Razzien in NRW und Bayern

Automatensprenger: Weiterer Täter aus Hamm festgenommen

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Die Polizei legte zwei weiteren Bandenmitgliedern Handschellen an. (Symbolbild).
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Polizisten haben bei einer Razzia gegen Geldautomatensprenger in NRW und Bayern zwei weitere Verdächtige festgenommen. Einer von ihnen war auch an einer Tat in Hamm beteiligt.

Bonn/Hamm - Am Mittwochmorgen durchsuchten Polizeibeamte vier Wohnhäuser in Bonn, Sankt Augustin, Troisdorf und im bayerischen Landkreis Schwandorf. Das teilten Polizei und Staatsanwaltschaft wenig später mit.

Die Ermittlungen richteten sich gegen eine vorwiegend rumänische Gruppierung. Diese wird verdächtigt, in wechselnder Besetzung elf Geldautomatensprengungen in NRW und Rheinland-Pfalz verübt zu haben, hieß es aus Polizeikreisen. Auf das Konto der Gruppe sollen Sprengstoffattacken in Neuss, Mönchengladbach, Niederkrüchten, Monschau, Elsdorf und Hamm sowie in Rheinland-Pfalz in Sinzig und Mayen gehen. Daneben soll die Gruppe aber auch für 40 Auto-Diebstähle und Einbrüche verantwortlich sein.

Die hochexplosive Raubzug-Serie soll am 24. Februar 2023 mit der Sprengung des Kaufland-Geldautomaten an der Römerstraße in Hamm-Bockum-Hövel geendet haben. In diesem Zusammenhang wurden bereits drei Rumänen festgenommen; sie müssen sich ab 2. November vor dem Landgericht Düsseldorf verantworten, wie wa.de vor wenigen Tagen berichtete.

Einer der Männer auch im Hammer Fall aktiv

Wie die Staatsanwaltschaft Düsseldorf am Mittwochnachmittag auf wa.de-Anfrage mitteilte, soll der 30-jährige Beschuldigte an der Tat im Hammer Kaufland in der Weise mitgewirkt haben, dass er die drei inzwischen angeklagten Hauptbeschuldigten im Rheinland zu ihrem Tatfahrzeug fuhr und ihnen beim Umladen von Werkzeugen geholfen haben. Der zweite Rumäne, der am Mittwochmorgen festgenommen worden war, soll bei der Sprengung in Elsdorf aktiv beteiligt gewesen sein. In Hamm soll der 55-Jährige nicht die Finger im Spiel gehabt haben.

Die Bande soll ungefähr zehn Mitglieder gehabt haben, die in unterschiedlichen Konstellationen die Taten durchführten. Nach weiteren Mittätern wird weiterhin gesucht. „Die Ermittlungen sind nicht abgeschlossen“, sagte Julius Sterzel, Sprecher der Staatsanwaltschaft Düsseldorf gegenüber unserer Redaktion. Bislang werden der Gruppierung elf Automatensprengungen beziehungsweise -diebstähle zugeordnet. Diese Zahl hat sich mit dem Einsatz von Mittwoch nicht erhöht.

Festnahmen in Troisdorf und im Landkreis Schwandorf

Die beiden weiteren Beschuldigten seien 30 und 55 Jahre alt und in Troisdorf und im Landkreis Schwandorf (Bayern) festgenommen worden. Sie sollen im Laufe des Tages Haftrichtern vorgeführt werden. Ermittelt wird wegen des Verdachts des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion und des gemeinschaftlichen schweren Bandendiebstahls.

„Einbrüche, Diebstähle, Sprengungen von Geldautomaten: Ich bin froh, dass unsere Ermittler so lange drangeblieben sind und durch akribische Spurenarbeit jetzt die Handschellen geklickt haben. Im vergitterten Zimmerchen können diese Leute jetzt nichts mehr anstellen“, sagte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU). Rund 60 Beamte seien an der Aktion am Mittwoch beteiligt gewesen.

Die seit einem Jahr dauernden Ermittlungen der Kölner Polizei würden von der Zentraleinheit zur Verfolgung Organisierter Kriminalität bei der Staatsanwaltschaft Düsseldorf (ZeOs) geleitet. Für das Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion sieht das Gesetz eine Freiheitsstrafe von einem bis 15 Jahren vor. Der schwere Bandendiebstahl wird mit einem bis zehn Jahren Haft bestraft. - dpa/fl

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