Investition am Römerweg

1,4 Millionen Euro für Feuerwache Nord: Lüdenscheid wartet auf Unterstützung

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Feuerwehr-Chef Christopher Rehnert (links) und sein Abteilungsleiter Jörg Weber bei der Baustellenbesichtigung an der Feuerwache am Römerweg.
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Der Bau der neuen Feuerwache Lüdenscheid Nord am Römerweg zwingt die Stadt zu Investitionen und Unterhaltskosten im Millionenbereich – und wäre ohne die Sperrung der Rahmedetalbrücke nicht notwendig gewesen. Obwohl die Kreisstadt völlig unverschuldet in die Situation geraten ist, bleibt sie bislang auf den Kosten für die Feuerwache Nord sitzen.

Lüdenscheid - Stadtpressesprecherin Marit Schulte-Zakotnik bestätigt: „Eine Zusage zur Kostenerstattung von Bund und Land liegt nicht vor.“ Dabei wäre finanzielle Hilfe aus Düsseldorf und Berlin angesichts der ohnehin angespannten Haushaltslage Lüdenscheids mehr als willkommen. So nutzte Bürgermeister Sebastian Wagemeyer am Wochenende anlässlich der Jahresdienstbesprechung der Feuerwehr im Kulturhaus die Gelegenheit, NRW-Innenminister Herbert Reul um Unterstützung zu bitten.

Wie groß die Belastung durch den Bau der Feuerwache Nord für den städtischen Haushalt ausfällt, verdeutlicht eine aktuelle Auflistung der einmaligen und laufenden Kosten. Demnach sind zunächst 700 000 Euro angefallen, um das Grundstück am Römerweg herzurichten, die Bodenplatte und die Fundamente zu gießen, die Container und die Fahrzeughalle anliefern und montieren zu lassen sowie Mobiliar und Ausstattung zu besorgen. Die Bereitstellung der Mittel ist bereits im vergangenen Jahr erfolgt und ergänzend für dieses Jahr im Haushalt veranschlagt.

Die laufenden Kosten für den Betrieb der Feuerwache Nord liegen nach Auskunft aus dem Rathaus bei rund 1,4 Millionen Euro pro Jahr. Darin enthalten sind Aufwendungen für die Bezahlung des Einsatzpersonals, Miete und Pacht für Grundstück und Gebäude sowie laufende Betriebskosten für Energie, Wartung oder Reinigung. 100 000 Euro jährlich werden in der Stadtverwaltung als „rentierlicher Anteil“ geführt, der über den Rettungsdienstbedarfsplan vom Kreis erstattet wird.

Von einer Erstattung wenigstens eines Kostenanteils durchs Land oder den Bund kann derweil noch keine Rede sein. Marit Schulte Zakotnik: „Die Stadt ist hierzu in entsprechenden Gesprächen.“ Beim Treffen auf der Baustelle am Freitag sagte dazu ZGW-Architekt Andreas Beckmann: „Wir führen die Gespräche sehr herzhaft.“ Eine Einigung steht noch aus.

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