Neue Schilder

Drastischer Schritt gegen aggressive Bettler: „Bußgelder alleine reichen nicht aus“

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Die Stadt Hamm will mit Schildern gegen aggressive Bettler in der Innenstadt vorgehen.
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Die Bettler in der Hammer Innenstadt werden mehr, das Ärgernis auch. Deshalb hat die Stadtverwaltung an zentralen Punkten nun Verbotsschilder aufgestellt.

Hamm – Das Thema ist nicht neu, die Schilder sind es schon: Am Dienstag, 27. August, ließ die Stadt Hamm „Betteln verboten“-Schilder auf dem Santa-Monica-Platz, dem Hans-Böckler-Platz und in der Weststraße anbringen. An diesen Orten gebe es immer wieder Personen, die durch aufdringliches oder aggressives Betteln auffielen, heißt es auf Nachfrage. Genau das sei im gesamten Stadtgebiet verboten. Nun sollen Schilder diesem Verbot Nachdruck verleihen. Offensichtlich sieht die Stadt Handlungsbedarf.

„Betteln verboten“-Schilder in der Hammer Innenstadt

Betteln in Innenstädten habe in den vergangenen Jahren zugenommen, sagt Markus Kaluza, Stellvertretender Geschäftsführer des Handelsverbands Nordrhein-Westfalen Westfalen-Münsterland. „Das schildern uns die Händler“, so Kaluza. Zahlen hätte der Verband dazu aber nicht. Vieles habe mit Drogenszenen zu tun, die sich in den Innenstädten ausbreiteten. „Schilder und Bußgelder allein reichen aber nicht“, so Kaluza. „Man muss das Thema aus unterschiedlichen Richtungen mit Fingerspitzengefühl angehen.“

Seit Dienstag hängt an so mancher Stelle in der Hammer Innenstadt ein „Betteln verboten“-Schild.

Er glaubt, dass Betteln inzwischen eine Frequenzbremse für Innenstädte sein kann. Das habe sich aufgrund der spürbaren Zunahme in den vergangenen Jahren verändert. „Wenn ich bei einem Innenstadtbesuch fünf Mal angesprochen werde, kann ich das vielleicht aushalten. Manchem mag das aber auch die Lust an Innenstadt nehmen.“

Gastronomen: Betteln kann Gästen Innenstadt madig machen

Frederik Müller, Vorsitzender des Ersten Gastronomie-Vereins Hamm, glaubt, dass Betteln zumindest einer von vielen Faktoren sein kann, der Kunden und Gästen den Besuch in der Innenstadt madig machen kann. „Da kommen aber mehrere Faktoren zusammen“, sagt er. Das Problem sei seit einigen Jahren bekannt. Schlägereien zwischen Bettlern tun das Übrige.

Erst gestern, Dienstag, habe der turnusmäßige Austausch von Gastronomen mit Polizei, Ordnungsdienst und Stadtmarketing stattgefunden. Dieser sei gut und richtig. Auf Schilder müssten auch Taten folgen. Seine Erfahrung: Der KOD reagiere bei Alarmierung schnell und zuverlässig.

Aufdringliche Bettler müssen mit Bußgeld rechnen

Wer aufdringlich oder aggressiv bettelt, muss mit einem Bußgeld von 55 Euro rechnen. Nur dürfte bei denjenigen, die andere um Geld fragen, wenig zu holen sein. Und wird das Menschen wirklich vom Betteln abhalten? Müller sagt, es gehe nicht nur um „Law and order“. Das „System der ausgestreckten Hand“ halte viele Hilfen bereit. Dennoch müssten Regeln eingehalten werden.

Unter „aufdringliches oder aggressives Betteln“ fällt zum Beispiel In-den-Weg-Stellen, direktes Ansprechen und Anfassen oder auch das „Einweisen“ auf Parkplätzen. Letzteres habe zugenommen, heißt es von der Stadt. Die Schilder seien auf Initiative der Marktplatz-Anrainer angebracht worden. Sie setzten sich verstärkt für eine Verbesserung der Aufenthaltsqualität ein. Der KOD werde aggressives Betteln streng ahnden. Das hatte die Stadt aber auch vor Jahren schon angekündigt. „Stilles Betteln“ hingegen ist erlaubt.

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