Militär-Übung

Riesiger Militär-Konvoi in NRW: Nato-Großmanöver „Steadfast Defender“

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Die Nato-Großübung „Steadfast Defender“ hat Auswirkungen auf NRW. Militär-Konvois fahren auf Autobahnen und Straßen. Autofahrer sollten auf Regeln achten.

Hamm - Es ist eine der größten Militär-Übungen, die die Nato je erlebt hat: Für das Riesenmanöver mit dem kernigen Namen „Steadfast Defender“ (zu Deutsch: standhafter Verteidiger) hat das transatlantische Bündnis mit der Verlegung von Truppen begonnen. In Nordrhein-Westfalen müssen Autofahrer mit langen Konvois britischer Streitkräfte auf Autobahnen und Straßen rechnen.

Nato-Großübung: Britische Konvois auf den Weg nach Sennelager in NRW

Am Mittwoch, 14. Februar, kam das britische Militär mit rund 600 Fahrzeugen am Hafen von Emden (Niedersachsen) an. Von dort geht es über verschiedene Routen bis zur deutsch-polnischen Grenze in Mecklenburg-Vorpommern. Am 19. Februar soll die Grenze nach Polen passiert werden, teilt das Territoriale Führungskommando der Bundeswehr in Berlin mit. Seit dem 5. Februar müssen sich Menschen in NRW auch auf militärischen Fluglärm einstellen. Kampfjets der Bundeswehr fliegen bis in die späten Abendstunden.

Einer der großen britischen Militär-Konvois macht sich von Emden zunächst auf den Weg nach Ostwestfalen-Lippe, um dort einen logistischen Stützpunkt für die Großübung aufzubauen. Auch der Truppenübungsplatz Sennelager nördlich von Paderborn ist einer der Schauplätze der Übung. Großbritannien entsendet rund 20.000 Soldaten nach Deutschland. Insgesamt beteiligen sich an der Nato-Übung 90.000 Soldatinnen und Soldaten aus allen 31 Mitgliedsstaaten sowie dem Beitrittskandidaten Schweden.

Eurofighter, Tornado, A350: Diese Flugzeuge gibt es bei der Bundeswehr

Deutsche Tornado-Kampfjets auf dem Rückflug aus dem Irak
Der Jagdbomber Panavia 200 Tornado hat bald ausgedient, da die Maschinen des bis 1998 produzierten Flugzeugs so langsam das Ende ihrer Lebensdauer erreichen. Den Flieger gibt es bei der Bundeswehr in drei Varianten: Tornado IDS (Basisversion), Tornado ECR (bewaffnete Aufklärungsversion), Tornado Recce (unbewaffnete Aufklärungsversion). Das gemeinsam von Deutschland, Großbritannien und Italien entwickelte Mehrkampfflugzeug soll in Zukunft unter anderem durch F-35A aus amerikanischer Produktion ersetzt werden. © Luftwaffe/dpa
Ein Eurofighter startet auf dem Flugplatz Laage bei Rostock zu einem Übungsflug
Der derzeit modernste Kampfjet in den Reihen der Bundeswehr: der Eurofighter Typhoon. Bis zu 2.901,78 km/h schnell wird das gemeinsam von Deutschland, Großbritannien, Spanien und Italien entwickelte Flugzeug. Bis 2025 soll die vierte Tranche des Kampfjets ausgeliefert werden und damit die Eurofighter der Tranche 1 (Indienststellung: 2004) in den Beständen der Luftwaffe ersetzen. © Jens Büttner/dpa
Der Airbus A350-900 „Konrad Adenauer“ vor der Dienstreise von Bundeskanzler Olaf Scholz nach Lateinamerika am Flughafen Berlin-Brandenburg
Der Airbus A350-900 ist derzeit der größte und modernste Regierungsflieger der Bundeswehr. Insgesamt drei Exemplare des Großraumjets sind für die Flugbereitschaft im Einsatz. Ihre prestigeträchtigste Aufgabe ist der VIP-Transport des politisch-parlamentarischen Führungspersonals. © Kay Nietfeld/dpa
Ein roter Teppich wird vor dem Airbus A340 der Flugbereitschaft der Bundeswehr auf dem Flughafen Adisumarmo (Surakarta) in Indonesien ausgerollt
Die Airbus A340-300 war das Vorgängermodell die A350-900 bei der Flugbereitschaft der Bundeswehr. Nachdem es im Jahr 2018 zu vermehrten technischen Problemen mit den Großraumjets kam, wurde die Anschaffung der Nachfolger beschlossen. Die A340-300 bleibt derzeit allerdings noch parallel zum Nachfolgemodell im Dienst, nicht zuletzt deswegen, da noch nicht alle A350-900 mit einer vollumfänglichen Regierungskabine ausgestattet sind. © Raphael Huenerfauth/photothek/imago
Eine Airbus A400M vor dem Abflug vom Fliegerhorst Wunstorf, um Hilfsgüter für Opfer der Erdbebenkatastrophe in der Türkei und Syrien auszuliefern
Das Transportflugzeug Airbus A400M dient der Verschickung von Personal und Material. Bis zu 114 Soldaten finden in der Maschine Platz, die aber auch schwereres Gerät wie den Schützenpanzer Puma transportieren kann. Mit den Maschinen wurden auch Hilfsgüter für die Opfer der Erdbebenkatastrophe in der Türkei und Syrien im Februar 2023 ausgeflogen. © Moritz Frankenberg/dpa
Ein Transportflugzeug C-130J der Israeli Air Force wirft Frachtkisten an Fallschirmen über Israel ab
Das Transportflugzeug C-130J gibt es sowohl in der Tankerversion KC-130J als auch in der Transportversion C-130J-30 Super Hercules. Die Transportversion bietet Platz für bis zu 128 Personen oder 92 Fallschirmjäger oder acht Frachtpaletten und kann auch auf kurzen Pisten und auf unbefestigtem Untergrund starten und landen. Die Tankerversion kann Jets und Hubschrauber am Boden und in der Luft auftanken. Das Bild zeigt eine C-130J der Israeli Air Force im Einsatz © Ofer Zidon/imago
Eine Airbus A319CJ auf dem Flugfeld von oben
Die Airbus A319CJ ist ein weiteres Flugzeug in den Diensten der Flugbereitschaft der Bundeswehr. Seit Sommer 2010 verfügt sie über zwei Corporate Jetliner dieses Typs. Die Maschinen werden für VIP-Transporte des politisch-parlamentarischen Führungspersonals auf Kurz- und Mittelstreckenflügen eingesetzt und bieten Platz für bis zu 44 Personen. © Norbert Thomas/Bundeswehr
Ein Regierungsflieger Airbus A321-231 der Flugbereitschaft des Bundesministeriums der Verteidigung bei einer „Touch & Go“-Landeübung auf dem Flughafen Leipzig / Halle bei Schkeuditz
Die Bundeswehr bezeichnet die Airbus A321-231 auch als „deutsche Air Force One“. Obwohl das Flugzeug auch Verwundete und Kranke befördern kann, ist seine Hauptaufgabe der VIP-Transport des politisch-parlamentarischen Führungspersonals auf Kurz- und Mittelstreckenflügen. Der Regierungsflieger kann bis zu 82 Passagiere, davon zwölf VIPs, transportieren. © Christian Grube/imago
T-38-Maschinen der US Air Force vor einem Sonnenuntergang
Die Maschinen vom Typ Northrop T-38C Talon stehen zwar in den Diensten der Bundeswehr, befinden sich jedoch auf der Sheppard Air Force Base in Texas in den USA. Für deutsche Piloten ist die Northrop T-38C Talon ein Schulflugzeug für den Flug im Überschallbereich, für dessen Nutzung sie in die USA reisen müssen. Das Foto zeigt T-38-Maschinen der US Air Force. © ZUMA Wire/imago
Eine Bombardier Global 5000 der Flugbereitschaft der Bundeswehr landet am Flughafen Hamburg Airport
Das Flugzeug Global 5000 kommt ausnahmsweise mal nicht von Airbus, sondern vom kanadischen Hersteller Bombardier. Es befördert kleinere VIP-Delegationen von bis zu 13 Personen auf Kurz- und Mittelstreckenflügen, in der Regel innerhalb Europas. © Kevin Hackert/imago
Ein Ölaufklärer DO 228 LM fliegt vor der Küste Deutschlands
Die Marine nutzt den Ölaufklärer DO 228 LM. Mit diesen Maschinen unterstützt sie das Havariekommando in Cuxhaven und Bundesverkehrsministerium im Kampf gegen Umweltkatastrophen: Mit Kameras und Sensoren können sie bei Tag und Nacht Verschmutzungen auf der Wasseroberfläche erkennen und diese melden. Damit helfen sie nicht nur bei Havarien, sondern gehen auch gegen illegale Müll- und Ölentsorgung durch Schiffe vor. © Matthias Döhler/Bundeswehr

An der Großübung „Steadfast Defender“ nehmen auch Kräfte der in Augustdorf im Kreis Lippe stationierten Panzerbrigade 21 „Lipperland“ teil. Von dort wurden Anfang 2023 Panzer des Typs Leopard 2 in die Ukraine verlegt.

Riesiger Militär-Konvoi fährt durch NRW – Autofahrer sollten Regeln beachten

Die massive Präsenz von schweren Militär-Fahrzeugen auf Autobahnen und Straßen in NRW wird nicht unbemerkt bleiben. Und sie wird bei einigen Verkehrsteilnehmern für große Unsicherheit sorgen. Die Fahrzeugkolonnen werden bis zu einen Kilometer lang und relativ langsam unterwegs sein. Autofahrer sollten einige wichtige Regeln kennen und beachten:

  • Kolonnenvorrecht: Fährt das Führungsfahrzeug voraus, dürfen alle dem Konvoi zugehörigen Fahrzeuge nachfahren, auch wenn die Ampel für sie rot zeigt. Andere Verkehrsteilnehmer müssen dann warten.
  • Überholen: Eine Kolonne darf nur geschlossen überholt werden. Ein Einscheren zwischen den Fahrzeugen, beispielsweise beim Überholen oder auch in einem Kreisverkehr, ist untersagt. Eine Ausnahme gilt beim Auffahren auf mehrspurige Schnellstraßen und Autobahnen. Hier dürfen sich zivile Autofahrer kurzzeitig zwischen die Kolonnenfahrzeuge einordnen. Danach sollten sie aber versuchen, den Konvoi so schnell wie möglich wieder zu verlassen.
  • Kennzeichnung: Alle Fahrzeuge eines Konvois tragen auf der Fahrerseite eine blaue Flagge, nur das letzte Gefährt hat eine grüne Flagge. Zusätzlich kann es eine Warntafel oder ein gelbes Blinklicht haben.

Nato-Großübung „Steadfast Defender“: Russischer Angriff simuliert

Das Szenario des Großmanövers „Steadfast Defender“ ist ein russischer Angriff auf alliiertes Territorium, der zum Ausrufen des sogenannten Bündnisfalls nach Artikel 5 des Nato-Vertrags führt. Letzterer regelt die Beistandsverpflichtung in der Allianz und besagt, dass ein bewaffneter Angriff gegen einen oder mehrere Alliierte als ein Angriff gegen alle angesehen wird. Die Bundeswehr will sich mit dem Manöver Quadriga 2024 an Steadfast Defender beteiligen. 

Immer wieder finden in NRW militärische Übungen statt. Die niederländische Armee war mit Apache-Kampfhubschraubern im Tiefflug unterwegs. Seit dem vergangenen Jahr übt das Heimatschutzregiment 2 für einen Krisenfall. Die Übungen finden in Münster statt – und haben es in sich.

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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