- VonJörn Funkeschließen
Eine der Brücken auf der Radbodstraße ist plötzlich für schwere Lastwagen gesperrt worden. Seit Donnerstag dürfen 30-Tonner nicht mehr darüber fahren.
Hamm – Wegen einer maroden Brücke ist die Radbodstraße für den Schwerlastverkehr gesperrt worden. Seit Donnerstag dürfen dort nur noch Fahrzeuge bis maximal 30 Tonnen Gewicht fahren. Für 40-Tonner bedeutet das im Hafengebiet weite Umwege. Betroffen ist die Brücke über stillgelegte Hafenbahngleise. Das Bauwerk soll jetzt noch mal genauer untersucht werden. Saniert werden muss die Brücke laut Stadt aber auf jeden Fall. Es ist längst nicht die einzige marode Brücke in Hamm.
Auf der Radbodstraße gibt es von Nord nach Süd vier Brücken: über die Lippe, den Datteln-Hamm-Kanal, die stillgelegten und die bestehenden Gleise der Hafenbahn. Bei einer Prüfung der Spannbetonbrücke über die alte Hafenbahn seien Schäden festgestellt worden, sagte Stadtsprecher Detlef Burrichter. Dabei hätten sich größere Betonteile gelöst. Das komme bei älteren Brücken vor und sei im Normalfall noch kein Grund zur Besorgnis. Allerdings hätten sich unter dem Beton kleine Risse im Spannstahl gezeigt.
Tragfähigkeit der Brücke durch Risse beeinträchtigt
Dadurch werde die Tragfähigkeit der Brücke beeinträchtigt, so Burrichter. Ein beauftragtes Ingenieurbüro habe die Schäden sowie die Belastbarkeit in den vergangenen Wochen ausgewertet und sei zu dem Ergebnis gekommen, dass die Brücke kurzfristig für Schwerlastverkehr oberhalb von 30 Tonnen zu sperren sei.
Derzeit untersucht das Büro dem Stadtsprecher zufolge die Brücke noch einmal. Bei diesen sehr aufwändigen Messungen könne sich ergeben, dass die Brücke doch weiter befahrbar sei. Mit einem Ergebnis rechne die Stadt Ende November. Saniert werden müsse die Brücke aber auf jeden Fall. Schwere Lastwagen müssen bis dahin über die Münsterstraße oder den Lausbach ausweichen.
Sperrung ist für Unternehmen ein Problem
Für die Unternehmen sei das natürlich ein Problem, sagt Spediteur Frank Jäschke. Er allein habe bisher täglich gut 30 schwere Lastwagen über die Brücke geschickt. Es gebe zwei Optionen, sagt Jäschke: Umwege fahren oder weniger Güter aufladen. Mit einem Kunden habe er bereits eine geringere Zuladung pro Fahrt vereinbart.
Verärgert seien die Unternehmer im Hafenbereich aber vor allem über die fehlende Ankündigung seitens der Stadt. „Es gab null Kommunikation“, sagt Jäschke. „Es wird nicht mit uns gesprochen.“
Auch auf mehreren Autobahnen müssen Lkw Umleitungen fahren, weil Brücken nicht mehr intakt sind.