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Markus Hanneken
Katharina Bellgardt- Frank Lahme
Heikle Glatteis-Lage in Hamm am Donnerstag und Freitag: Es gab viele Unfälle und noch weit mehr Notfälle, Busse konnten nur eingeschränkt fahren, Schulklassen waren ausgedünnt. Zwischenzeitlich entspannte es sich zwar, doch womöglich bleibt das nicht so.
Hamm - Die Menschen in Hamm sind von einer sehr ungewöhnlichen Glätte-Situation überrascht worden. Von Donnerstagabend bis Freitagmittag (11./12. Januar) war es infolge überfrierender Nässe im ganzen Stadtgebiet spiegelglatt. Das Stichwort lautete Blitzeis. Die Stadt mobilisierte zum Streuen alles, was möglich war. Hunderte Unfälle jeglicher Art waren dennoch unvermeidbar.
Mit einsetzender Dunkelheit wuchs am Freitag die Sorge, dass es eine weitere schwierige Glätte-Nacht geben könnte. Die Temperaturen sollen laut DWD in Hamm wieder in einen leichten Frostbereich rutschen, während Straßen und Wege mit Nässe überzogen sind. Die Feuerwehr wollte zumindest noch keine Entwarnung geben und blieb ebenso wie die ASH-Streuer in Bereitschaft. Laut „Unwetterzentrale.de“ gilt noch bis Samstagmorgen die mittlere „Unwetterwarnung Stufe Orange“.
Unser Glatteis-Ticker für Hamm am Freitag und Samstag
Update vom 12. Januar, 18.30 Uhr: Es ist noch nicht vorbei. Auch an diesem Samstag, 13. Januar, wird es in Hamm zumindest stellenweise noch glatt bleiben. Lediglich in den Nachmittagsstunden wird der eisige Klammergriff, in dem sich das Stadtgebiet seit Donnerstagabend befindet, gelöst sein. Zum Abend hin kann es auf den Straßen und Gehwegen aber schon wieder heikel werden. Das sind die wesentlichen Ergebnisse der letzten, exakt fürs Hammer Stadtgebiet ermittelten Wetterprognose, die am späten Freitagnachmittag im Rathaus vorlagen. Für Sonntag waren die Vorhersagen noch ungewiss. Vorsicht sollte ein jeder aber auch da walten lassen, lautete die Empfehlung an Fußgänger und Verkehrsteilnehmer.
Update vom 12. Januar, 14.45 Uhr: Die Polizei wurde seit Donnerstag, 17 Uhr, zu insgesamt 76 glättebedingten Verkehrsunfällen gerufen: 22 in Bockum-Hövel, 13 in Mitte, jeweils 9 in Pelkum, Hessen und Uentrop sowie jeweils 7 in Herringen und Rhynern. Zu weiteren Unfällen mit Verletzten sei es seit der Nacht zum Glück nicht mehr gekommen.
Update vom 12. Januar, 14.15 Uhr: Viel los ist in den chirurgischen Ambulanzen der Hammer Krankenhäuser. In die St.-Barbara-Klinik kamen im Lauf des Freitagvormittags 34 Patienten mit typischen Sturzverletzung. Schon am Donnerstag hatten die Verantwortlichen des Krankenhauses auf die Wettervorhersagen reagiert und für diesen Freitag eine Personalaufstockung veranlasst. Das Ärzteteam in der Heessener Notfallaufnahme wurde verdreifacht, das dort tätige Pflegepersonal verdoppelt. Trotzdem hatten alle dort Tätigen alle Hände voll zu tun.
Viele Patienten mit Knochenbrüche und sonstigen Sturzverletzungen werden aktuell auch in der Notfallaufnahme des Marienhospitals versorgt. „Es ist extrem viel los. So voll habe ich es dort noch nie erlebt“, sagte Klinik-Sprecherin Bettina Hagemann-Otte am frühen Nachmittag dem WA. Während die Welle in der Barbaraklinik erst morgens um 8 Uhr losbrach, war dies im Marienhospital bereits am Donnerstagabend geschehen.
Update vom 12. Januar, 14.05 Uhr: Nach dem Bibber-Wetter soll nun der Schnee nach NRW kommen – zum Teil bis ins Flachland. Es droht erneut Glätte. Ab Mitte kommender Woche könnte es richtig dicke kommen.
Update vom 12. Januar, 14 Uhr: Der Volleinsatz des Hammer Winterdienstes startete am Donnerstag gegen 17.30 Uhr. Bis 0.30 Uhr seien insgesamt acht Groß- und acht Kleinstreuer sowie darüber hinaus noch zwei Handreiniger-Teams à zwei Personen im Einsatz gewesen, teilte Stadtsprecher Tom Herberg mit. Am Freitagmorgen um 6 Uhr begann ein neuerliche Streueinsatz: Vier Groß- und vier Kleinstreuer sowie diverse Straßenreiniger-Teams seien im gesamten Stadtgebiet unterwegs, um gemeldete Gefahrenstellen zu beseitigen. Hier handele es sich in erster Linie um Nebenstraßen sowie Geh- und Radwege, die nicht der ersten Priorität unterliegen. Auch hier entspanne sich die Lage nach und nach, heißt es.
Die Straßen und Geh- und Radwege der ersten Priorität seien durch den Volleinsatz am Donnerstag abdeckt, so Herberg: „Ein erneutes Streuen war/ist aktuell nicht erforderlich, was sich allerdings schnell ändern kann.“ Die Einsatzleitung des des Abfallwirtschafts- und Stadtreinigungsbetriebs Hamm (ASH) beobachte die Situation und sei in Bereitschaft.
In den städtischen Salzlagern sind noch rund 500 Tonnen Streusalz eingelagert, was noch für zahlreiche Volleinsätze ausreiche. Nachschub könnte kurzfristig bestellt werden.
Update vom 12. Januar, 13.30 Uhr: Seit Beginn des Einsatzes am Donnerstagabend gab es nach Angaben aus dem Rathaus folgende Feuerwehreinsätze rund ums Glatteis, bei denen Personen zu Schaden gekommen sind: Verkehrsunfälle mit Pkw: 3, gestürzte Radfahrer: 4, gestürzte Fußgänger: 27.
Update vom 12. Januar, 13 Uhr: Über die Warn-App „Nina“ wurde die Warnung „Glatteis im Stadtgebiet Hamm“ aufgehoben. Sie galt seit Donnerstag um 18.27 Uhr und war überschrieben mit „Gefahreninformation „Extremes Glatteis“. Vorsicht ist vielerorts trotzdem weiter angebracht, vor allem in Bereichen, die nicht gestreut sind. Zudem könnte es in der Nacht auf Samstag nochmals zu kritischen Glätte-Situationen kommen.
Update vom 12. Januar, 11.50 Uhr: Da inzwischen in weiten Teilen des Stadtgebietes gestreut wurde, konnten alle Einschränkungen bei den Linienbussen aufgehoben werden, melden die Stadtwerke. Somit fahren seit 11.30 Uhr alle Linien wieder die normalen Wege. Die Einsatzwagen werden heute allerdings nicht mehr fahren. Weiterhin könne es aufgrund der Witterungsverhältnisse zu Verspätungen bei einzelnen Linien kommen.
Update vom 12. Januar, 11.45 Uhr: Wann sich die Situation auch für Fußgänger und Radfahrer entspannen wird, ist schwierig zu ermitteln. Der Sprühregen soll sich im Tagesverlauf nach und nach verflüchtigen, meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD). Gleichzeitig bleibt der tiefgefrorene Boden wegen der um 0 Grad pendelnden Temperaturen eisig. Anders gesagt: Wo nicht gestreut ist, kann es den ganzen Tag über spiegelglatt und gefährlich bleiben. In der Nacht zu Samstag kann es laut DWD nochmals verbreitet Glätte durch Überfrieren und örtlich gefrierenden Sprühregen geben.
Update vom 12. Januar, 11.30 Uhr: Wer muss eigentlich wann und wo in Hamm streuen? Wann ist die Stadt zuständig? Grundsätzliche Fragen und Antworten zum Winterdienst-Thema hat die Stadt online gestellt: hier klicken.
Update vom 12. Januar, 11 Uhr: Insgesamt kam es bislang zu 67 glättebedingten Verkehrsunfällen im Stadtgebiet von Hamm. Insbesondere Nebenstraßen, Parkplätze und Geh- und Radwege können noch gefährlich glatt sein, warnt die Polizei.
Update vom 12. Januar, 10 Uhr: Wegen der tückischen Glätte bleibt der Tierpark am Freitag komplett geschlossen. Nach Angaben von Parksprecherin Verena Siewert müssten die Anstrengungen zunächst vorrangig der Situation in den Gehegen selbst gelten. Am Morgen hatten man noch gehofft, am späten Vormittag zu öffnen. Auch der Maxipark bleibt am Freitag aus Sicherheitsgründen geschlossen. Dessen Kasse ist nur für den Verkauf von Jahreskarten und Event-Tickets geöffnet.
Update vom 12. Januar, 9.35 Uhr: Es kommt weiterhin zu Einschränkungen im Busverkehr; alle Einsatzwagen entfallen. Der Winter-Notfallfahrplan gilt nicht. Folgende Linien sind den Stadtwerken zufolge aktuell betroffen:
- Linie 3: Der Abschnitt vom Wendeplatz zum Maxipark entfällt sowie die Strecke vom Kirchgraben zum Selbachpark.
- Linie 4: Entfall des Streckenabschnitts Asternstraße, Goldsternstraße, Veistraße.
- Linie 5: Hier kann derzeit die Walterstraße nicht angefahren werden.
- Linie 6: Der Bereich Brandheide entfällt. Somit entfallen die Haltestellen Brandheide, Bimbergsheide und Grüner Winkel.
- Linie 7: Hier können die Haltestellen Heinrich-Schmidt-Straße, Fritz-Husemann-Straße, Mozartstraße, Kanalstraße und Lüner Straße nicht angefahren werden.
- Linie 12: Entfall des Streckenabschnitts Asternstraße, Goldsternstraße, Veistraße.
- Linie 13: Die Baumstraße und die Kölnische Straße können derzeit nicht angefahren werden.
Update vom 12. Januar, 9.15 Uhr: Laut Polizei gab es seit Donnerstag, 17 Uhr, inzwischen insgesamt 53 glatteisbedingte Verkehrsunfälle im Hammer Stadtgebiet.
Update vom 12. Januar, 8.50 Uhr: Die Polizei Hamm warnt weiterhin: Die Straßen und Wege können auch am Freitagvormittag noch gefährlich glatt sein. Fahren Sie vorsichtig und passen Sie ihre Geschwindigkeit den Witterungsverhältnissen an. Bis 7 Uhr wurden bereits 42 glättebedingte Unfälle gezählt, heißt es. Vier Personen seien dabei leicht und eine Person schwer verletzt worden. Der Gesamtsachschaden liege bislang im niedrigen sechsstelligen Bereich. Einige der Unfälle:
- Auf der Fangstraße rutschte gegen 18.15 Uhr eine 26-Jährige mit ihrem Mercedes in einen Graben und verletzte sich genau wie ihre 53-jährige Beifahrerin leicht. Beide Hammerinnen kamen zur ambulanten Behandlung in ein Krankenhaus.
- Auf der Dortmunder Straße kam es in Höhe der Einmündung zum Herringer Weg gegen 18.20 Uhr zu einem Auffahrunfall. Ein 36-Jähriger fuhr mit seinem Seat auf den Ford einer 53-jährigen Frau aus Hamm auf, die leicht verletzt mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht wurde. Der 36-jährige Fahrer aus Hamm stand unter Drogeneinfluss. Ihm wurde eine Blutprobe entnommen und sein Führerschein sichergestellt.
- Eine 64-jährige Radfahrerin aus Hamm stürzte gegen 17.30 Uhr auf der Bahnhofstraße und verletzte sich dabei leicht.
- Schwer verletzt wurde ein 48-jähriger Renault-Fahrer in der Nacht gegen 1.10 Uhr auf der Kamener Straße. Der Mann aus Bergkamen fuhr stadtauswärts, kam in Höhe der Einmündung Im Bremmen von der Fahrbahn ab und prallte gegen einen Baum. Die Feuerwehr musste den eingeklemmten Mann aus seinem Auto befreien. Schwer verletzt kam der 48-Jährige mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus, wo er stationär aufgenommen wurde. Ein Unfallaufnahmeteam der Polizei Dortmund wurde angefordert und übernahm die Unfallaufnahme. Die Unfallstelle war am Freitagmorgen bis 6 Uhr gesperrt. Da der Renault-Fahrer unter Alkoholeinfluss stand, wurde ihm eine Blutprobe entnommen und sein Führerschein sichergestellt.
Update vom 12. Januar, 8.30 Uhr: Grundsätzlich gilt weiterhin die Schulpflicht. Verspätungen oder das Fernbleiben vom Unterricht sind aber wegen der Glättesituation entschuldigt. Schulen können gegebenenfalls Aufgaben digital bereitstellen.
Update vom 12. Januar, 7.30 Uhr: Die Zustellung des Westfälischen Anzeigers kann sich am Freitag verspäten. Alle Ausgaben sind im E-Paper freigeschaltet.
Update vom 12. Januar, 6.55 Uhr: Auch am Freitagmorgen ist es sehr glatt auf den Straßen in Hamm. Insbesondere Nebenstraßen, Geh- und Radwege sind betroffen. Eltern sollen heute selbst entscheiden, ob sie ihre Kinder zur Schule schicken oder nicht, sagte ein Stadtsprecher.
Update vom 11. Januar, 21.27 Uhr: Im Hammer Stadtgebiet gibt es zahlreiche Unfälle - die Telefone der Polizei Hamm stehen kaum still. Das Glatteis kann noch bis Freitagmorgen auf den Straßen und Gehwegen sein. Fahren und gehen Sie vorsichtig.
Update vom 11. Januar, 19.49 Uhr: Die Polizei meldet ein Dutzend Unfälle auf den Straßen von Hamm. „Aufgrund des anhaltenden Nieselregens und der Minusgrade ist mit plötzlich auftretenden Glatteisflächen auf den Straßen und Gehwegen zu rechnen“, so ein Pressesprecher der Polizei Hamm. Betroffen ist das gesamte Stadtgebiet.
Es gab bereits Verletzte. In Herringen verlor ein Fahrer auf der Fangstraße die Kontrolle über seinen Wagen.
Warnung vor Blitzeis - erste Meldungen von Donnerstag:
Hamm - Polizei und Stadt warnen aktuell alle Autofahrer im Stadtgebiet von Hamm und bitten um vorsichtige Fahrweise. Der gegen 17.15 Uhr begonnene Nieselregen hat zu spiegelglatten Straße geführt. Laut Polizei hat es in der zurückliegenden Stunde bereits eine Handvoll Glatteis-Unfälle gegeben. Personen kamen dabei nicht zu Schaden, betroffen sei das gesamte Stadtgebiet, heißt es von der Polizei-Leitstelle. Auch auf den Gehwegen kann es zu Blitzeis kommen.
Die Stadt hat auf das Blitzeis reagiert und ist aktuell mit allen zur Verfügung stehenden Streufahrzeugen im Einsatz. „Wir wurden von der Entwicklung auch überrascht“, sagte Stadtsprecher Detlef Burrichter. Noch am Nachmittag hätten die Wetterprognosen gelautet, dass es erst in der Nacht zu Freitag Nieselregen geben würde. Für NRW gibt es jetzt eine Warnung vor markanter Glätte.
Weil der Boden durch den Dauerfrost der letzten Tage hart gefroren ist, gefriert darauf der (wenn auch wenige) Regen in Windeseile. Auch am Freitagmorgen kann die Lage so noch vorherrschen. Auch das sollten Verkehrsteilnehmer Vorsicht walten lassen. „Wir werden alles Mögliche tun und im Einsatz sein“, so Stadtsprecher Detlef Burrichter.
Eine Warnung wurde über die Warn-App Nina herausgegeben. Die Einsatzkräfte empfehlen folgendes:
- Vermeiden Sie Autofahrten.
- Fahren Sie vorsichtig.
- Gehen Sie möglichst nicht ins Freie.
- Planen Sie Verzögerungen und Einschränkungen ein.
- Vermeiden Sie den Aufenthalt im Wald, unter Masten oder Stromleitungen.
Die Warnung gilt bis in die Nachtstunden.




