VonLaura Ottenschließen
Eine Lindenallee, verschiedene historische Gärten und sogar eine Grotte: Auf einer Schlossanlage in NRW gibt es all das zu bewundern.
Schieder-Schwalenberg – Die Stadt Schieder-Schwalenberg im Kreis Lippe hat mit ihrer Lage zwischen dem Teutoburger Wald und dem Weserbergland schon gute Voraussetzungen für einen schönen Ausflugstag. Zu sehen gibt es dort zum Beispiel die historische Altstadt des Stadtteils Schwalenberg mit zahlreichen Fachwerkgebäuden – alten Legenden zufolge soll das Stadtwasser dort bergauf fließen.
Nicht weniger märchenhaft ist auch das Schloss Schieder mit seiner Parkanlage, verschiedenen Gärten und sogar einer Butter-Grotte. Schon beim Betreten des Parks durch das barocke Gartentor bietet sich Besuchern ein malerischer Anblick. Denn der Weg der zum Schloss führt, ist zugleich eine Allee, die von 260 Linden gesäumt wird, wie der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) erklärt. Diese Allee wurde schon Anfang des 18. Jahrhunderts angelegt.
Künstliche Grotte ist Besonderheit des Schlosses Schieder
Eine Besonderheit des Parks sei zudem die sogenannte Butter-Grotte. Dabei handelt es sich um eine Quelle, die von grob behauenen Bruchsteinen umschlossen ist. Die Namensgebung entspringt ihrem ursprünglichen Zweck: „In dieser künstlichen Grotte wurde Butter gekühlt, wenn die Fürsten den Sommer im Schloss Schieder verbrachten“, so der LWL.
Auf dem Gelände des Schlosses, das in der Zeit von 1703 bis 1706 erbaut wurde, gibt es aber noch mehr zu entdecken. Auf der Südseite erstreckt sich beispielsweise der Barockgarten, der ebenfalls aus dem 18. Jahrhundert stammt. Im Jahr 2009 sei er „originalgetreu restauriert“ worden. Neben der barocken Gartenkunst befinden sich dort zudem Wasserkunstwerke in Form von Springbrunnen und kleinen Wasserfällen. Erst einige Zeit später, im 19. Jahrhundert, ist auf beiden Seiten der Allee ein englischer Landschaftsgarten angelegt worden. „Zwischen Laub- und Nadelbäumen oder -sträuchern erstrecken sich weite Wiesenflächen, in die einige große Teiche eingelassen wurden“, erklärt der LWL. Sowohl die Bau- als auch die Gartendenkmale stehen unter Denkmalschutz.
Heutzutage wird das Schloss Schieder für Hochzeiten und andere Events, wie Firmenfeiern oder Tagungen, genutzt. Wer aber nur daran interessiert ist, die Parkanlage zu erkunden, kann das jederzeit tun – sie ist ganzjährig für Besucher geöffnet. Eintritt wird nicht verlangt.
Einen einzigartigen Schlossgarten gibt es auch in dem ehemaligen Kloster und mittlerweile UNESCO-Weltkulturerbe Schloss Corvey zu besichtigen.
