Glätte und Frost

Unfälle bei Schnee und Glätte in NRW – „Wer jetzt noch mit Sommerreifen losfährt...“

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Winter in NRW: Der von Wetter-Experten erwartete Schnee fiel bis in tiefe Lagen. Es kam zu zahlreichen Glätte-Unfällen auf den Straßen. Ein Überblick.

Update vom 28. November, 11.32 Uhr: „Wer jetzt noch mit Sommerreifen losfährt, dem ist echt nicht mehr zu helfen.“ Das schrieb die Polizei im Märkischen Kreis am frühen Dienstagmorgen in einem Beitrag auf Facebook. Das ganz große Winter-Chaos auf den Straßen in NRW blieb aus, doch vielerorts krachte es dennoch – nicht zuletzt, weil einige Autofahrer noch Sommerreifen drauf haben. So überschlug sich ein Auto in Altena, nachdem es auf schneeglatter Straße weggerutscht war, wie come-on.de berichtet. Der Wagen war mit Sommerreifen ausgestattet, sodass die Polizei jetzt aufgrund fahrlässiger Körperverletzung ermittelt. Sachschaden: 10.000 Euro.

Unfälle bei Schnee und Glätte in NRW – „Wer jetzt noch mit Sommerreifen losfährt...“

Auch im Siegerland wurden Sommerreifen einer Autofahrerin zum Verhängnis. Sie konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen und ihr Wagen erfasste eine Fußgängerin, die glücklicherweise nur leicht verletzt wurde.

Aber auch mit Winterreifen kamen einige Autofahrer bei Schnee und Glätte ins Rutschen, wie auch 24RHEIN berichtet. Auf der A2 wie auch der A45 krachte es mehrfach. Glück im Unglück: In den meisten Fällen blieben die Insassen unverletzt. Im Kreis Paderborn ging ein Unfall für den Fahrer einer Sattelzugmaschine allerdings nicht so glimpflich aus. Wie die Polizei mitteilt, verlor der Mann auf der L776 „vermutlich infolge nicht angepasster Geschwindigkeit“ die Kontrolle über den Laster, der daraufhin eine Böschung hinab fuhr und umkippte. Der Fahrer kam ins Krankenhaus, für die Bergung des 18-Tonners musste die Straße lange gesperrt werden.

Der Lkw-Fahrer musste ambulant im Krankenhaus behandelt werden.

Im Kreis Olpe kam es aufgrund von Schnee und Glätte ebenfalls zu zahlreichen Unfällen, berichtet sauerlandkurier.de. Mehrere Fahrzeuge rutschten von der Fahrbahn ab, einige Straßenabschnitte mussten zeitweise gesperrt werden. Ähnlich war die Lage auch im Kreis Soest. Dort verursachten primär aber Bäume Chaos auf den Straßen. Bäume waren unter der Schneelast zusammengebrochen, berichtet soester-anzeiger.de.

Schnee in NRW: Zahlreiche Unfälle im Siegerland, mehrere Verletzte

Update vom 28. November, 8.25 Uhr: Das winterliche Wetter mit Schnee und Glätte hat seit Montagnachmittag, 27. November, auch in Siegen-Wittgenstein für zahlreiche Einsätze gesorgt. Das teilt die Kreispolizeibehörde Siegen-Wittgenstein mit.

„Bis zum frühen Morgen (Stand 06.50 Uhr) zählte die Polizei rund 90 witterungsbedingte Einsätze. In den meisten Fällen waren Bäume auf Straßen gestürzt, weshalb die Einsatzbearbeitung durch die Feuerwehr wahrgenommen wurde“, heißt es. Rund zehn Verkehrsunfälle hätten sich zudem bis zum Dienstagmorgen ereignet, darunter drei Unfälle mit Verletzten. Die Polizei erklärt dazu:

  • Auf der B 62 kam am Montagnachmittag gegen 15.30 Uhr ein 37-jähriger LKW-Fahrer zwischen der Kronprinzeneiche und Lützel ins Schleudern. Anschließend touchierte er zwei entgegenkommende PKW. Ein 63-jähriger Mann wurde dabei leicht verletzt. Der Sachschaden beläuft sich auf rund 30.000 Euro.
  • Gegen 19:45 Uhr befuhr eine 28-jährige Frau die Straße Löhrtor bergab in Richtung Spandauer Straße. Zeitgleich wollte eine ebenfalls 28-jährige Frau einen Fußgängerüberweg nutzen. Die Autofahrerin konnte aufgrund von Sommerreifen an ihrem Fahrzeug nicht mehr rechtzeitig bremsen und erfasste die Fußgängerin, die bei dem Zusammenprall leicht verletzt wurde.
  • Bei einem Unfall in Freudenberg wurde gegen 21 Uhr eine 57-jährige Frau nach einem Frontalzusammenstoß verletzt. Die Frau war mit ihrem PKW auf der L512 in Richtung Löffelberg unterwegs, als ihr ein 26-jähriger LKW-Fahrer entgegenkam. Der junge Mann geriet mit seinem Fahrzeug in den Gegenverkehr und kollidierte frontal mit dem PKW der Frau. Anschließend flüchtete der Fahrer mit seinem schwer beschädigten LKW. Durch Kräfte der Polizei Olpe konnte der Flüchtige in Wenden angetroffen werden. Er hatte keine Fahrerlaubnis, gegen ihn lag ein Haftbefehl vor, der LKW war überladen und es ergaben sich Hinweise auf den Konsum von Betäubungsmitteln. Der 26-Jährige wurde festgenommen, die 57-jährige Frau kam schwer verletzt ins Krankenhaus. Der Sachschaden liegt bei rund 60.000 Euro.

Schnee in NRW: Unfälle wegen Glätte auf der A2 – Bäume stürzen im Märkischen Kreis um

Update vom 28. November, 7.44 Uhr: Eine Vielzahl von Gefahrenstellen im Straßenverkehr, darunter auch einen Unfall in Kierspe, sicherte die Kreispolizeibehörde Märkischer Kreis im gesamten Kreisgebiet ab. „Unfälle gab es weniger, dafür stürzten aber sehr viele dicke Äste und Bäume auf Straßen und zum Teil auch Autos – die konnten schlichtweg die Schneelast nicht tragen“, erklärte ein Sprecher auf wa.de-Nachfrage.

Schnee in NRW bis ins Flachland – mehrere Unfälle auf der A2

Update vom 28. November, 7.29 Uhr: Der Schnee in NRW hat für Verkehrsprobleme gesorgt. Noch am Dienstagmorgen waren die Straßen zum Teil von einer dünnen weißen Schicht bedeckt – auf der A2 führten glatte Straßen zu mehreren Unfällen.

Im Bereich der Anschlussstelle Gütersloh in Fahrtrichtung Dortmund kam am Montag, 27. November, ein Autofahrer von der Fahrbahn ab und überschlug sich in der Folge, wie die Polizei Bielefeld am Dienstagmorgen mitteilte. Der Fahrer wurde demnach leicht verletzt, musste aber nicht in ein Krankenhaus.

Zu einem weiteren Unfall auf der A2 kam es zudem in der Nacht zu Dienstag, 28. November. Dort kam in Höhe Rheda-Wiedenbrück in Fahrtrichtung Hannover ein Auto bei einem Fahrstreifenwechsel ins Schleudern und fuhr gegen die Mittelschutzplanke, wie die Polizei mitteilte. Zuvor hatte das Auto den Angaben zufolge einen Lastwagen touchiert, dessen Fahrer den Zusammenstoß zunächst nicht bemerkte und erst später auf einem Rastplatz anhielt. Verletzt wurde niemand. Insgesamt sprach die Polizei Bielefeld von 13 Einsätzen seit Montagabend aufgrund der Witterung.  

Ein weiterer Unfall auf der A2 hatte nichts mit der Glätte zu tun: Eine Frau hat offenbar durch ein rücksichtsloses Überholmanöver mehrere Menschen in Gefahr gebracht.

Schnee in NRW bis ins Flachland – „Genug, um den Straßenverkehr lahmzulegen“

Erstmeldung vom 27. November: Hamm - Wintereinbruch in Nordrhein-Westfalen: Bereits am Wochenende gab es in höheren Lagen den ersten richtigen Schnee, dort sind zumindest die Berge mit einer 15 Zentimeter dicken, weißen Schicht überzogen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat am Montag, 27. November, für das Sauerland, aber auch für Teile von Westfalen bis ins Ruhrgebiet eine amtliche Warnung vor Schneefall herausgegeben. Sie gilt bis Dienstagmorgen. Vor allem auf den Straßen sollten die Menschen im Osten von NRW bei dem Wetter vorsichtig sein.

Schnee, Frost und Glätte in NRW: Auch in tiefen Lagen kann es schneien

Ein Schnee- und Regentief zieht am Montag über NRW hinweg. Oberhalb von 200 bis 400 Meter schneit es, in tieferen Lagen kommt es teils zu Schneeregen. Bis Dienstagvormittag soll es unter anderem in Ostwestfalen und dem Münsterland bis in tiefe Lagen schneien. Laut DWD sind östlich des Rheins in den Mittelgebirgen in der Nacht zu Dienstag 5 bis 10 cm Neuschnee möglich.

Am Montag (Stand 20 Uhr) hat der DWD für das Sauerland, aber auch Teile der Kreise Paderborn, Höxter und Soest sowie das Bergische Land und Siegerland eine Schneewarnung der Stufe 2 herausgegeben. Für den Rest von NRW, mit Ausnahme des Südwestens, wird vor leichtem Schneefall gewarnt.

Im Rheinland wird es wohl bei Regen bleiben. Laut DWD ist westlich des Rheins sogar mit Dauerregen zu rechnen. In der Nacht zu Dienstag sinken die Temperaturen verbreitet auf 1 bis -2 Grad. Im Bergland wird es frostig kalt bei bis zu -4 Grad.

Schnee in NRW bis in tiefe Lagen – „Genug, um den Straßenverkehr lahmzulegen“

Die frostigen Temperaturen sorgen für glatte Straßen, vor allem in der Nacht zu Dienstag. Diplom-Meteorologe Dominik Jung von wetter.net spricht von einer „erheblichen Straßenglätte“. Zudem werde womöglich „genug Schnee fallen, um den Straßenverkehr lahmlegen zu können“. Er fügt augenzwinkernd hinzu: „Wir kennen den deutschen Autofahrer ja: Eine Schneeflocke und die Bremse ist sein liebster Freund.“

Schon am Montagmorgen hatte der Schneefall in NRW Auswirkungen auf die Deutsche Bahn, berichtet 24RHEIN. Das Unternehmen sprach von „witterungsbedingten Beeinträchtigung im Raum Feldhausen.“ Betroffen sei unter anderem der RE14.

Laut Jung bleibt es auch in den nächsten Tagen frühwinterlich, es kann immer wieder bis in tiefe Lagen schneien. „Liegenbleiben wird es aber nur über 300/400 Meter“, so der Meteorologe. Gute Nachrichten sind das für die Skigebiete in Winterberg, wo erste Liftbetreiber darauf hoffen, am Adventswochenende öffnen zu können.

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