Visualisierungen vorgestellt

Neuer Ort für Hauptbahnhof: Visionäres Projekt würde Köln komplett verändern

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Wenn die „Neue Mitte Köln“ wahr wird, sieht Köln völlig anders aus: Eine größere Innenstadt und ein Hauptbahnhof an völlig anderer Stelle. Jetzt gibt es erste Modelle zum Anfassen.

Köln – Das Projekt „Neue Mitte Köln“ könnte das Stadtbild in Köln in den kommenden Jahren gehörig verändern. Es ist eines der größten Bauprojekte in der Stadt und sieht vor, den Hauptbahnhof, aktuell bekanntlich am Fuße des Kölner Doms gelegen, nach Köln-Kalk umzusiedeln. So soll die Innenstadt bis ins Rechtsrheinische vergrößert werden. Auf der dadurch frei werdenden Fläche in der linksrheinischen Innenstadt könnten dann unter anderem Parks, Büroflächen und Wohnraum entstehen.

Die Vision Neue Mitte Köln

Der Kölner Hauptbahnhof zieht vom Kölner Dom nach Köln-Kalk. Von hier fährt der Fernverkehr.

Der Schienenstrang, der die Innenstadt zerschneidet: Er könnte verschwinden oder weniger Fläche verbrauchen, da der bisherige Hauptbahnhof Köln am Dom zum unterirdischen Regionalbahnhof umgewandelt wird.

Die Hohenzollernbrücke am Dom könnte nach New Yorker Vorbild zur Highline werden.

In der Kölner Innenstadt entstehen neue Flächen für Freizeit, Wohnen, Büros.

Bislang handelt es sich bei dem Projekt noch um eine Vision des Architekten Paul Böhm – wie diese konkret umgesetzt werden und das reichtsrheinische Bahnhofsgebäude des Hauptbahnhofs aussehen könnte, darüber haben sich nun Architekturstudierende der Technischen Hochschule (TH) in Köln Gedanken gemacht.

Das Modell des Bahnhofsgebäudes von Studentin Christina Maier sieht eine geschwungene Dachkonstruktion vor.

TH-Studierende stellen Entwürfe für Bahnhofsgebäude im Rahmen der „Neuen Mitte Köln“ vor

TH-Studentin Elena Li Schäfler stellt sich Naherholungsflächen in der Nähe des Bahnhofsgebäudes vor.

Herausgekommen sind spannende Visualisierungen und Modelle, die am Donnerstag (21. September) vorgestellt wurden. Unter der Leitung von Professorin Carola Wiese und Professor Arne Künstler seien „Visionen für einen Bahnhof und für prosperierende Quartiere im rechtsrheinischen Köln entstanden, die sie in die Mitte der Stadt rücken“, heißt es von der TH.

Der Gebäudeentwurf von TH-Studentin Meryem Kilic.

So soll auch „ein Beitrag zur Verbesserung des Bahnverkehrs in und rund um Köln“ geleistet werden, teilt die TH mit. Der Verein „Neue Mitte Köln“ hatte sich mit den Studierenden zusammengesetzt, und die Entwürfe auf einer Vernissage präsentiert. Dabei wurde gleich eine ganze Reihe an Konzepten erarbeitet, wie das Gebäude des neuen Hauptbahnhofs in Kalk aussehen könnte.

Studenten-Ideen für „Neue Mitte Köln“: Moderne Gebäude, Naherholungsflächen und vieles mehr

Der Entwurf zum neuen Bahnhofsgebäude in Kalk von TH-Studentin Magdalena Hansen.

Der Kreativität der Studentinnen und Studenten waren keine Grenzen gesetzt, auch für die künftige Umgebung um den Bahnhof gab es etliche Ideen. Im Zentrum der Entwürfe stehen moderne Gebäude-Konstruktionen, Naherholungsflächen in der Nähe des geplanten, rechtshreinischen Hauptbahnhofs, und vieles mehr.

Fotos zeigen, wie eine revolutionäre Idee Köln komplett verändern könnte

Ein Entwurf des Hauptbahnhofs in Köln-Kalk. Der komplette Fernverkehr soll dann dort fahren. Dafür soll der Hauptbahnhof in Kalk mehrere Gleise bekommen.
Der Grundgedanke der „Neuen Mitte Köln“: Der Hauptbahnhof Köln wird von der Innenstadt nach Kalk verlegt und macht so Platz für neue Konzepte. Das Bild zeigt, wie ein Hauptbahnhof in Kalk aussehen könnte. © Neue Mitte Köln
Der Entwurf des Hauptbahnhofs in Kalk zeigt, dass es eine Verbesserung für den Fernverkehr geben könnte.
Von einer Verlegung des Hauptbahnhofs nach Kalk (hier im Bild) würde der Fernverkehr der Deutschen Bahn sehr profitieren, so die Planer. Denn ICEs müssten sich nicht mehr durch das Nadelöhr Hohenzollernbrücke quälen. © Neue Mitte Köln
Ein Entwurf der Neuen Mitte Köln zeigt, wie die Innenstadt entzerrt werden könnte.
Aber auch auf die Innenstadt würde sich das Konzept auswirken: Denn der Verkehr würde entzerrt werden. Die möglichen Auswirkungen: bessere Aufenthaltsqualität in der Stadt und mehr Platz für alle Kölner. © Neue Mitte Köln
Ein Entwurf, wie die Kölner Innenstadt laut Konzept Neue Mitte Köln aussehen könnte.
Die freigewordene Fläche soll nämlich nicht für Infrastruktur, sondern für Lebensqualität genutzt werden: Entstehen sollen unter anderem Parks und Grünflächen, die zum Joggen oder Flanieren einladen. © Neue Mitte Köln
Beim Konzept „Neue Mitte Köln“ wird die Hohenzollernpark zur grünen Oase.
Vor allem die Hohenzollernbrücke (hier im Bild) könnte so in einem komplett neuen Design erstrahlen. Vorbild ist die sogenannte „Highline“ in New York.  © Neue Mitte Köln
Die Schienen am Hansaring wurden in dem Entwurf beseitigt. Stattdessen soll ein großer Park bis zum Kölner Dom entstehen.
„Wir schaffen Platz für eine neue lebendige Mitte, die das Linksrheinische und Rechtsrheinische vereint“, so das Konzept zur Neuen Mitte Köln. Das Bild zeigt, wie der Hansaring ein komplett neues Aussehen bekommen könnte. © Neue Mitte in Köln.

Auch OB Henriette Reker unterstützt das Projekt, zudem waren für die „Neue Mitte Köln“ bereits im Dezember 2022 Tausende Unterschriften gesammelt worden. Die „Neue Mitte Köln“ ist derweil längst nicht das einzige Umgestaltungsprojekt in Köln: Auch am Laurenz Carré gibt es nahe dem Dom ein weiteres Großprojekt, das allerdings ohne Wohnungen weitergebaut werden soll. (mo) Täglich informiert, was in Köln, Düsseldorf und NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Rubriklistenbild: © Neue Mitte Köln/IDZRNRW-Montage

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