Hier liegt ein Kaiser begraben

NRW-Altstadt mit prächtigem Dom zieht Besucher an – Köln ist es nicht

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Wer europäische Geschichte erkunden will, sollte diese berühmte NRW-Altstadt besuchen. Hier beeindruckt auch ein prächtiger Dom – doch Köln ist es nicht.

Hamm/Aachen – Nordrhein-Westfalen hat viele malerische Altstädte zu bieten, die sich für einen Ausflug lohnen. Die wenigsten grenzen aber gleich an zwei andere Länder. Genauer gesagt tut das in dieser Größenordnung auch nur eine: Aachen. Doch das ist nicht die einzige Besonderheit dieser Stadt im Dreiländereck Deutschland-Niederlande-Belgien. Hier ist nämlich ein ganz berühmter Monarch begraben. Seine Überreste ziehen jährlich Hunderttausende in ihren Bann.

Malerische Altstadt und Aachener Dom – ein Meisterwerk der Architektur

Und diese Überreste sind natürlich nicht irgendwo verbuddelt worden, sondern werden an einem ganz besonderen Ort aufbewahrt. Sie befinden sich im Karlsschrein und der befindet wiederum natürlich auch an einem bedeutenden Ort, dem Aachener Dom: Hier liegen die Überreste Karls des Großen. Das bedeutende Relikt lockt jedes Jahr Touristen aus der ganzen Welt an. Der tote Kaiser war schließlich nicht irgendwer.

Der Aachener Dom ist eine bedeutende Kirche und Krönungsstätte vieler Könige.

Karl der Große ist so etwas wie der Urvater eines vereinten Europas. Jedenfalls war er es, der als erster Mensch eine gemeinsame europäische Identität in den Vordergrund stellte, die auch auf gemeinsamen Werten basierte – und das immerhin schon im späten 8. und frühen 9. Jahrhundert nach Christus. Kein Wunder, dass nach ihm auch der Karlspreis benannt wurde. Dieser wird an Persönlichkeiten oder Institutionen verliehen, die sich in besonderer Weise für die europäische Einigung engagieren. Seit seiner Erstverleihung 1950 in Aachen steht der Preis als Symbol für den Einsatz für Frieden, Demokratie und Völkerverständigung in Europa. Wobei der alte Karl es mit dem Frieden nicht immer so hatte – aber das sei mal der Zeit geschuldet.

Karl der Große und Aachen – eine historische Verbindung

Das Reich Karls des Großen dehnte sich, so war es im Mittelalter üblich, durch Feldzüge aus. Es hatte dabei aber keine Hauptstadt im heutigen Sinne. Vielmehr zog er umher und regelte unterwegs die Regierungsgeschäfte. Hierbei steuerte er samt Hofstaat sogenannte Pfalzen an – Aachen galt als seine wichtigste Pfalz. Das schlägt sich auch heute noch in den monumentalen Bauten nieder.

Kommen wir zurück zum Aachener Dom – alleine der ist schon einen Ausflug in die malerische Altstadt in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Niederlanden und Belgien wert. Der Aachener Dom beeindruckt vor allem durch seine einzigartige Mischung aus verschiedenen architektonischen Epochen und Stilen. Klar, ihn gibt es schon lange, da haben einige Baumeister natürlich im Laufe der Jahre an ihm herumgewerkelt.

Der goldene Karlsschrein steht heute im Aachener Dom.

Ursprünglich wurde er um 796 nach Christus als Pfalzkapelle Karls des Großen errichtet und galt schon seinerzeit als Meisterwerk der karolingischen Architektur. Mittlerweile stechen aber auch die gotischen Elemente hervor. Hinzu kommt eine weitere Besonderheit: Mit seinen beeindruckenden, etwa 26 Meter hohen Fensterbögen gehört der Chorbau zu den höchsten gotischen Kirchenfenstern Europas und verleiht dem Bau eine fast ätherische Leuchtkraft, weshalb er manchmal auch als das „Glashaus von Aachen“ bezeichnet wird. 1978 wurde der Dom unter anderen auch deswegen als erstes deutsches Denkmal in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen.

Aachens Altstadt: Mehr als nur historische Fassaden

Dabei hat die Aachener Altstadt natürlich noch mehr zu bieten. Am belebten Marktplatz gelegen, besticht das Aachener Rathaus durch seine kunstvolle Fassade und seine zentrale Lage. Es bietet eine wunderbare Kulisse, um die Atmosphäre der Altstadt auf sich wirken zu lassen. Anschließend könnte sich noch ein weiterer Abstecher lohnen.

Die engen, geschichtsträchtigen Gassen laden zu einem entspannten Bummel ein. Entdecken Sie versteckte Ecken, malerische Plätze und bewundern Sie die historischen Fassaden, die den Charme der Stadt ausmachen – und genießen Sie einfach mal einen Tagesausflug in NRW. Das Land hat schließlich einiges zu bieten und überrascht immer wieder.

Rubriklistenbild: © Marius Becker/dpa

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