VonMaximilian Gangschließen
Mehrere Städte aus NRW schneiden in einem neuen Kaufkraft-Ranking schlecht ab. Auch in Hamm können sich die Menschen relativ wenig leisten.
Hamm – Rund jeder fünfte Mensch in Deutschland lebt in Armut. Bezogen auf Nordrhein-Westfalen sprach der Paritätische Wohlfahrtsverband von einem „rasanten Wachstum“, als er im Armutsbericht im vergangenen Jahr den höchsten Wert im Land seit 1989 verzeichnete. Besonders im Ruhrgebiet ist bei vielen Familien das Geld am Ende des Monats knapp. Das ändert sich auch nicht, wenn man die teilweise niedrigeren Lebenshaltungskosten mit einberechnet, wie eine neue Analyse zeigt.
NRW-Städte schneiden im Kaufkraft-Ranking schlecht ab – auch Hamm
Mit Gelsenkirchen (Rang 399/400), Duisburg (398) und Herne (396) befinden sich drei Kandidaten aus NRW unter den fünf Landkreisen und kreisfreien Städten mit der niedrigsten Kaufkraft. Neben Oberhausen (383) können sich auch die Menschen aus Hamm (373) in ihrer Heimat vergleichsweise wenig leisten. Das ist das Ergebnis einer Analyse des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW), das neben dem Pro-Kopf-Einkommen auch das mitunter stark variierende Niveau der Lebenshaltungskosten mit einbezieht.
Um herauszufinden, wie viel sich die Menschen tatsächlich leisten können, hat das IW die Daten der statistischen Ämter aus Land und Bund mit einem selbst erhobenen regionalen Preisindex aus 2023 ins Verhältnis gesetzt. Was das bewirken kann, zeigt sich bei den Spitzenreitern im Land: Mit dem Kreis Olpe (13) und dem Hochsauerlandkreis (15) nehmen zwei Kreise diese Plätze ein, die nicht unbedingt für ihr hohes Pro-Kopf-Einkommen bekannt sind. Hier sind die Lebensunterhaltungskosten vergleichsweise gering.
Hohe Wohnkosten sorgen für schlechte Bilanz für die „Super Cities“
Auffällig: Auch die deutschen Metropolen schneiden unterdurchschnittlich schlecht ab. So landen Hamburg (304), Köln (352), Berlin (373) und Frankfurt am Main (389) allesamt im hintersten Viertel des Rankings. Das sei vor allem auf die hohen Wohnkosten in den sogenannten „Super Cities“ zurückzuführen, heißt es als Erklärung vom IW. Abgesehen davon seien die Unterschiede im Preisniveau recht gering. Unter den Groß-Großstädten schneiden lediglich Düsseldorf (131) und vor allem München (33) relativ gut ab.
Auch abseits der Hauptstadt landen viele bayerische Landkreise sehr weit vorne. Fünf der zehn bundesweit am besten platzierten Regionen befinden sich im südlichsten Bundesland. Den Spitzenplatz nimmt der Landkreis Starnberg ein. Und das, obwohl das Leben dort um fast 14 Prozent teurer ist als im Bundesschnitt. Das sei auf das hohe Nettoeinkommen zurückzuführen, heißt es von den Autoren. Mit mehr als 40.000 Euro liegt dieses deutlich über dem Rest Deutschlands.
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