VonMarvin K. Hoffmannschließen
In einem Wohnhaus in NRW wurde eine Nosferatu-Spinne gesichtet. Die Spinne fühlt sich gerade jetzt in unserer Nähe besonders wohl. Wer sie entdeckt, sollte handeln.
Dortmund – Die ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammende Nosferatu-Spinne (Zoropsis spinimana) hat sich in den vergangenen Jahren rasant in Nordrhein-Westfalen ausgebreitet. NRW ist, so zeigen es aktuelle Studien, neben Baden-Württemberg das Bundesland mit den meisten Beobachtungen dieser invasiven Art. Gerade jetzt könnte man sie auch wieder vermehrt in Häusern und Wohnungen antreffen.
Die kalte Jahreszeit treibt Spinnen und anderes Krabbelgetier ins Warme. Gerade bei uns Menschen fühlt sich die Nosferatu-Spinne ziemlich wohl – wie auch unlängst eine Entdeckung in einem Hausflur in Dortmund (siehe Foto oben) beweist. Allein beim Portal Naturgucker.de wurden schon weit über 1.000 Sichtungen dieser Spinne in NRW gemeldet, was zeigt, dass der giftige Achtbeiner hierzulande bereits nahezu heimisch geworden ist. Besonders häufig kommt sie entlang des Rheins und der Ruhr vor, wobei Städte wie Köln bereits 2006 erste Nachweise verzeichneten.
Nosferatu-Spinne breitet sich aus – NRW besonders betroffen
Die Nosferatu-Spinne verdankt ihren gruseligen Namen der charakteristischen dunklen Zeichnung auf ihrem Rücken, die an die Vampirfigur aus dem Gruselfilm-Klassiker erinnert. Mit einer Körperlänge von bis zu zwei Zentimetern und einer Beinspannweite von bis zu sechs Zentimetern zählt sie zu den größten Spinnen Deutschlands. Eine Besonderheit dieser Art ist ihre Fähigkeit, dank spezieller Hafthaare an den Beinen sogar an senkrechten Glasscheiben hochzuklettern – oder eben glatte Fliesen, wie in unserem konkreten Fall. Anders als andere Spinnenarten baut sie keine Netze zum Beutefang, sondern ist ein aktiver Lauerjäger, der sich tagsüber in dunklen Verstecken aufhält und nachts auf die Jagd geht.
Obwohl die Nosferatu-Spinne zu den wenigen Spinnen in Deutschland gehört, die durch menschliche Haut beißen können, ist ihr Gift für gesunde Menschen nicht gefährlich. Der Biss wird meist als etwa so schmerzhaft wie ein leichter Wespenstich beschrieben und verursacht nur lokale Rötungen oder Schwellungen. Allerdings sollten Allergiker vorsichtig sein, da in seltenen Fällen schwere allergische Reaktionen auftreten können – wie ein dokumentierter Fall aus Köln im August 2024 zeigt, bei dem ein Mann aufgrund einer Entzündung zweimal operiert werden musste. Die Spinne beißt jedoch nur bei direkter Bedrohung und verhält sich normalerweise eher defensiv.
Entdecken Sie eine Nosferatu-Spinne in Ihrem Zuhause, gilt vor allem: Ruhe bewahren! Die Spinne wird nur aggressiv, wenn sie sich bedroht fühlt. Zur sicheren Entfernung stülpen Sie einfach ein ausreichend großes Glas über das Tier und schieben ein Stück Pappe darunter, um die Spinne anschließend mindestens 50 Meter vom Haus entfernt wieder freizulassen. Wichtig für die Wissenschaft: Melden Sie Ihre Sichtung beim NABU-Naturgucker-Portal, wo Sie Fundort, Datum und idealerweise ein Foto dokumentieren können. Diese Bürgerbeteiligung hilft Forschern der Universität Münster und des LWL-Museums dabei, die Ausbreitungsdynamik dieser neuen Art besser zu verstehen und wichtige Erkenntnisse über den Klimawandel und seine Auswirkungen auf unsere heimische Tierwelt zu gewinnen.
