Rettung für Kodi – aber in einigen Filialen läuft der Räumungsverkauf
VonMarvin K. Hoffmann
schließen
Trotz erfolgreicher Investorensuche muss der Discounter Kodi 80 Filialen schließen. Ein Räumungsverkauf hat bereits begonnen, während Verhandlungen laufen.
Hamm – Die Discounterkette Kodi ist in finanziell Schieflag geraten und musste Insolvenz anmelden. Eine Investorensuche war nun aber von Erfolg gekrönt. Ein Großteil der Filialen kann gerettet werden. Allerdings nicht alle.
Rettung für Kodi – doch in manchen Filialen läuft der Räumungsverkauf
„Für die 80 Filialen, die nicht von den neuen Investoren von Kodi übernommen werden - also auch nicht unter der Marke KODi weitergeführt werden - laufen derzeit Verhandlungen mit anderen Investoren“, erklärt ein Sprecher am Donnerstag, 10. April, auf wa.de-Nachfrage. Ein entsprechender Räumungsverkauf startet oder läuft bereits.
„Die Restrukturierer der im Sanierungsverfahren befindlichen Kodi Diskontläden GmbH mit Sitz in Oberhausen einigen sich mit einem Konsortiumum Kodi-Gesellschafter Richard Nölle auf die Übernahme von 150 Filialen und etwa 1.200 Beschäftigten“, heißt es. Konkret bedeutet das, dass diese Filialen gerettet sind. Darunter nach wa.de-Informationen auch die Kodi-Filiale in der Innenstadt von Hamm. Andere hingegen müssen schließen.
„Nach jetzigem Stand müssen 80 Filialen leider geschlossen werden“, erklärt das Unternehmen. In diesen würde „für etwa zwei Monate zeitnah der Abverkauf vorhandener Ware“ starten. Kunden können bei dem Räumungsverkauf vermutlich auf satte Rabatte hoffen. So ist das auch unter anderem bereits der Fall in der Kodi-Filiale in Lüdenscheid. Den Mitarbeitenden hilft das freilich wenig.
Über 500 Kodi-Mitarbeitende verlieren ihre Jobs
„Etwa 480 Beschäftigten in den Schließungsfilialen sowie weiteren 40 Beschäftigten in der Zentrale muss zeitnah die Kündigung ausgesprochen werden“, heißt es. Für sie gibt es allerdings eine letzte Hoffnung.
Kennen Sie diese Modemarken noch? Diese Firmen sind aus Deutschland verschwunden
Die in die Geschäftsführung berufenen Restrukturierungsexperten Holger Rhode und Dr. Raul Taras, beide Partner der Wirtschaftskanzlei Görg, sowie Unternehmensberater Thomas Montag, Partner der Gesellschaft Montag & Montag, würden laut Unternehmen „intensiv“ daran arbeiten, „zahlreiche dieser Schließungsfilialen an weitere Investoren zu übertragen, die auch die entsprechenden Beschäftigten übernehmen“, heißt es.
Investorensuchen für 80 Kodi-Filialen läuft weiter
„Es gibt verschiedene Interessenten, die viele von diesen 80 Filialen und deren Beschäftigten übernehmen wollen. Wir werden diese Gespräche fortführen“, sagt Sanierungsgeschäftsführer Taras. Er und seine Kollegen Rhode und Montag würden demnach zum jetzigen Zeitpunkt davon ausgehen, „dass sie zahlreiche Schließungsfilialen von Kodi innerhalb der kommenden Wochen an weitere Investoren übertragen können, die dann auch die jeweiligen Beschäftigten übernehmen werden“.
Die Discounterkette Kodi ist seit 1981 in den deutschen Städten vertreten und versorgt Kundinnen und Kunden dort mit vielen Produkten für den täglichen Bedarf. Das Haushalts- und Drogerie-Sortiment umfasst nach eigenen Angaben mehr als 2.700 Artikel unter anderem aus den Bereichen Reinigen, Kochen, Dekorieren, Heimwerken, Textilien und Lebensmittel. Der Schwerpunkt des bundesweit tätigen Unternehmens liegt dabei in Nordrhein-Westfalen – zur Region explizit konnte ein Sprecher bezüglich der drohenden Schließungen aber auf wa.de-Anfrage keine Angaben machen. Die Zukunft vieler Standorte bleibt damit weiter ungewiss.