Drogenszene in Hammer Innenstadt

Nach Junkie-Attacke: Stadt will Gastronomen besser schützen

+
Mitarbeiter von KOD und Polizei gehen gemeinsam Streife. (Symbolbild)
  • schließen

Die Diskussion um die Drogenszene in der Innenstadt wurde durch eine Attacke auf einen Gastronomen in ein neues Schlaglicht gerückt. Die Stadt Hamm erklärt ihr jüngstes Vorgehen und was künftig besser werden soll.

Hamm - Berichte rund um eine blutige Attacke eines Junkies auf einen Gastronomen in Hamm haben die Kritik am Vorgehen gegen die sich augenscheinlich ausweitende offene Drogenszene befeuert. Vor diesem Hintergrund erläutert Stadtsprecher Detlef Burrichter gegenüber dem WA das aktuelle Vorgehen der städtischen Institutionen. Polizeisprecher Hendrik Heine hatte schon zuvor betont, dass die Polizei ihre vorgegebenen Möglichkeiten vollauf ausschöpfe.

Der Kommunale Ordnungsdienst (KOD) hat in den zurückliegenden Wochen zusätzlich zu den Bezirksteams Mitte vier uniformierte Einsatzkräfte in den Bereichen Bahnhof, Bahnhofstraße, Westentor, Weststraße, Pauluskirche und Nordring eingesetzt. In der Folge seien zahlreiche Bürgergespräche geführt sowie mündliche Mahnungen und auch Platzverweise erteilt worden, so Burrichter.

Drogenabhängige im Eingangsbereich der Hauptpost am Hauptbahnhof.

Darüber hinaus seien vier Streetworker in der gesamten Innenstadt unterwegs und würden bei besonderen Vorkommnissen hinzugezogen. Sie pflegten auch einen regelmäßigen Austausch mit den KOD-Einsatzkräften vor Ort. Die Streetworkerinnen hätten sich auch in den Gastronomiebetrieben, bei Geschäftsinhabern, Marktbeschickern sowie bei der Sparkassen-Hauptstelle vorgestellt und ihre Unterstützung angeboten.

Kürzlich hatte sich in Hamm eine Lenkungsgruppe aus zahlreichen Institutionen versammelt, um die Sicherheit in der Stadt zu erhöhen. Stadt und Polizei Hamm hatten im September bekannt gegeben, sie wollten neue Maßstäbe in der Zusammenarbeit setzen.

Ein Junkie vor der Tür des früheren Geschäfts „Schreiben und Schenken“ in der Weststraße.

Stadt: „Werden aktiv auf die Gastronomen zugehen“

Auch in der jüngsten Sitzung des Beirats Einzelhandel am Mittwoch, 11. Oktober, sei die Thematik Innenstadt-Gastronomie und Sicherheit diskutiert worden. Die Teilnehmer seien darüber informiert worden, dass die Polizei und der KOD der Stadt die gemeinsamen Streifen an den neuralgischen Punkten der Innenstadt verstärken würden. Zudem sollen Mitarbeiter des Ordnungsdienstes und die Bezirksbeamten der Polizei „aktiv auf die Gastronomen zugehen, um sich regelmäßig über aktuelle Entwicklungen auszutauschen“.

Zwei Drogenabhängige im Nordringpark, weit abseits des ihnen zugedachten Szenepavillons.

Polizei: Schöpfen rechtliche Möglichkeiten aus

Für die Hammer Polizei hatte deren Sprecher am Mittwoch Vorwürfe zurückgewiesen, sie gehe nicht akribisch und proaktiv genug mit Vorkommnissen und dem Geschehen generell um. Im Gegenteil würden die Beamten alles ihnen rechtlich Mögliche und Machbare tun. Das letzte Wort hätten aber in der Regel nicht sie selbst, sondern die Justiz. So habe die Staatsanwaltschaft am 7. Oktober etwa die Freilassung des 33-jährigen Tatverdächtigen angeordnet.

Heine gab allerdings auch zu bedenken, dass in Einzelfällen - zum Beispiel 2. Oktober, als der genannte Gastronom schwer verletzt wurde - die Einsatzbelastung sehr hoch sei.

Teil der Drogenszene war offenbar auch ein Mann, der vor wenigen Tagen im Krankenhaus starb. Er war im Nordringpark ins Wasser gegangen und musste anschließend reanimiert werden.

Kommentare