VonMaximilian Gangschließen
Im ukrainischen Saporishja werden Menschen bald mit Krankenwagen aus NRW gerettet. Oberhausen hat vier Fahrzeuge an seine Partnerstadt verschenkt.
Oberhausen – Seit 21 Monaten führt Russland bereits Krieg gegen die Ukraine. Für die Menschen vor Ort bedeutet das: 21 Monate voller Leid, Not und Verlust. Viele Menschen aus NRW versuchen weiterhin, das Land zu unterstützen. Beispielsweise gibt der Imbissbetreiber Franky van Hintum regelmäßig seinen Stammplatz auf den Märkten in Gelsenkirchen auf, und verteilt stattdessen Pommes und Snacks an Ukrainerinnen und Ukrainer. Und auch die Stadt Oberhausen will helfen – und verschenkt vier Krankenwagen an die Partnerstadt Saporishja im Südosten der Ukraine.
Oberhausen verschenkt Krankenwagen an Partnerstadt in der Ukraine
„Wir sind froh, dass wir unsere Freundinnen und Freunde in unserer Partnerstadt in ihrer Not mit den Krankenwagen unterstützen können“, wird Daniel Schranz (CDU), Oberbürgermeister von Oberhausen, in einer Mitteilung zitiert. Regelmäßig sende die Stadtverwaltung aus dem ukrainischen Saporishja Hilfeersuchen, die man zu erfüllen versuche, ergänzt Feuerwehr-Dezernent Michael Jehn. Die vier Fahrzeuge waren von der Feuerwehr nach ihrer vorgesehenen Nutzungsdauer außer Dienst gestellt worden. „Wir haben die Wagen für den Dienst in unserer Partnerstadt selbstverständlich noch einmal überholt“.
Oberhausener Krankenwagen sollen schnellstmöglich in der Ukraine zum Einsatz kommen
Auf dem Gelände der Feuerwache an der Brücktorstraße übergaben Oberbürgermeister Schranz und Dezernent Jehn die Krankenwagen persönlich an eine Delegation aus Saporishja. Die Überführung der Fahrzeugkolonie von Nordrhein-Westfalen in die 760.000-Einwohner-Stadt im Südosten der Ukraine wird drei Tage dauern, schreibt die Stadtverwaltung aus Oberhausen. Sobald die Krankenwagen dort angekommen sind, sollen sie vor Ort schnellstmöglich eingesetzt werden.
Schranz sicherte der Leiterin der ukrainischen Delegation, Viktoriia Agientaieva, bei der Übergabe zu, dass man auch in Zukunft fest an der Seite seiner Partnerstadt stehen wird. In der Bevölkerung der Ruhrgebietsstadt sei weiter eine starke Solidarität mit Saporishja spürbar. Agientaieva übermittelte im Gegenzug Worte von Saporishjas Stadtoberhaupt Anatoliy Kurtev: „Im Namen der gesamten Bevölkerung von Saporishja möchte ich dem deutschen Volk und insbesondere der Partnerstadt Oberhausen meine aufrichtige Dankbarkeit für die umfangreiche Unterstützung von Saporishja während des Krieges ausdrücken.“
Unterstützung im Krieg: Spenden im Wert von 860.000 Euro aus Oberhausen für die Ukraine
Es sind nicht die ersten Oberhausener Fahrzeuge, die in der Ukraine unterwegs sind: Zuvor waren bereits zwei weitere Krankenwagen und ein Löschfahrzeug an die Stadt am Dnepr übergeben worden. Hinzu kommen unter anderem weitere Geräte zum Kochen und Heizen, Generatoren, medizinische Hilfsgüter und Medikamente und hunderte Paletten mit Lebensmitteln, Hygieneprodukten, Kleidung und mehr. Finanziert wurden diese Hilfen unter anderem durch Spenden des Vereins „Oberhausen hilft“, aber auch aus Bundesmitteln. Seit Kriegsbeginn am 24. Februar 2022 beläuft sich der Wert der Spenden auf rund 860.000 Euro. (mg)
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