Drei Rumänen vor Gericht

Immer wieder Kaufland - auch in Hamm: Automatensprenger angeklagt

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Das Ende der Serie: Am 24. Februar 2023 wurde der EC-Automat in der Kaufland-Filiale an der Römerstraße gesprengt.
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Im Februar 2023 zerfetzte ein lauter Knall die nächtliche Ruhe im Norden von Hamm: Im Kaufland an der Römerstraße wurde ein Geldautomat gesprengt. Drei Rumänen sollen hinter der explosiven Serie stecken.

Hamm/Düsseldorf – Sie waren nicht nur mit Sprengstoff unterwegs. Bei ihren ersten Taten fuhren sie mit gestohlenen Transportern durch Häuserwände und Schaufensterscheiben und sackten Geldautomaten und Tresore einfach im Ganzen ein. Die Rede ist von drei Männern aus Rumänien, die sich ab dem 2. November vor dem Landgericht Düsseldorf verantworten müssen und über knapp zwei Jahre wohl Schäden in Millionenhöhe angerichtet haben. Ihre hochexplosive Raubzug-Serie soll am 24. Februar 2023 mit der Sprengung des Kaufland-Geldautomaten an der Römerstraße in Hamm-Bockum-Hövel geendet haben.

Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf bestätigte am Freitag, dass gegen die drei Männer (47, 43 und 34 Jahre) Anklage erhoben und diese auch vom Gericht zugelassen wurde. Die Angeschuldigten sollen Teil einer Band gewesen sein, die bis zu zehn Mitglieder hatte. Die übrigen Mittäter wurden bislang offenbar nicht ermittelt.

Allein bei der Tat in Hamm waren 260.000 Euro erbeutet worden. 15.000 Euro verlor das Trio in Bockum-Hövel auf dem Weg zum Fluchtauto, 93.000 Euro wurden später bei der Festnahme eines Angeschuldigten sichergestellt. Bei ihm wurde auch hochexplosiver TATP-Sprengstoff gefunden.

Geldautomaten gesprengt: gleich vier Mal Kaufland

Auffällig ist, dass anscheinend kaum einer der zur Rede stehenden Geldautomaten über ein Einfärbesystem (Money Inking) verfügte. Lediglich bei einer Sprengung am 18. November (Rewe-Supermarkt in Elsdorf) wurde keine Tatbeute gemacht, weil das Geld laut Anklage eingefärbt war und deshalb zurückgelassen wurde. Gleich viermal soll die Bande in Kaufland-Supermärkten zugeschlagen haben.

Insgesamt sechs EC-Automaten (überwiegend im Rheinland, einmal auch in Luxemburg) sollen von den Rumänen in die Luft gejagt worden sein. Drei weitere Automaten wurden komplett fortgeschafft, ebenso ein Tresor aus einer McDonald's-Filiale. Dreimal war die Tatbeute sechsstellig, ansonsten meist fünfstellig.

Hinzu kommen eine Vielzahl von Pkw- und Transporter-Diebstählen. Die Fahrzeuge wurden in der Regel wenige Tage vor den Sprengungen gestohlen und offenbar für die Flucht und den Weitertransport verwendet.

Dem 47-jährigen Hauptbeschuldigte werden 23 Fälle des schweren Bandendiebstahls vorgeworfen. Bei dem 43-Jährigen sind es lediglich zwei Taten, bei dem 34-Jährigen derer drei. In Bockum-Hövel sollen alle drei beteiligt gewesen sein.

Fast zehn Jahre vor der Hammer Tat - im Jahr 2013 - war der Geldautomat in derselben Kauflandfiliale schon einmal Ziel von Räubern: Damals versuchten sie, ihn hinter ihrem Auto herzuziehen; dabei richteten sie einen hohen Schaden an.

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