Angriff in Siegen

Messerangriff in Siegen: Verletzte sind außer Lebensgefahr

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Eine 32-Jährige hat mit einem Messer Personen in einem Bus in Siegen angegriffen. Fünf Personen wurden verletzt, drei davon lebensgefährlich.
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  • Marvin K. Hoffmann
    Marvin K. Hoffmann
  • Marcel Guboff
    Marcel Guboff

Eine Frau hat sechs Personen in einem Bus in Siegen mit einem Messer verletzt. Das Motiv ist noch immer unklar. Eines wird aber wohl ausgeschlossen.

  • Am Freitagabend hatte eine Frau in einem Shuttle-Bus zum Stadtfest plötzlich mit einem Messer auf Menschen eingestochen. Die 32-Jährige sei polizeibekannt. Nach dpa-Informationen gibt es Hinweise auf eine psychische Erkrankung der Frau.
  • Mindestens sechs wurden verletzt – teilweise schwer. Alle Opfer sind außer Lebensgefahr.
  • Das Stadtfest ging am Samstag mit einem Gottesdienst weiter und wurde nicht abgesagt.

Update vom 4. September, 13.45: Die beim Messer-Angriff in Siegen verletzten Personen befinden sich außer Lebensgefahr. „Die im Kreis Olpe wohnhafte 32-jährige Angreiferin befindet sich in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen zur Motivlage sowie einer möglichen psychischen Erkrankung der Frau dauern an“, teilen Polizei und Staatsanwaltschaft am Mittwoch mit. „Um zu ermitteln, ob die 32-Jährige bei der Tatausführung unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln und/oder Alkohol stand, wurde ihr eine Blutprobe entnommen. Das Ergebnis liegt noch nicht vor. Ein Atemalkoholtest verlief bei der Sachverhaltsaufnahme am 30. August 2024 negativ.“

Messerangriff in Siegen: Verletzte sind außer Lebensgefahr

Update vom 1. September, 17.40 Uhr: Wie die Polizei am Sonntagnachmittag mitteilt, sind mittlerweile alle Opfer außer Lebensgefahr. Nach dem Angriff in einem Bus in Siegen befindet sich inzwischen eine weitere Person, die zuvor in Lebensgefahr schwebte, in einem stabilen Zustand, sagte der zuständige Landrat dem Spiegel. Bei einer Person bestehe noch immer Lebensgefahr.

Messerangriff in Siegen: Was bereits bekannt ist

Update vom 31. August, 18.12 Uhr: Bei dem Messerangriff in Siegen wurden am Freitagabend sechs Personen verletzt, drei davon lebensgefährlich. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Samstagabend mitteilen, ist eine Frau, die lebensgefährlich verletzt worden ist, mittlerweile außer Lebensgefahr. Die 23-Jährige muss jedoch weiterhin im Krankenhaus bleiben. Die beiden anderen schwer verletzten Männer (19 und 21) sind noch immer in Lebensgefahr, heißt es weiter. „Drei weitere Verletzte waren nach ambulanter Behandlung bereits am Vortag entlassen worden.“ Weitere Insassen des Busses waren durch Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei und Notfallseelsorge vor Ort betreut worden.

Mittlerweile wurde gegen die 32-Jährige durch das Amtsgericht Siegen auf Antrag der Staatsanwaltschaft Siegen wegen eines versuchten Tötungsdeliktes ein Untersuchungshaftbefehl erlassen. „Die bisherigen Ermittlungen haben weiterhin keine Hinweise auf ein politisches oder religiöses Tatmotiv ergeben.“

Messerangriff in Siegen „lässt erschaudern“: Wüst mit klaren Worten

Update vom 31. August, 13.43 Uhr: Nach dem Messerangriff in Siegen hat NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) schnelle Aufklärung gefordert. „Es ist wichtig, dass die Hintergründe, die zu dem Angriff führten, jetzt schnell ermittelt werden“, sagte Wüst in einem Statement. Eine Woche nach dem Terroranschlag von Solingen weckten die Ereignisse schlimmste Erinnerungen. 

„Junge Menschen, in ausgelassener Stimmung, auf dem Weg zu einem Fest, werden ganz unvermittelt zu Opfern. Die Vorstellung, einem solchen Angriff in einem Bus ausgesetzt zu sein, lässt erschaudern“, sagte der Ministerpräsident. Er danke den Einsatzkräften und wünsche allen Verletzten schnelle und vollständige Genesung. „Ein besonderer Dank gilt dem Busfahrer sowie den mutigen Fahrgästen, die durch ihr Handeln wohl Schlimmeres verhindert haben“, so Wüst. 

Messerangriff in Siegen: „Keine Hinweise auf ein politisches oder religiöses Tatmotiv“

Update vom 31. August, 8.07 Uhr: Nach dem Messerangriff in Siegen ist die Zahl der Verletzten nach neuen Erkenntnissen auf sechs angestiegen. „Nach derzeitigem Stand der Ermittlungen wurden bei der Tat sechs Personen verletzt. Alle verletzten Personen stammen aus dem Kreis Siegen-Wittgenstein“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der Staatsanwaltschaft Siegen und der Polizei Dortmund. Zunächst war von fünf verletzten Personen die Rede.

Demnach seien die Verletzten sind zwischen 16 und 30 Jahre alt. Die gute Nachricht: „Drei der verletzten Personen haben nach ambulanter Behandlung das Krankenhaus bereits wieder verlassen können.“

Noch dauern die Ermittlungen zur Tat an. Staatsanwaltschaft und Polizei teilen aber bereits mit: „Es liegen derzeit keine Hinweise auf ein politisches oder religiöses Tatmotiv vor.“

Drei Personen bei Messerattacke im Bus lebensgefährlich verletzt – Frau festgenommen

[Erstmeldung] Siegen - Schon wieder ein Messerangriff in Nordrhein-Westfalen. Im Siegener Stadtteil Eiserfeld verletzte eine Frau (32) am Freitagabend fünf Personen in einem Bus mit einem Messer. Drei von ihnen erlitten lebensgefährliche Verletzungen, eine weitere Person wurde schwer und eine leicht verletzt, teilte die leitende Polizei Dortmund mit. Die Frau wurde bereits festgenommen. Es handele sich „um eine 32-jährige deutsche Staatsangehörige“, bestätigten die Ermittler am späten Abend.

Demnach befanden sich zum Zeitpunkt des Vorfalls gegen 19.40 Uhr mindestens 40 weitere Fahrgäste – darunter Kinder und Jugendliche – in dem Bus der Regionallinie R22, der auf dem Weg zum Stadtfest in Siegen war. Medienberichten zufolge soll die mutmaßliche Täterin wahllos auf ihre Opfer eingestochen haben. Nach Angaben des Spiegel sei die 32-Jährige wegen Betäubungsmitteldelikten polizeibekannt. Die Polizei selbst machte dazu bislang keine Angaben. „Wir ermitteln mit Hochdruck nach den Hintergründen.“

Messerattacke im Bus: Frau verletzt fünf Personen – drei von ihnen lebensgefährlich

Laut Siegener Zeitung hätten Augenzeugen berichtet, dass viel Blut bei dem Messerangriff im Bus geflossen sei. Der Fahrer des eingesetzten Shuttlebusses habe dabei „geistesgegenwärtig reagiert“, schilderte ein Sprecher der zuständigen Verkehrsbetriebe Westfalen-Süd der Siegener Zeitung. Er habe den Wagen sofort zum Stehen gebracht, alle Türen geöffnet – und womöglich Schlimmeres verhindert. Die Fahrgäste könnten so schnell aus dem Bus fliehen. Sie wurden anschließend in einer nahe gelegenen Veranstaltungshalle von Polizei, Feuerwehr und Notfallseelsorge betreut. Die Polizei sperrte den Bereich um den Tatort ab, um Spuren zu sichern und Zeugen zu befragen.

Keine Erkenntnisse zu möglichem Terroranschlag in Siegen

Die Ermittler betonen, dass keine Erkenntnisse zu einem möglichen Terroranschlag vorlägen und keine weitere Gefahr bestehe. Daher appellieren die Ermittler: „Bitte verbreiten Sie keine Falschinformationen“ in sozialen Netzwerken oder auf anderen Kanälen.

Die Tat weckt Erinnerungen an den Anschlag von Solingen vor genau einer Woche. Dort hatte ein Mann ebenfalls mit einem Messer Menschen niedergestochen und mehrere von ihnen tödlich verletzt.

Nach den Vorfällen von Solingen hatte die Kreispolizeibehörde Siegen-Wittgenstein für das Stadtfest kurzfristig verstärkte Präsenz für das Wochenende angekündigt. Dazu sei im Vorfeld gegen elf Personen „Aufenthalts- und Bereichsbetretungsverbote für den gesamten Innenstadtbereich in Siegen verfügt worden“. Laut Bürgermeister Steffen Mues wurde das bereits vorhandene Sicherheitskonzept und die Einsatzplanung nochmals genau überprüft worden. „Das Stadtfest nicht abzusagen, ist auch ein Zeichen für Demokratie und Freiheit“, wird er auf der Homepage der Stadt zitiert.

Und weil die Messerkriminalität in NRW schon vor diesen Tagen stark zugenommen hat, hat Innenminister Herbert Reul ein 10-Punkte-Programm vorgestellt. Es soll das Ganze eindämmen. Mit Blick auf Solingen räumte er aber auch eines ein.

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