Ein Selbstversuch

WA-„Frostbeule“ im Maximare: Wie fühlt sich das kühlere Wasser an?

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Bekennende „Frostbeule“: Annika Wilk beim Selbsttest im Maximare.
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Im Zuge der Energiekrise wird nunmehr auch im Maximare die Wassertemperatur gedrosselt. Was bedeutet das für die Gäste und letztlich fürs gesamte Erlebnisbad in Hamm? Bleiben die Besucher jetzt weg? Unsere Reporterin hat vorgefühlt.

Hamm – Das Land steckt in einer Energiekrise, Strom und Gas werden teurer und knapp. Schwimm- und Freizeitbäder mussten die Wassertemperaturen in ihren Schwimmbecken um ein bis zwei Grad senken, so auch das Maximare. Wie fühlt sich das an? Ist das Schwimmvergnügen auf den sprichwörtlichen Gefrierpunkt gesunken? WA-Reporterin Annika Wilk macht den Selbsttest.

Maximare im Krisenmodus: Selbsttest im Freizeitbecken

„Ich bin eine kleine Frostbeule und war schon sehr gespannt, wie kalt das Wasser wirklich ist. Immerhin ging die Reduzierung der Wassertemperaturen in Freizeitbädern deutschlandweit mit einem gewissen medialen Hype einher. Aber was soll ich sagen? Am Ende habe ich in keinem Becken gefroren. Weder im Wellenbad noch im Außensolebereich. Im Gegenteil: Das Außensolebecken fühlte sich mit 31 Grad noch immer so warm an wie meine Badewanne zuhause. Ein rein persönlicher Eindruck? Eine Dame neben mir jedenfalls gab an den Unterschied zu spüren. Ein sehr feines Gespür, würde ich sagen...

Das Freizeitbad war auch für einen Dienstagmorgen normal besucht, sagt Maximare-Sprecher Christian Fecke. „Ich habe heute morgen schon mit ein paar Stamm-Besuchern gesprochen. Manche sagen, dass man den Temperatur-Unterschied merkt, manche merken es aber gar nicht“, so Fecke. Das liege aber auch an den noch milden Außentemperaturen.

Annika zieht ihre Bahnen immer weniger beheizten Sportbecken.

Maximare im Krisenmodus: Selbsttest im Sportbecken

Hier habe ich mit einem klassischen „Sportbecken“-Kälteschock gerechnet. Allerdings wurde ich auch hier vom Gegenteil überrascht. Für ein Sportbecken ist das in Maximare mit 27 Grad doch sehr warm. Mit dieser Einstellung stehe ich nicht allein da im Wasser. Marianne Dabrock und ihre Schwester Hannelore Busemann kommen seit Eröffnung jeden Dienstag ins Maximare und ziehen im Sportbecken ihre Runden. „Nach zwei Runden merkt man keinen Unterschied mehr“, sagt Dabrock. „Das könnte für Kinder, die schwimmen lernen, zu kühl sein“ sagt ihre Schwester.

Maximare im Krisenmodus: Selbsttest im Saunabecken

Spannend fand ich das Saunabecken. Das wurde ganze sechs Grad kälter gestellt. „Oha, das ist kalt“, dachte ich mir, als ich meine Füße in das 25 Grad „warme“ Wasser stellte. Da war jede Treppenstufe tiefer ins Becken eine kleine Überwindung, gerade, weil ich mich nicht in einer der 90 Grad warmen Saunen aufgewärmt habe.

Joachim Wahner aus Bergkarmen geht im Maximare jeden Dienstag in die Sauna. Er findet: „Kühler ist das Wasser noch erfrischender. Ist ja auch der Sinn des Beckens.“

In der Sauna Arena Mare steht Annika ganz allein da: Dieser Teil ist nun geschlossen.

Die große Sauna, Arena Mare, ist nun von dienstags bis donnerstags geschlossen. Die Gäste müssen auf die kleinen Saunen ausweichen. Eine Frau aus Herford ist extra für die Arena Mare nach Hamm gekommen, stand aber vor einer geschlossenen Tür. Die Enttäuschung war natürlich groß. „Wir mussten gucken, dass wir die Arena an den meist besuchten Tagen, wie montags die Frauensauna, offen haben“, sagt Maximare-Mitarbeiter Fabian Kölling.

Maximare im Krisenmodus: nach Selbsttest das Fazit

Der mediale Hype um zu kalte Schwimmbecken ist das Aufsehen nicht wert. Wenn man es nicht weiß, merkt man es nicht.“

Bald 3,5 Millionen Kilowattstunden Ersparnis

Das Maximare in Hamm hat zahlreiche Maßnahmen getroffen, um Strom und Gas zu sparen. Neben Temperatursenkungen in den Wasserbecken ist auch die große Sauna, Arena Mare nicht mehr täglich in Betrieb. All diese Maßnahmen ergeben insgesamt eine Ersparnis von 1,5 Millionen Kilowattstunden im Jahr.

Ende November bekommt das Außensolebad noch eine Plane aus einem speziellen Kunststoff. Diese wird immer dann über das Becken gezogen, wenn das Becken nicht genutzt wird. Die 100.000 Euro teure Plane soll bis zu 2 Millionen Kilowattstunden im Jahr Ersparnis bringen.

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