Tagebau Garzweiler

„Stimmungslage kippt“: Lützerath-Aktivisten hinterlassen Dreck und Müll – Anwohner sauer

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Die Stimmung der Bewohner in Erkelenz kippt: Die Klimaaktivisten am Tagebau Garzweiler hinterlassen zu viel Müll und Dreck, so Bürgermeister Stephan Muckel.

Erkelenz – Die Aktionen von Klimaschützern am Rande des Tagebaus Garzweiler stoßen in den betroffenen Ortsteilen nach dem Eindruck des Erkelenzer Bürgermeisters Stephan Muckel zunehmend auf Kritik. „Nach meinem Eindruck kippt die Stimmungslage in den Dörfern ein bisschen“, sagte der CDU-Politiker der dpa.

Die Stimmung der Bewohner kippt: Die Klimaaktivisten hinterlassen zu viel Müll und Dreck (Symbolbild).

Bewohner von Erkelenz kritisieren Klimaaktivisten: Zu viel Graffiti, Müll und Dreck

Dies geschehe vor dem Hintergrund von Protesten, bei denen ein Teil der Teilnehmer sich nicht an Regeln gehalten habe. Unter anderem hatte sich bei einer Demonstration eine Gruppe getrennt und versucht, die abgeriegelte und zum Abriss vorgesehene Ortschaft Lützerath nach der Lützerath-Räumung zu stürmen. Das hatte die Polizei verhindert. Viele Menschen seien aufgebracht über Protestformen wie Ankleben oder das Abseilen von Brücken, berichtete Muckel. Das bekomme er von vielen per Mail und persönlich mitgeteilt.

Man sehe in den verbliebenen Orten zudem vermehrt Graffiti, Müll und Dreck. In den Orten, die ursprünglich für die Braunkohle abgebaggert werden sollten, seien etwa 90 Prozent der Häuser verlassen. Zwischen verschiedenen Behörden seien Maßnahmen in Abstimmung, um vor Ort für mehr Sicherheit und Ordnung zu sorgen. Klimaaktivisten aus Lützerath haben sich in Zelten auf einem Bolzplatz im Nachbarort Keyenberg niedergelassen.

Räumung des Dorfes Lützerath — Aktivisten und Polizei treffen aufeinander

Die Polizei hat am Mittwoch (11. Januar) damit begonnen, den von Klimaaktivisten besetzten Braunkohleort Lützerath zu räumen.
Räumung des Dorfes Lützerath © Rolf Vennenbernd/dpa
Die Polizei hat am Mittwoch (11. Januar) damit begonnen, den von Klimaaktivisten besetzten Braunkohleort Lützerath zu räumen.
Räumung des Dorfes Lützerath © Rolf Vennenbernd/dpa
Die Polizei hat am Mittwoch (11. Januar) damit begonnen, den von Klimaaktivisten besetzten Braunkohleort Lützerath zu räumen.
Räumung des Dorfes Lützerath © Rolf Vennenbernd/dpa
Die Polizei hat am Mittwoch (11. Januar) damit begonnen, den von Klimaaktivisten besetzten Braunkohleort Lützerath zu räumen.
Räumung des Dorfes Lützerath © Rolf Vennenbernd/dpa
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Die Polizei hat am Mittwoch (11. Januar) damit begonnen, den von Klimaaktivisten besetzten Braunkohleort Lützerath zu räumen.
Räumung des Dorfes Lützerath © Rolf Vennenbernd/dpa
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Die Polizei hat am Mittwoch (11. Januar) damit begonnen, den von Klimaaktivisten besetzten Braunkohleort Lützerath zu räumen.
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Die Polizei hat am Mittwoch (11. Januar) damit begonnen, den von Klimaaktivisten besetzten Braunkohleort Lützerath zu räumen.
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Die Polizei hat am Mittwoch (11. Januar) damit begonnen, den von Klimaaktivisten besetzten Braunkohleort Lützerath zu räumen.
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Die Polizei hat am Mittwoch (11. Januar) damit begonnen, den von Klimaaktivisten besetzten Braunkohleort Lützerath zu räumen.
Räumung des Dorfes Lützerath © Rolf Vennenbernd/dpa
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Räumung des Dorfes Lützerath © Rolf Vennenbernd/dpa
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Räumung des Dorfes Lützerath © Rolf Vennenbernd/dpa
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Räumung des Dorfes Lützerath © Rolf Vennenbernd/dpa
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Die Polizei hat am Mittwoch (11. Januar) damit begonnen, den von Klimaaktivisten besetzten Braunkohleort Lützerath zu räumen.
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Die Polizei hat am Mittwoch (11. Januar) damit begonnen, den von Klimaaktivisten besetzten Braunkohleort Lützerath zu räumen.
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Die Polizei hat am Mittwoch (11. Januar) damit begonnen, den von Klimaaktivisten besetzten Braunkohleort Lützerath zu räumen.
Räumung des Dorfes Lützerath © Rolf Vennenbernd/dpa
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Räumung des Dorfes Lützerath © Rolf Vennenbernd/dpa
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Die Polizei hat am Mittwoch (11. Januar) damit begonnen, den von Klimaaktivisten besetzten Braunkohleort Lützerath zu räumen.
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Räumung des Dorfes Lützerath © Rolf Vennenbernd/dpa

Kritik an Lützerath-Proteste laut Aktivisten „maßlos übertrieben“

Eine Sprecherin der Polizei Aachen bestätigte am Samstag, dass es Beschwerdeschreiben von Anwohnern aus den Ortschaften gebe. Die Bürgerinitiative „Alle Dörfer bleiben“ nannte die Kritik „maßlos übertrieben“. „Es gab in den letzten Tagen Einzelfälle, bei denen Menschen in verlassene Häuser eingedrungen sind und sie verschmutzt haben – das finden wir sehr bedauerlich“, sagte Dorothée Laumanns laut Mitteilung. Für entstandene Schäden werde man aufkommen.

Die Demonstranten hätten aber in Keyenberg „erstaunlich wenig Müll zurückgelassen“, der schließlich auch selbst beseitigt worden sei. Die Schäden würden politisch instrumentalisiert, kritisierte Alexandra Brüne von der Initiative. Derweil plane RWE sogar, einen Straßenzug am Rande von Keyenberg abzureißen, um den Kohleabbau zu erleichtern. Das sei der eigentliche Skandal. „Wir danken den Menschen, die für die Proteste in den letzten Wochen und Jahren zu uns gekommen sind, um unser Anliegen zu unterstützen.“

Die verlassenen Dörfer bei Lützerath – so sehen sie heute aus

Leerstehende Häuser in Dörfern bei Lützerath
Eine Gaststätte in Keyenberg. Weinranken haben die Fassade überwuchert, der Innenraum ist leer.  © Peter Sieben
Straße in Keyenberg
Leere Straßen und leere Häuser in Keyenberg. © Peter Sieben
Leerstand in Keyenberg
Auch dieser Metzgerladen steht leer. © Peter Sieben
Keyenberg bei Lützerath
In dem Tagebau-Dorf wohnen kaum noch Menschen.  © Peter Sieben
Fenster eines Hauses in Keyenberg
Einige Bewohner sind geblieben – in der Hoffnung, dass es eines Tages wieder lebendig wird in Keyenberg.  © Peter Sieben
Hausfassade in Keyenberg
Um viele Häuser kümmert sich niemand mehr. © Peter Sieben
Verlassene Häuser in Keyenberg
In einigen Dörfern wohnt nur noch ein Bruchteil der ursprünglichen Einwohnerzahl © Peter Sieben
Leerstand in Kuckum
Ein leerstehendes Geschäft in Kuckum. Von den einst 500 Einwohnern sind noch etwa 40 übrig.  © Peter Sieben
Überwuchertes Ladenschild
Ein Laden in Unterwestrich bei Lützerath, den es schon lange nicht mehr gibt.  © Peter Sieben
Verlassener Hof in Unterwestrich
Auch dieser alte Hof in Unterwestrich bei Lützerath ist längst verlassen. © Peter Sieben
Leere Straßein Keyenberg
Die Rolläden sind an den meisten Häusern in Keyenberg heruntergelassen.  © Peter Sieben
Weihnachtsschmuck in Keyenberg
Obwohl nicht mehr viele Menschen hier leben, steht ein Weihnachtsbaum vor der Kirche in Keyenberg. © Peter Sieben
Schild gegen Diebe in einem Vorgarten
In den leerstehenden Häusern in Unterwestrich, Keyenberg oder Kuckum kommt es oft zu Einbrüchen. Die, die noch hier wohnen, wollen Diebe und Vandalen mit solchen Schildern fernhalten.  © Peter Sieben
Gelbes Kreuz auf einer Mauer
Das gelbe Kreuz ist zum Symbol der Protestierenden geworden, die Dörfer wie Lützerath vor dem Abriss bewahren wollen. Man findet es überall in den halbverlassenen Orten nahe dem Tagebau Garzweiler.  © Peter Sieben
Der Friedhof von Kuckum bei Lützerath
Der Friedhof von Kuckum: Regelmäßig werden Gräber werden immer noch umgebettet – obwohl der Ort erhalten bleibt.  © Peter Sieben
Camp in Lützerath
Von den ursprünglichen Hof-Bewohnern ist in Lützerath niemand mehr da. Heute besetzen Klimaaktivisten den Weiler.  © Peter Sieben
Camp Lützerath
Das Camp der Klimaaktivisten in Lützerath am 7. Dezember: RWE hat das Dorf an diesem Tag vom Strom getrennt. © Peter Sieben
Baumhaus im Camp von Lützerath
Ähnlich wie im Hambacher Forst, leben die Aktivisten auch in Baumhäusern.  © Peter Sieben
Baumhaus in Lützerath
Manche der Baumhäuser in Lützerath sind in großer Höhe erbaut. © Peter Sieben
Hof in Lützerath
Die alten Gehöfte bieten ohnehin nur bedingt Schutz – ohne Strom wird es in Lützerath noch härter © Peter Sieben
Barrikaden in Lützerath
Im Januar soll Lützerath geräumt werden. Die Klimaaktivisten rund um die Initiative „Lützerath lebt“ haben Widerstand angekündigt.  © Peter Sieben
Ein zerstörtes Auto im Camp von Lützerath
Direkt an der Grenze zum Camp in Lützerath liegt der Tagebau Garzweiler von RWE.  © Peter Sieben
Braunkohlebagger im Tagebau Garzweiler II
Die gigantischen Braunkohlebagger im Tagebau Garzweiler II sind dauerpräsent: Langsam graben sie sich in Richtung Lützerath.  © Peter Sieben
Plastikstühle in Lützerath am Tagebau Garzweiler II
Protestcamp am Abgrund: Lützerath liegt direkt am RWE-Tagebbau Garzweiler II.  © Peter Sieben
Braunkohlebagger
Die Braunkohlebagger im Tagebau Garzweiler von RWE stehen unmittelbar an der Kante zu Lützerath.  © Peter Sieben
Heimtrainer vor der Grube von Garzweiler
Ein Heimtrainer am Abgrund. Am Tagebau Garzweiler gibt es immer wieder Mahnwachen der Aktivisten aus Lützerath. © Peter Sieben
Gespensterpuppe in Lützerath
Plakativ: Für die Aktivisten aus Lützerath ist Strom aus Kohle ein Schreckgespenst.  © Peter Sieben
Besetzer mit Sturmhauben in Lützerath
Wenn Menschen von außerhalb kommen, vermummen sich viele Besetzerinnen und Besetzer.  © Peter Sieben
Besetzer auf einem Hochsitz in Lützerath
„Wir bauen in die Höhe, um es der Polizei so schwer wie möglich zu machen“, erklärt eine Aktivistin. An mehreren Stellen in und um Lützerath besetzen die Aktivisten permanent Hochsitze, verbringen dort oft Stunden. © Peter Sieben
Ein alter Wohnwagen dient als Barrikade vor Lützerath
Ein alter Wohnwagen dient als Barrikade vor Lützerath. Unterstützung gibt es auch von Gruppen aus anderen Städten. © Peter Sieben
Menschen besuchen das besetzte Lützerath
Anfang Januar kommen immer mehr Menschen nach Lützerath. Aktuell besetzen mehrere hundert Menschen das Dorf. Am 8. Januar gab es zudem einen öffentlichen Dorfspaziergang.  © Peter Sieben

Erkelenz plant Zukunft am Tagebau Garzweiler: Was passiert aus den geretteten Dörfern?

Im Westen von Erkelenz bleiben fünf Dörfer bestehen, die ursprünglich dem Braunkohletagebau weichen sollten. Dort leben noch etwa 200 der ursprünglichen Bewohner. Vor Beginn der Umsiedlung waren es 1500. Hinzu kommen derzeit etwa 300 Geflüchtete aus der Ukraine.

Mit einer Bürgerbeteiligung will die Stadt Erkelenz die neue Planung am Braunkohletagebau Garzweiler begleiten. Allerdings hat die Mehrheit der Bewohner schon verkauft und ist weggezogen. Nun wollen manche zurück in die alten Häuser, andere nicht, einige Bewohner sind die ganze Zeit geblieben. Am 2. Februar beginnt in der Stadthalle von Erkelenz ein öffentliches Beteiligungsverfahren. Erste Ideen zu Landwirtschaft, Naturraum und Siedlungsraum sollen vorgestellt werden. Auch soll es ein Online-Beteiligungsverfahren geben. Besonders Umsiedler und Menschen, die in den Alt-Orten bleiben wollen, sollen gehört werden. Laut Plan soll der Stadtrat Mitte des Jahres eine Zukunftsvision für die Flächen beschließen.

Die fünf Dörfer im ländlichen Westen der Stadt sind verschieden: Dazu gehören Orte mit einem kleinen Zentrum, einer Kirche und alten Vierkanthöfen, andere sind eher kleine Straßendörfer. Durch die geänderten Pläne wurde der Tagebau in den vergangenen Jahren immer wieder verkleinert. „Das bietet Chancen, die wir durch den Prozess nutzen wollen“, sagte Bürgermeister Muckel. 2030 soll die Förderung von Braunkohle im Rheinland zu Ende gehen. (jw mit dpa) Fair und unabhängig informiert, was in NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Rubriklistenbild: © Christoph Hardt/imago

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