VonPeter Siebenschließen
In Bottrop hatten sich rund 80 Menschen vor einem Krankenhaus versammelt. Die Polizei rückte aus – nach den Massenschlägereien in Essen und Castrop-Rauxel sind die Beamten sensibilisiert.
Bottrop – Die Stimmung im Ruhrgebiet ist nach wie vor angespannt: In Essen war es am Freitagabend mitten in der Innenstadt auf dem Salzmarkt zu einer Massenschlägerei gekommen. Videos, die im Internet kursieren, zeigen: Hunderte Menschen prügelten aufeinander ein, Tische und Stühle eines Cafés flogen durch die Luft. Kurz zuvor hatte es ähnliche Szenen in Castrop-Rauxel gegeben, auch dort hatte es eine Massenschlägerei gegeben. Die Behörden vermuten einen Zusammenhang, Hintergrund soll ein Streit zwischen Großfamilien aus dem sogenannten Clan-Milieu mit arabisch-türkischen beziehungsweise libanesischen und syrischen Wurzeln sein.
Nach Essen und Castrop-Rauxel: Polizeieinsatz in Bottrop
Jetzt kam es zu einem Polizeieinsatz in Bottrop, weil sich dort am Montagabend gegen 22:30 Uhr 80 Personen auf dem Parkplatz des Marienhospitals versammelt hatten. Die Polizei war mit mehreren Kräften vor Ort. „Nach den Geschehnissen in Essen und Castrop-Rauxel sind wir sensibilisiert“, so Polizeisprecherin Annette Achenbach gegenüber wa.de.
80 Menschen versammeln sich am Krankenhaus – Lage ist ruhig
Einen direkten Zusammenhang zu den Massenschlägereien gebe es nach aktueller Kenntnis der Polizei aber nicht, die Lage sei ruhig gewesen. Vorausgegangen war der Versammlung ein Unfall an der Straße Im Stadtgarten in Bottrop. Dort war ein 24-jähriger Mann E-Roller-Fahrer gegen 19.35 Uhr von einem Auto angefahren worden. Der Wagen fuhr anschließend davon, der 24-Jährige kam ins Marienhospital. Der mutmaßliche Autofahrer, ein 20-Jähriger aus Bottrop, konnte dank Zeugenaussagen schnell ermittelt werden. Sein Auto und sein Führerschein wurden sichergestellt. Zuvor soll es einen Streit zwischen den jungen Männern gegeben haben, so die Polizei.
Zusammenhang zu Massenschlägereien?
Unter den Menschen, die sich am Krankenhaus versammelt hatten, seien Freunde und Verwandte des 24-jährigen Schwerverletzten gewesen. „Die haben sich natürlich Sorgen gemacht“, so Achenbach. Einen Zusammenhang zwischen dem Streit der jungen Männer und den Ereignissen in Castrop-Rauxel und Essen kann die Polizei aktuell nicht bestätigen – die genauen Umstände würden nun ermittelt. (pen)
