die Lage mit jeweils 45 Prozent beurteilt wurde. Gravierend ist allerdings der Unterschied bei den Erwartungen: Da schätzten nur 2 Prozent, das sich die Geschäftslage verbessern wird – jetzt sind es 19 Prozent, die sich damit also deutlich optimistischer zeigen. Von einer Verschlechterung gingen im Herbst sogar 40 Prozent der Unternehmen aus, jetzt sind es „nur“ noch 28 Prozent.

Beschäftigte

Der Fachkräftemangel ist nach Ansicht von Gabor Leisten, Abteilungsleiter Unternehmensberatung bei der HWK, die größte Herausforderung für das Handwerk. Tatsächlich ist die Zahl der Beschäftigen bei 51 Prozent der Hammer Betriebe gleich geblieben, bei 32 Prozent aber gesunken und nur bei 16 Prozent gestiegen. 86 Prozent gehen weiterhin davon aus, dass die Mitarbeiterzahl gleich bleibt, nur 11 Prozent hoffen auf eine Steigerung.

Leisten stellte auch eine Umfrage unter 300 Meisterschülern (84 Prozent männlich, 16 Prozent weiblich) zur Motivation, sich fortzubilden, vor. 54 Teilnehmer wollen sich nicht selbstständig machen, weil ihnen das zu risikoreich erscheint oder sie fürchten, zu wenig Zeit für Familie und/oder Freizeit zu haben. 75 Prozent der anderen Befragten sehen mit dem Meisterbrief bessere Aufstiegsmöglichkeiten oder hoffen auf besseres Einkommen; nur 52 Prozent zielen auf eine Selbstständigkeit.

Verkaufspreise

Inflation sowie die Verteuerung von Material, Lohn und Energie führten bei 73 Prozent der Betriebe dazu, dass die Verkaufspreise gestiegen sind. Das traf im Herbst allerdings schon auf 80 Prozent der Betriebe zu. 69 Prozent erwarten, dass die Verkaufspreise weiter steigen werden (Herbst: 72 Prozent). Nur 8 Prozent (Herbst: 7 Prozent) erwarten sinkende Preise.

Umsatz

Bei immerhin 14 Prozent der Handwerker ist der Umsatz gestiegen (Herbst: 23 Prozent). 54 Prozent gaben an, dass er gleich geblieben ist (Herbst: 57) und bei 32 Prozent ist er sogar gesunken (Herbst. 20). Bei den Erwartungen überwiegt auch hier der Optimismus: 39 Prozent halten eine Steigerung für möglich (Herbst: 28), 36 Prozent ein gleichbleibendes Niveau (Herbst: 30) und „nur“ 25 Prozent befürchten ein Sinken (Herbst: 42).

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