Insolvenz

Entlassungen im St.-Vincenz-Krankenhaus: 108 Beschäftigte müssen gehen

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Die St.-Vincenz-Krankenhaus GmbH in Paderborn hat Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. 108 Beschäftigte sind von einem Stellenabbau betroffen.
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Entlassungen bei der finanziell angeschlagenen St.-Vincenz-Krankenhaus GmbH in Paderborn. Über 100 Mitarbeiter müssen gehen. Die Klinik spricht von „schweren Entscheidungen“.

Paderborn - Bittere Nachrichten für viele Beschäftigte der finanziell angeschlagenen St.-Vincenz-Krankenhaus GmbH mit Sitz in Paderborn. Das Unternehmen wird im Zuge der im Juli angemeldeten Insolvenz in Eigenverwaltung Stellen abbauen. Wie das Unternehmen mitteilte, sind von dem Schritt 108 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betroffen.

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Entlassungen im St.-Vincenz-Krankenhaus Paderborn: 108 Beschäftigte müssen gehen

In einer am Montag, 20. November, veröffentlichten Mitteilung der St.-Vincenz-Kliniken ist von „schweren Entscheidungen“ die Rede, die unabhängig von der noch offenen Frage nach der zukünftigen Trägerschaft notwendig seien. Dahinter verbirgt sich ein Stellenabbau.

„Alle Berechnungen der Sanierungsexperten weisen in unserem Krankenhaus einen zu hohen Personalstamm auf“, erklärt Markus Funk, Sprecher der Geschäftsführung. „Daher ist es zu unserem großen Bedauern unvermeidbar, insgesamt 87 Vollzeitstellen in unseren Kliniken abzubauen. Hinter dieser Zahl verbergen sich 108 Betroffene.“ Auszubildende beziehungsweise Schüler seien nicht betroffen.

Insgesamt arbeiten etwa 3000 Personen in dem Gesundheitsunternehmen mit Standorten in Paderborn und Salzkotten. Funk sprach daher von einem Stellenabbau auf einem „vergleichsweise moderaten Niveau“. Die Stellen werden in allen Bereichen des Hauses abgebaut – mit Ausnahme des Ärztlichen Dienstes und der examinierten Pflegefachkräfte. „Diese Entscheidung fällt uns als Klinikleitung sehr schwer“, wird Geschäftsführerin Sr. Bernadette M. Putz in der Mitteilung zitiert.

St.-Vincenz-Krankenhaus Paderborn: Stellenabbau in fast allen Bereichen

Für die betroffenen Mitarbeiter geht es nun schnell. Sie haben die Möglichkeit, bereits zum 1. Dezember und damit kurz vor der Advents- und Weihnachtszeit in eine Transfergesellschaft zu wechseln. „Es hilft niemandem, wenn wir bis zum kommenden Jahr warten. Diese Maßnahmen sind zwingend erforderlich, um das Krankenhaus zeitnah wirtschaftlich zu stabilisieren“, so Putz. Am Montag wurden zunächst die Führungskräfte und danach die komplette Mitarbeiterschaft über den Stellenabbau informiert.

Ein wichtiges Datum für die St.-Vincenz-Krankenhaus GmbH ist der 12. Dezember. Dann berät die Gläubiger-Versammlung über die zukünftige Trägerschaft. Eine Entscheidung hierzu sei laut dem Unternehmen bis Mitte Dezember zu erwarten.

Nicht nur das St. Vincenz hat finanzielle Probleme. Auch das evangelische Agaplesion Krankenhaus im niedersächsischen Holzminden hat Insolvenz angemeldet. In dieser Klinik an der Grenze zu Nordrhein-Westfalen werden mehr als 300 Beschäftigte entlassen.

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