Gerichtsprozess terminiert

Seniorin mit Schal erdrosselt: Mordete 50-Jähriger aus Habgier?

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Kein Gras ist drüber gewachsen: In dem weißen Haus kam es zum tödlichen Übergriff.
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Ein Mann aus Hamm soll im Frühling 2024 eine Seniorin erdrosselt haben. Die Staatsanwaltschaft geht von Mord aus Habgier aus. Bald startet der Gerichtsprozess.

Hamm – Das Opfer, eine 76-jährige Seniorin, soll ein 50-Jähriger aus Hamm mit einem roten Schal erwürgt haben. Irgendwann zwischen dem 25. April und dem 3. Mai 2024. Mehrere Tage soll der 50-jährige Mann noch im Haus der toten Rentnerin an der Kamener Straße in Wiescherhöfen gehaust haben, sich an ihrem Kühlschrank bedient, ihr Handy benutzt und andere Wertsachen versetzt haben – dies alles während die Leiche der 76-Jährigen wenige Meter weiter auf der Kellertreppe lag.

Mord aus Habgier? 50-Jähriger aus Hamm steht ab November vor Gericht

Ab dem 7. November muss sich der 50-jährige Hammer nun vor dem Dortmunder Schwurgericht verantworten. Das teilte am Dienstag eine Landgerichtssprecherin auf Anfrage von wa.de mit. Acht Termine sind zunächst für den Prozess anberaumt. Sollte es dabei bleiben, könnte am 29. Januar 2025 ein Urteil gesprochen werden. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeschuldigten Mord aus Habgier vor. Ferner wirft sie ihm tateinheitlich einen Raub mit Todesfolge sowie eine Freiheitsberaubung mit Todesfolge vor.

Hammer soll zuvor bereits 82-Jährige in Einfamilienhaus überfallen haben

Damit aber nicht genug. Wenige Tage vor der Greueltat an der Kamener Straße, am 25. April, soll der 50-Jährige bereits eine damals 82-jährige Seniorin in deren Einfamilienhaus überfallen haben. Die Frau wurde gefesselt, in ihrem Wohnzimmer eingesperrt und ausgeraubt. Für den Fall, dass sie die Polizei verständigen würde, soll sie mit dem Tod bedroht worden sein. Die Seniorin erlitt seinerzeit leichte Schnittverletzungen und konnte sich selbst mit einer Schere aus ihrem Nähkorb von den Fesseln befreien.

Auch dieser Tatkomplex wird ab dem 7. November in Dortmund verhandelt. Raub, gefährliche Körperverletzung und Freiheitsberaubung stehen auf der Liste der Anklage.

Der tödliche Übergriff an der Kamener Straße fand möglicherweise statt, weil sich der Beschuldigte damals wegen des Überfalls auf die 82-Jährige ein Versteck vor der Polizei gesucht hatte. Er selbst hatte in der Nähe gewohnt und soll bei beiden Opfern gelegentlich im Garten oder Haushalt ausgeholfen haben.

Angehörige wurden nach Messenger-Nachricht misstrauisch

Am 8. Mai war der Mann in der Nähe der Kamener Straße von der Polizei festgenommen worden. Anlieger hatten die Einsatzkräfte verständigt, weil zuvor in ihrer Straße lautstark randaliert worden war. Als die Beamten eintrafen, versuchte jemand vor ihnen davonzulaufen – es war der 50-jährige Beschuldigte.

Zeitgleich war an jenem 8. Mai auch die Leiche von Angehörigen entdeckt worden. Sie hatten sich um die allein lebende Frau Sorgen gemacht und nach dem Rechten gesehen. Über einen Messenger-Dienst hatten sie zuvor die absurde Nachricht erhalten, dass die Rentnerin zu einer Kreuzfahrt aufgebrochen sei und erst in einigen Wochen wiederkommen werde – Absender dieser Nachricht soll der 50-Jährige gewesen sein.

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