- VonTorsten Haarmannschließen
Während der laufenden Abschlussprüfung hat eine Schülerin in Hamm einen Feueralarm ausgelöst. Einen akuten Anlass gab es dafür nicht. Aber eine schnelle Evakuierung und später eine hitzige Diskussion.
Hamm - Ein Feueralarm an der Realschule Mark beschäftigt eine Woche nach der Aufregung noch die Schulgemeinde in Hamm - insbesondere die Zehntklässler. Die waren mitten in der zentralen Abschlussprüfung in Deutsch wegen eines Fehlalarms zu einer Zwangspause ins Freie geeilt. Sie wollen nun beim Nachschreibtermin die Chance auf eine bessere Note nutzen. Den Alarm hatte eine Schülerin mit Absicht ausgelöst, wie es heißt. Das hat Folgen. Unsere Zeitung hat erst verspätet von dem Vorfall am 4. Mai erfahren.
Ein solcher Fehlalarm ist selten. „Habe ich noch nicht erlebt“, sagt Schulleiterin Dr. Beatrix Günnewig nach rund 20 Jahren Schuldienst. Dass er während einer Abschlussprüfung ausgelöst wurde, kommt oben drauf.
Feueralarm an Schule ausgelöst: alle Schüler evakuiert
Für die meisten der rund 500 Realschüler hatte der Donnerstag als normaler Schultag begonnen. Dagegen waren die 86 Zehntklässler in der zentralen Deutsch-Prüfung vertieft, als nach der großen Pause der Feueralarm schrillte. Die Schule musste evakuiert werden. Vor allem jüngere Schüler seien aufgeregt gewesen, sagt Günnewig. „Aber nach kurzer Zeit war klar, dass es ein Fehlalarm war. Es stellte sich heraus, dass eine Schülerin mit Absicht die Scheibe eines Notrufknopfs eingeschlagen hatte.“
Unterdessen lief die Evakuierung. Sie habe Zeit gebraucht, sagt sie, um sich des Fehlalarms zu versichern, die Sirenen zurückzusetzen und die Leitstelle der Feuerwehr zu verständigen, damit keine Einsatzkräfte ausrückten. Schulleiterin Günnewig: „Es hat 20 bis 25 Minuten gedauert, bis die Schüler wieder in die Klassen gehen konnten.“
Feueralarm an Schule ausgelöst: Nachschreiben möglich
Einige seien „aufgebracht gewesen“, heißt es aus dem Kreis der besonders betroffenen Zehntklässler. Andere nahmen die Störung eher gelassen, auch „weil man in Deutsch nicht schummeln kann“, sagt ein Abschlussschüler. Gleichwohl habe mancher die Prüfung unkonzentriert fortgesetzt.
„Ich habe entschieden, dass die Zehntklässler weiterschreiben“, sagt die Schulleiterin. Zur rechtlichen Absicherung hielt sie Rücksprache mit der Bezirksregierung. So ging ein Schreiben an die Eltern, in dem ihren Kindern die Möglichkeit eingeräumt wird, den regulären Nachschreibtermin für die Abschlussarbeit als Prüfungswiederholung zu nutzen. Die Anmeldefrist dazu endet an diesem Donnerstag. Die genaue Zahl hat Günnewig noch nicht, aber in der Tendenz seien es nur ein bis zwei Schüler je Klasse, die die Möglichkeit nutzen wollen. Nachschreibtermin ist am 16. Mai.
Feueralarm an Schule ausgelöst: Schülerin suspendiert
Einen Zusammenhang zwischen Fehlalarm und Prüfung gibt es laut Günnewig nicht. Die Schülerin, die den Alarm auslöste, gehöre zu einem anderen Jahrgang. Sie sei vom Unterricht suspendiert. Sie hat eine Ordnungsmaßnahme zu erwarten. Es kann sein, dass sie die Schule verlassen muss.
Bei aller Aufregung zeigte sich, dass die Schule gut auf einen Ernstfall vorbereitet ist. Nach dem Auslösen des Alarms hätten sich alle innerhalb weniger Minuten am Sammelpunkt eingefunden, sagt Günnewig. „Das hat super geklappt.“ Der jüngste Probealarm hat sicherlich dazu beigetragen.
Im Allee-Center wird regelmäßig das Verhalten bei einem (nicht angekündigten) Feueralarm geübt. Zuletzt war das im Oktober 2022 der Fall.
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