Große Ausbreitung

Nosferatu-Spinne in NRW: Ist die giftige Zoropsis spinimana gefährlich?

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Die Nosferatu-Spinne ist längst in Deutschland heimisch geworden. Sie verbreitet sich auch in NRW immer weiter. Ist sie gefährlich? Lässt sie sich fangen?

Hamm - Bereits seit einigen Jahren breitet sich die Nosferatu-Spinne in Deutschland aus. Für Personen mit einer Spinnenphobie wahrlich ein Albtraum mit ihren bis zu fünf Zentimeter langen, haarigen Beinen und ihrem gelben, robusten Körper. Längst ist die „Zoropsis spinimana“ auch in Nordrhein-Westfalen angekommen.

SpinneNosferatu-Spinne
Höhere KlassifizierungZoropsis
Wissenschaftlicher NameZoropsis spinimana

Nosferatu-Spinne wird auch in NRW heimisch: Wie gefährlich ist die Zoropsis spinimana?

Beim Portal „Naturgucker.de“ seien allein seit dem 1. August 1300 Sichtungen von 1700 Exemplaren in NRW gemeldet worden, sagte Thorsten Wiegers, Sprecher des Naturschutzbunds (Nabu) NRW. Ein klares Indiz dafür, dass die Spinne hierzulande schon heimisch geworden ist.

Da stellen sich viele jetzt die Frage: Ist die Nosferatu-Spinne gefährlich? Anders als die meisten in NRW und Deutschland lebenden Spinnenarten, kann sie mit ihren Beißwerkzeugen sogar die menschliche Haut durchdringen. Beißt sie einen Menschen, sei dies dennoch nur mit einem leichten Wespenstich zu vergleichen, erklären Experten. Und dies tue sie ohnehin nur, wenn sie sich in Gefahr sieht oder bedrängt fühle.

Aus diesem Grund sollte man die Nosferatu-Spinne nicht mit bloßer Hand einfangen. Stattdessen sollte man ein Glas über sie stülpen, eine dünne Pappe unter das Glas schieben und das Tier ins Freie verfrachten, lautet der Tipp von Experten.

Nosferatu-Spinne mag Wärme und ist an und in Gebäuden zu finden

Wie fast alle anderen Spinnenarten, ist auch die Nosferatu-Spinne giftig, erläutert der Nabu NRW auf seiner Homepage. Doch sie nutzt ihr Gift vor allem für die Jagd, um ihre Beute zu betäuben.

Schlangen, Spinnen, Spitzmaus: Die 13 giftigsten Tiere Deutschlands

Giftige Spinne in Deutschland: der Ammen-Dornfinger
10: Ammen-Dornfinger. Die aus Europa stammende Spinne ist auch in Deutschland beheimatet. Ein Biss löst starke Schmerzen aus und führt selten zu Symptomen wie Schüttelfrost, Schwindel, Erbrechen, Fieber oder Kreislaufversagen. © Patrick Pleul/dpa
Giftige Tiere in Deutschland: die Gelbbauchunke
Die Gelbbauchunke zeigt, wie der Name schon sagt, ihren gelben Bauch, wenn sie sich bedroht fühlt. Ihr Gift kann unsere Schleimhäute reizen, gilt aber nicht als extrem gefährlich.  © Jochen Lübke/dpa
Giftige Tiere in Deutschland: das Petermännchen
Das Petermännchen ist in Nord- und Ostsee weit verbreitet. Gefährlich: Der giftige Fisch gräbt sich gerne unter Wasser im Sand ein. Wer darauf tritt, könnte bald von Schmerzen, Schwellungen und sogar Lähmungen betroffen sein.  © Wolfgang Runge/dpa
Giftige Tiere in Deutschland: die Spitzmaus
Auch dieser harmlos aussehende Insektenfresser findet sich in der Liste der giftigsten Tiere Deutschlands wieder. Der Speichel der Spitzmaus ist zwar nur für ihre kleine Beute giftig – doch ihr Biss kann das tödliche Borna-Virus auf Menschen übertragen. © Frank Rumpenhorst/dpa
Giftige Tiere in Deutschland: die Kreuzotter
In Deutschland gibt es nur sehr wenige Giftschlangen-Arten – eine davon ist die Kreuzotter, deren Gift für Kinder, Kranke und Senioren lebensgefährlich sein kann.  © Sammer/dpa
Gifttiere in Deutschland: die Aspisviper
Die Aspisviper kommt in Deutschland wesentlich seltener vor als die Kreuzotter. Die Schlange setzt bei ihrem Biss etwas weniger Gift ab, die Symptome sind jedoch ähnlich.  © Roland Weihrauch/dpa
Giftige Tiere in Deutschland: der Schwarzblaue Ölkäfer
So hübsch der Schwarzblaue Ölkäfer auch aussieht – das mittlerweile gefährdete Insekt sollte man nicht anfassen. In Bedrohungslagen versprüht der Käfer ein Gift, das die Schleimhaut reizen kann.  © Frank Hecker/Senckenberg/dpa
Giftige Tiere in Deutschland: der Eichenprozessionsspinner
Die Raupen des Eichenprozessionsspinners sollten auf keinen Fall berührt werden. Ihre giftigen Härchen können viele Symptome auslösen – darunter Asthma, Ausschläge, Fieber und Schwindel.  © Soeren Stache/dpa
Giftige Tiere in Deutschland: der Feuersalamander i
Der Feuersalamander sieht mit seiner grellen Farbe schon aus wie ein lebendiges Warnsignal. Sein giftiges Hautsekret löst bei Menschen leichtes Hautbrennen aus – doch wenn das Gift ins Maul eines Hundes gelangt, kann das tödlich enden.  © Boris Roessler/dpa
Giftige Tiere in Deutschland: die Gelbe Haarqualle/Feuerqualle
Die Gelbe Haarqualle ist besser bekannt als Feuerqualle. Sie kommt in Nord- und Ostsee vor. Ihr Gift kann bei Berührung nicht nur Hautausschläge sondern auch Fieber und Atemnot auslösen. © Angelika Warmuth/dpa/Symbolfoto
Spinnennetz Symbolfoto
Die Wasserspinne ist die einzige Spinnen-Art, die unter Wasser lebt. Gruselig: Sie lebt in einer Luftblase, mit der sie sich mit Sauerstoff versorgt. Ihr Biss ist für den Menschen jedoch nur wenig giftig – ähnlich wie ein Wespenstich.  © Frank Rumpenhorst/dpa/Symbolfoto
Über seine Haut sondert der Froschlurch ein Gift ab, um sich vor Fressfeinden zu schützen. An sich ist dieses Gift für den Menschen ungefährlich, es sollte aber auf keinen Fall in die Augen gelangen.
Über seine Haut sondert der Froschlurch ein Gift ab, um sich vor Fressfeinden zu schützen. An sich ist dieses Gift für den Menschen ungefährlich, es sollte aber auf keinen Fall in die Augen gelangen. © IMAGO/imageBROKER/GoMaierhofer
Der Lebensraum der Gartenkreuzspinne sind meist Waldwege und Waldränder.
Ihren Lebensraum hat die Gartenkreuzspinne meist auf Waldwegen und Waldrändern. Ihre Giftklauen befinden sich vorne am Kopf, diese sind jedoch so kurz, dass sie kaum durch die menschliche Haut dringen. Ihr Gift ist für den Menschen nicht tödlich. Ihr Biss fühlt sich wie ein Mückenstich. © IMAGO/imageBROKER/Jürgen Kosten

Zu finden sei die Nosferatu-Spinne vor allem da, wo es warm ist - also gerne an und auch in Gebäuden. Die Tiere mit einer Körperlänge von bis zu zwei Zentimetern und einer Beinspannweite von etwa fünf Zentimetern fangen ihre Beute nicht in Netzen, sondern verfolgen sie.

Die zur Familie der Kräuselspinnen gehörende invasiven Art stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und wurde vermutlich als „blinder Passagier“ im Güterverkehr nach Deutschland eingeschleppt. Dort wurde die Spinne erstmals im Jahr 2005 in Freiburg im Breisgau entdeckt.

Auch Klimawandel begünstigt Ausbreitung der Nosferatu-Spinne in NRW und Deutschland

Mittlerweile gibt es aber weitere Faktoren. „Der Klimawandel und damit einhergehende milde Winter begünstigen nun die Ausbreitung der Tiere“, wird Frederik Eggers, Teamleiter Natur- und Umweltschutz beim Nabu Niedersachsen, vom RND zitiert.

In NRW tauchte sie vor einigen Wochen erstmals in Coesfeld auf. Ihren Namen verdankt sie der charakteristischen Zeichnung auf ihrem Rücken, die an die Figur „Nosferatu“ aus der ersten großen Verfilmung des Schauerromans „Dracula“ erinnert. (mit dpa)

Rubriklistenbild: © Robert Pfeifle/dpa

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