Konrad-Adenauer-Realschule

Platznot an beliebter Schule: „Tut uns leid, dass wir Familien enttäuschen mussten“

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Jahr für Jahr müssen die Verantwortlichen der Konrad-Adenauer-Realschule in Hamm Schüler ablehnen. Ein Gutachten empfiehlt nun eine Erweiterung.

Hamm – Die Konrad-Adenauer-Realschule in Rhynern ist bei den Eltern beliebt – so sehr, dass sie in fast jedem Jahr nicht alle Kinder in die fünfte Klasse aufnehmen kann, die angemeldet werden. Seit 2019 musste die Schule bis auf ein Jahr immer Bewerbungen im zweistelligen Bereich ablehnen. Vor dem laufenden Schuljahr 2024/25 waren es sogar 28.

Platznot an Konrad-Adenauer-Realschule in Hamm

Alle hätten einen Platz an einer anderen Realschule in Hamm gefunden, sagt Schulleiterin Simone Lütkenhaus zwar. „Trotzdem tut es uns sehr leid, dass wir 28 Familien enttäuschen mussten. Wir hätten die Schülerinnen und Schüler gerne aufgenommen“, sagt sie. Die Realschule in Rhynern wird offenbar von Eltern aus ganz Hamm geschätzt. Es gibt Anmeldungen aus dem gesamten Stadtgebiet, wie die Wohnorte der abgelehnten Schülerinnen und Schüler zeigen: Schwerpunkt ist zwar der Hammer Südosten. Es gibt aber auch Eltern aus Hamm-Norden oder den Stadtbezirken Herringen und Pelkum, die sich für die Schule entscheiden.

Die Konrad-Adenauer-Realschule in Hamm hat Platznot. (Archivbild)

Lütkenhaus führt das unter anderem auf die beiden Schwerpunkte der Schule zurück – den musischen und den mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich. Die Konrad-Adenauer-Realschule ist eine von nur zwei Realschulen im Regierungsbezirk Arnsberg, die eine zertifizierte MINT-Schule sind. MINT ist die Abkürzung für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik.

Fast alle Hammer Realschulen von Platznot betroffen

Es fällt der Schule zunehmend schwerer, den Unterricht in den entsprechenden Fächern anzubieten. Aufgrund der hohen Schülerzahlen musste sie zum Teil Fachräume zu Klassenräumen zu machen. Schon jetzt hat die Realschule, die eigentlich dreizügig geplant ist – also drei Klassen pro Jahrgangsstufe – 3,5 Züge. In jedem zweiten Jahr hat sie eine vierte Klasse gebildet.

Die Klassen sind so voll, dass es der Schule meist unmöglich ist, Kinder aufzunehmen, die neu in den Stadtbezirk Rhynern ziehen oder von einer Schulform zur anderen wechseln, erklärt Lütkenhaus. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn Schüler vom Gymnasium zur Realschule wechseln, was meist nach der siebten Klasse vorkommt. Das Problem betrifft fast alle Hammer Realschulen. Es musste deshalb eine Zusatzklasse an der Realschule in Heessen eingerichtet werden – für Schülerinnen und Schüler aus Rhynern und Umgebung ein weiter Weg.

Zu wenig Klassenräume – auch das Lehrerzimmer ist zu klein

Die Raumnot an der erst 2002 gebauten Schule, die 2008 schon um sechs Unterrichtsräume erweitert wurde, haben auch die Gutachter der Beratungsgesellschaft Gebit aus Münster erkannt. Die Gebit hat den Auftrag, den neuen Schulentwicklungsplan für den Stadtrat vorzubereiten. Nach ihrer Einschätzung gibt es schon für die 22 Klassen, die es jetzt an der Konrad-Adenauer-Realschule gibt, nicht ausreichend Platz. „Werden mehr als 21 Klassen beschult, gibt es nicht für jede Klasse einen eigenen Unterrichtsraum“, heißt es im Gutachten der Gebit.

Simone Lütkenhaus ist Schulleiterin der Konrad-Adenauer-Realschule in Hamm.

Es fehlen aber nicht nur Räume für den Unterricht. Nach Angaben der Schule ist das Lehrerzimmer zu klein und es gibt zu wenig Arbeits- und Besprechungsräume.

Ohne den Bau von zusätzlichen Klassenräumen müsste die Schule auch in den nächsten Jahren wieder viele Schülerinnen und Schüler abweisen, meinen die Berater. Dieses Problem dürfte sich noch verschärfen, da in Hamm von steigenden Schülerzahlen auszugehen ist. Sie empfehlen der Stadt Hamm zu prüfen, die Realschule durchgehend vierzügig zu machen – mit der Möglichkeit, in drei Jahrgängen eine weitere Klasse bilden zu können. Nach Ansicht der Gebit gibt es auf dem Schulgelände genug Platz für weitere sechs Unterrichtsräume.

Bekommt Konrad-Adenauer-Schule neue Klassenräume?

Das deckt sich offenbar weitgehend auch mit der Meinung der Schulkonferenz, die bis zum Beschluss des neuen Schulentwicklungsplans im Dezember eine Stellungnahme abgeben kann. Der endgültige Beschluss der Stellungnahme stehe zwar noch aus, sagte Lütkenhaus. Sie geht aber davon aus, dass auch die Schulkonferenz fordert, die Schule durchgehend vierzügig einzurichten. „Dann müssten wir zumindest für die fünften Klassen keine Absagen mehr erteilen“, erklärte sie.

Wenn die Schule durchgehend vierzügig wäre, müssten wir zumindest für die fünften Klassen keine Absagen mehr erteilen.

Simone Lütkenhaus Schulleiterin

Für sie ist die Frage, wann und wie weitere Unterrichtsräume eingerichtet werden. Bevor erneut an die Konrad-Adenauer-Schule angebaut werden könnte, müsste der Stadtrat die erforderlichen Mittel zur Verfügung stellen. Erst dann könnte die Planung für einen Anbau beginnen. Möglicherweise komme es auch zu einer Übergangslösung, bei der Container aufgestellt werden.

Rubriklistenbild: © Henrik Wiemer

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