Riesiger Militär-Konvoi in NRW: Nato-Großmanöver „Steadfast Defender“
VonSimon Stock
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Die Nato-Großübung „Steadfast Defender“ hat Auswirkungen auf NRW. Militär-Konvois fahren auf Autobahnen und Straßen. Autofahrer sollten auf Regeln achten.
Hamm - Es ist eine der größten Militär-Übungen, die die Nato je erlebt hat: Für das Riesenmanöver mit dem kernigen Namen „Steadfast Defender“ (zu Deutsch: standhafter Verteidiger) hat das transatlantische Bündnis mit der Verlegung von Truppen begonnen. In Nordrhein-Westfalen müssen Autofahrer mit langen Konvois britischer Streitkräfte auf Autobahnen und Straßen rechnen.
Nato-Großübung: Britische Konvois auf den Weg nach Sennelager in NRW
Am Mittwoch, 14. Februar, kam das britische Militär mit rund 600 Fahrzeugen am Hafen von Emden (Niedersachsen) an. Von dort geht es über verschiedene Routen bis zur deutsch-polnischen Grenze in Mecklenburg-Vorpommern. Am 19. Februar soll die Grenze nach Polen passiert werden, teilt das Territoriale Führungskommando der Bundeswehr in Berlin mit. Seit dem 5. Februar müssen sich Menschen in NRW auch auf militärischen Fluglärm einstellen. Kampfjets der Bundeswehr fliegen bis in die späten Abendstunden.
Einer der großen britischen Militär-Konvois macht sich von Emden zunächst auf den Weg nach Ostwestfalen-Lippe, um dort einen logistischen Stützpunkt für die Großübung aufzubauen. Auch der Truppenübungsplatz Sennelager nördlich von Paderborn ist einer der Schauplätze der Übung. Großbritannien entsendet rund 20.000 Soldaten nach Deutschland. Insgesamt beteiligen sich an der Nato-Übung 90.000 Soldatinnen und Soldaten aus allen 31 Mitgliedsstaaten sowie dem Beitrittskandidaten Schweden.
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Riesiger Militär-Konvoi fährt durch NRW – Autofahrer sollten Regeln beachten
Die massive Präsenz von schweren Militär-Fahrzeugen auf Autobahnen und Straßen in NRW wird nicht unbemerkt bleiben. Und sie wird bei einigen Verkehrsteilnehmern für große Unsicherheit sorgen. Die Fahrzeugkolonnen werden bis zu einen Kilometer lang und relativ langsam unterwegs sein. Autofahrer sollten einige wichtige Regeln kennen und beachten:
Kolonnenvorrecht: Fährt das Führungsfahrzeug voraus, dürfen alle dem Konvoi zugehörigen Fahrzeuge nachfahren, auch wenn die Ampel für sie rot zeigt. Andere Verkehrsteilnehmer müssen dann warten.
Überholen: Eine Kolonne darf nur geschlossen überholt werden. Ein Einscheren zwischen den Fahrzeugen, beispielsweise beim Überholen oder auch in einem Kreisverkehr, ist untersagt. Eine Ausnahme gilt beim Auffahren auf mehrspurige Schnellstraßen und Autobahnen. Hier dürfen sich zivile Autofahrer kurzzeitig zwischen die Kolonnenfahrzeuge einordnen. Danach sollten sie aber versuchen, den Konvoi so schnell wie möglich wieder zu verlassen.
Kennzeichnung: Alle Fahrzeuge eines Konvois tragen auf der Fahrerseite eine blaue Flagge, nur das letzte Gefährt hat eine grüne Flagge. Zusätzlich kann es eine Warntafel oder ein gelbes Blinklicht haben.
Das Szenario des Großmanövers „Steadfast Defender“ ist ein russischer Angriff auf alliiertes Territorium, der zum Ausrufen des sogenannten Bündnisfalls nach Artikel 5 des Nato-Vertrags führt. Letzterer regelt die Beistandsverpflichtung in der Allianz und besagt, dass ein bewaffneter Angriff gegen einen oder mehrere Alliierte als ein Angriff gegen alle angesehen wird. Die Bundeswehr will sich mit dem Manöver Quadriga 2024 an Steadfast Defender beteiligen.