Womöglich zum ersten Mal wurden Exemplare des Rote Ampfer-Glasflüglers in Köln beobachtet. Das Insekt könnte zukünftig häufiger in NRW zu sehen sein.
Köln – Schmetterlinge, Bienen, Hummeln: wer im Sommer in Köln an der frischen Luft unterwegs ist, kann so einige Insekten beobachten. Von Zeit zu Zeit tauchen dabei allerdings auch Insekten auf, die es so noch nicht gab. So ist zum Beispiel das Taubenschwänzchen, das Ähnlichkeit mit einem Kolibri hat, immer öfter in NRW zu sehen. In Köln wurde jetzt der Rote Ampfer-Glasflügler gesichtet.
| Roter Ampfer-Glasflügler | Pyropteron chrysidiformis |
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Neue Kleinschmetterlingsart in Köln gesichtet – so sieht sie aus
Dabei handelt es sich um eine „wärmeliebende Kleinschmetterlingsart, die in der Vergangenheit im Rhein- und Moseltal und an der Nahe, vereinzelt auch an der Ahr beobachtet wurde“, wie der NABU Stadtverband Köln mitteilt. „Der Rote Ampfer-Glasflügler ist in Köln angekommen“, heißt es in einer Mitteilung. Es ist nicht das einzige Insekt, dass in Zukunft häufiger gesichtet werden könnte. Auch die asiatische Hornisse breitet sich immer weiter in NRW aus. Ein Fund wurde bereits auch in Köln bestätigt.
Glasflügler sehen wie Wespen aus
► Der jetzt gesichtete Schmetterling gehört zur Familie der Glasflügler, wie sein Name schon nahelegt.
► Auffälligstes Merkmal der Tiere: Die größtenteils durchsichtigen Flügel, die wirken, als wären sie aus Glas.
► Nicht selten werden sie mit Wespen verwechselt – kein Zufall, sondern wohl evolutionärer Vorteil: Tatsächlich schützt sie diese Mimikry genannte Ähnlichkeit mit Wespen vor potenziellen Fressfeinden.
Der Rote Ampfer-Glasflügler ist eine Schmetterlings-Art, deren Flügelspannweite bis zu 27 Zentimeter betragen kann. Mitglieder des sogenannten entomologischen Arbeitskreises des NABU Köln berichten jetzt von zwei Sichtungen.
Roter Ampfer-Glasflüger in Köln gesichtet – breitet er sich aus?
► Erste Sichtung: Ende Mai „gelang die wohl erste Beobachtung des Roten Ampfer-Glasflügers nördlich des Rheintales“, heißt es. Am Rande eines Gewerbegebiets bei Pulheim (Rhein-Erft-Kreis) wurde das Insekt beobachtet und fotografiert. Beim Fundort handelte es sich um „eine sehr warme vegetationsarme Ödlandfläche“.
► Zweite Sichtung: Mitte Juni wurde der Rote Ampfer-Glasflüglers in einem Wald in Ossendorf gesehen. „Der Falter flog am Vormittag bei 30 Grad über der Streuobstwiese im Nüssenberger Busch“, heißt es vom NABU.
Die Sichtungen des Schmetterlings mehrten sich in den vergangenen fünf Jahren. Und: „Die nördliche Nachweisgrenze lag bisher gerade so in Nordrhein-Westfalen, im Siebengebirge südlich von Bonn.“ Auch in Zukunft könnte der Schmetterling immer öfter in NRW gesichtet werden. „Setzt sich der Trend der zurückliegenden warmen Jahre fort, ist zu erwarten, dass auch diese Art vermehrt in Nordrhein-Westfalen ankommt und auch in den von LepidopterologInnen vielfach genutzten Pheromonfallen zu finden sein wird.“ (mlu) Fair und unabhängig informiert, was in Köln passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.
