VonMick Oberbuschschließen
In NRW sollen künftig riesige Seen entstehen – auf ehemaligen Braunkohle-Gebieten. Nun gibt es Neuigkeiten zur Befüllung dieser Gewässer.
Köln – Es ist ein Riesenprojekt, welches Teile von Nordrhein-Westfalen noch über Jahrzehnte beschäftigen wird: In NRW sollen auf ehemaligen Braunkohlegebieten riesige Seen entstehen; einer von ihnen soll sogar der zweitgrößte See Deutschlands werden. Die Rede ist von den Seen auf dem Gelände des Tagebaus Hambach, und des Tagebaus Garzweiler. Nun wurde auf dem Weg zur Realisierung nach Ende des Kohleabbaus circa im Jahr 2030 der nächste Planungsschritt verkündet: Zur Befüllung des Tagebaus Hambach ist eine Rheinwassertransportleitung durch den Braunkohlenausschuss beschlossen worden. Somit sollen künftig Milliarden Liter Wasser aus dem Rhein umgeleitet werden.
Geplante Riesenseen in Garzweiler und Hambach werden mit Rheinwasser befüllt
| Tagebau Hambach | Tagebau Garzweiler | |
|---|---|---|
| Beginn der Seebefüllung | 2030 | Voraussichtlich 2036 |
| Voraussichtliche Dauer | 40 Jahre | 40 Jahre |
| Herkunft des Seewassers | Rhein | Rhein |
| Oberfläche | rund 4200 Hektar | rund 2300 Hektar |
| max. Tiefe | 411 Meter | 190 Meter |
„Das Verfahren zur Änderung des bestehenden Plans, der nur Raum für zwei Leitungen für den Tagebau Garzweiler vorsah, wurde im Juli 2021 begonnen, um auch den Tagebau Hambach über die gleiche Trasse mit Rheinwasser versorgen zu können“, teilt die Bezirksregierung in Köln mit. „Der Trassenverlauf wurde in dem Verfahren im Bestand beibehalten, von der Entnahmestelle in Dormagen führte sie zum Tagebau Garzweiler. In der Nähe der Ortschaft Allrath (Rhein-Kreis Neuss) ist ein Verteilbauwerk geplant, ab dem eine neue Hambachleitung zum Tagebau Hambach führt“, heißt es weiter.
Am Tagebau Hambach entsteht zweitgrößter See Deutschlands – Befüllung dauert 40 Jahre
Rund 40 Jahre dauert die Befüllung in Hambach; erst dann ist Deutschlands potenziell zweitgrößter See komplett vollgelaufen. In Garzweiler dauert die Befüllung mit Rheinwasser ähnlich lange, auch hier wird derzeit mit 40 Jahren kalkuliert. Am Indesee, der ebenfalls in NRW entstehen soll, dauert die Befüllung laut aktueller Kalkulation „nur“ 30 Jahre – dafür wird Wasser aus der Rur entnommen. Mit rund 1200 Hektar Oberfläche ist er jedoch auch mit Abstand der kleinste der drei in NRW geplanten Riesenseen. „Die Wasserentnahme wird noch in einem gesonderten wasserrechtlichen Verfahren genehmigt“, so die Bezirksregierung Köln weiter.
Nächster Schritt auf dem Weg zur Realisierung von Riesenseen in NRW gemacht
In einem nächsten Schritt beginn nun das Beteiligungsverfahren der Träger öffentlicher Belange und der Öffentlichkeit. „Stellungnahmen können vom 6. November 2023 bis zum 21. Dezember 2023 bei der Bezirksregierung Köln eingereicht werden“, erklärt die Behörde. Dann sollen die nächsten Schritte zur Realisierung der Riesenseen in NRW unternommen werden. Bis sie befüllt sind, müssen Menschen in der Region jedoch noch einige Jahrzehnte Geduld mitbringen. (mo) Fair und unabhängig informiert, was in Köln, Düsseldorf und NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.
Rubriklistenbild: © RWE & Christoph Hardt/Imago

